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Im Hotel Kastanienhof logieren täglich Crews unter anderem der Fluggesellschaft Air China. Von Aufregung wegen Corona ist aber keine Spur.

Nach erstem Corona-Fall in Bayern: Mundschutz ausverkauft – Warnhinweise am Flughafen

Chinesen in Erding: Routinierte Gelassenheit

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der erste Fall des Corona-Virus in Bayern schlägt auch in Erding Wellen – allerdings nur kleine. Aber: Die Sorge wegen der im schlimmsten Falle tödlichen Lungenkrankheit nimmt zu.

Erding –  Das Hotel Kastanienhof am S-Bahnhof ist Erdings „Little China“. Täglich logieren hier Crews vor allem der Fluggesellschaft Air China. „Zwei Besatzungen haben wir eigentlich immer zu Gast. Das sind dann etwa 35 Damen und Herren“, berichtet Geschäftsführerin Min Kampe-Zhang im Gespräch mit unserer Zeitung.

Es handle sich um Piloten und Kabinenpersonal von Maschinen nach Peking und Schanghai. Direktverbindungen nach Wuhan, wo das Virus grassiert, gibt es von Deutschland aus nicht. Aber auch etwa die Lufthansa bringt im Kastanienhof Crews von Langstreckenflügen unter. „Bei uns ist alles ruhig“, versichert Kampe-Zhang. Schon vor der Verbreitung des Virus hätten etliche Gäste Mundschutz getragen. „Das gehört bei vielen schon fast zur Kultur und dient auch als Abwehr der Kälte“, erklärt die Hotel-Chefin. „Man will sich und andere schützen.“ Das fliegende Personal sei sehr erfahren und routiniert. „Deswegen ist die Besorgnis jetzt auch nicht größer als sonst. Die Gäste gehen nach wie vor in Erding einkaufen oder bei uns im Hotel zum Essen – so wie immer“, erklärt Kampe-Zhang. Auch sie selbst habe keine Angst.

Mundschutz: Apotheken und Drogerien haben nichts mehr

Die Corona-Schlagzeilen beschäftigen aber auch die einheimische Bevölkerung. Mundschutz ist in den Apotheken und Drogerien in Erding Mangelware. Ein Rundgang unserer Zeitung ergab: Die Regale sind allesamt leer. Eine Apothekerin erklärt: „Wir haben nachbestellt, nachdem die Nachfrage seit drei Tagen viel größer ist als sonst.“ Eine Kollegin meint: „Leider kommen wir derzeit an keine neue Ware.“ Die Drogisten und Apotheker berichten darüber hinaus, dass Desinfektionsmittel viel stärker als sonst nachgefragt würden.

Experten meinen ohnehin, dass Mundschutz nicht allzu viel bringe. Besser sei es, sich mit verstärkter Hygiene zu wappnen – Vorsicht beim Niesen, regelmäßiges Händewaschen, weniger Hände schütteln. Das sind im Übrigen auch die Rezepte, um sich vor Erkältungen und Grippe zu schützen.

Warnplakate am Flughafen

Auch am Flughafen München hat man im Kampf gegen das Corona-Virus aufgerüstet. Am Dienstag wurden in beiden Terminals Warnplakate des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie des Robert-Koch-Instituts aufgehängt, berichtet Flughafen-Sprecher Ingo Anspach. Auf Deutsch, Englisch und Chinesisch werden Erkrankung, Symptome, Vorsichtsmaßnahmen im Verdachtsfall sowie notwendige Schritte im Falle einer möglichen Infektion erklärt.

Lufthansa: Keine Einschränkungen, aber weniger Buchungen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat am Dienstag Fiebermessungen von Reisenden mit Verdacht auf Fieber ins Gespräch gebracht. Anspach erklärt, dass dazu bislang aber noch keine konkreten Anweisungen vorlägen. Die Task Force Infektionsschutz mit einem Sitz am Moos-Airport befindet sich weiter in Alarmbereitschaft. Einschränkungen im Flugverkehr nach China gibt es laut FMG nach wie vor nicht. So äußert sich auch Lufthansa-Sprecherin Lara Matuschek: „Es finden alle Flüge statt.“ Allerdings fielen die Buchungen dorthin seit Kurzem verhaltener aus. " MM-POLITIK

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