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Klare Ansage: Die Spielplätze in der Stadt sind wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres gesperrt, so wie hier am Kronthaler Weiher. Doch längst nicht alle halten sich daran. Das Ordnungsamt ist seit Mittwoch unterwegs, um größere Menschenansammlungen aufzulösen.

Ordnungsamt treibt Feiernde auseinander

Erding: Stadt sperrt Biergärten und Spielplätze

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Einen nicht kleinen Teil der Bevölkerung interessiert die Corona-Pandemie offenbar nicht. Deshalb greift nun das Ordnungsamt ein.

Erding – Abstand halten – das ist im Moment das beste Rezept, um das Corona-Virus in Schach zu halten. Doch auch in Erding sieht die Realität vielerorts anders aus: Weggefallene Beschäftigung und traumhaftes Frühlingswetter locken die Menschen scharenweise ins Freie. Deswegen greift die Stadt Erding nun durch – und zwar hart.

Am Mittwochmittag marschierte das Ordnungsamt durch die Innenstadt. Auch Oberbürgermeister Max Gotz ging mit. Die Nutzung der Freiflächen vor Gaststätten und Cafés wurde mit sofortiger Wirkung untersagt. „Es ging nicht anders“, sagt Gotz, „die Menschen saßen dicht gedrängt“. Das sei wider jede Vernunft. „Die Ansage ist klar, dass man auf Abstand gehen soll, um sich nicht anzustecken“, erinnert Gotz an die eindeutigen Hinweise der Wissenschaftler. Dies sei in etlichen Lokalen nicht der Fall gewesen.

Nach Biergartensperrung: Lokale schließen komplett

„Da es unsere Flächen sind, haben wir sie gesperrt“, so der OB. Er reagiere damit auch auf Beschwerden aus der Bürgerschaft, „die nicht versteht, warum die Leute so unvernünftig sind. Ich kann das auch nicht akzeptieren“. Mehrere Lokale sperrten daraufhin ganz zu, darunter das Pano und das Kennedy. Im Buona Vista nutzt man die Zeit für eine Renovierung des Lokals.

Von der Zwangsräumung betroffen war auch einer der drei Kioske am Kronthaler Weiher. „Die Leute saßen dicht gedrängt, das ist absolut verantwortungslos“, sagt der OB. Einige hätten auf die Maßnahme „leider mit Unverständnis reagiert“.

Trotz Corona-Pandemie: Partys am Kronthaler Weiher

Generell ist das Erholungsgebiet Erding Nord derzeit für die Stadt ein Sorgenkind. Denn dort ließen sich bei dieser Witterung die Menschen in Scharen nieder. Das Ordnungsamt stieß laut Gotz auf etliche Partys, bei denen auch munter gegrillt wurde. Das gleiche Bild im Stadtpark. Auch dort mussten Ansammlungen aufgelöst werden. „Die Spielplätze haben wir zur Sicherheit gesperrt, aber viele ignorieren das“, ärgert sich der OB.

Er appelliert an die Bevölkerung, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten, sich möglichst nicht im öffentlichen Raum aufzuhalten und vor allem nicht zu eng beieinander zu sitzen. „Das gefährdet nicht nur Risikopatienten enorm. Es trägt auch dazu bei, dass die Corona-Restriktionen noch sehr lange gelten müssen.“ Gotz hält es für nicht unwahrscheinlich, dass es zu Ausgangssperren kommt. „Die Kanzlerin hat das in ihrer Rede am Mittwoch angedeutet.“ Umso mehr ärgert ihn, „dass sich unsere Leute üble Beschimpfungen anhören müssen, wenn sie um die Einhaltung der Regeln bitten“.

„Menschen müssen auch mal raus – aber eben unter Wahrung der Sicherheitsvorkehrungen“

Gotz stellt aber auch klar: „Es ist nicht unsere Absicht, den Park und den Weiher zu sperren. Denn die Menschen müssen auch mal raus. Aber eben unter Wahrung der Sicherheitsvorkehrungen.“ Seinen Appell hat Gotz Donnerstagmittag als Video bei Youtube hochgeladen.

Das Rathaus läuft derweil weiter im Notbetrieb. Behördenverkehr ist nur nach Terminvereinbarung, auf telefonischem Wege oder online möglich. „Es geht auch um den Schutz der Mitarbeiter“, sagt Gotz. Zudem müsse die Stichwahl am Sonntag kommender Woche vorbereitet werden.

OB dankt allen Einsatzkräften

Gotz dankt allen, die ihren Beitrag leisten, die Pandemie einzudämmen und die für andere Menschen da sind. „Die Pfleger in den Kliniken und Heimen leisten eine hervorragende Arbeit. Das muss viel mehr wertgeschätzt werden.“

Der Brandschutz ist in Erding Gotz’ Angaben zufolge sichergestellt. „Die Feuerwehren haben sich ein sehr pfiffiges Konzept ausgedacht, sodass die Sicherheit der Bevölkerung, aber auch der Einsatzkräfte gewährleistet ist.“

Hans Moritz

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