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Hier hat der FW-Stadtrat Hans Fehlberger schwarz gebaut. Die CSU nimmt ihm nicht nur das immer noch übel, sondern auch die ausgebliebenen Konsequenzen.

Fraktionschef Köppen: Schwarzbauer hätte abtreten müssen – Dritter Bürgermeister unsichtbar

CSU attackiert Freie Wähler und Erding Jetzt

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Auch Parteiveranstaltungen sind wieder möglich. Die CSU Erding ist auf Krawall gebürstet.

Den Freien Wählern, die zeitgleich ihre Jahreshauptversammlung abhielten, dürften am Sonntagvormittag die Ohren geklingelt haben, als ein paar Kilometer entfernt im Wirtshaus Kreuzeder die CSU zusammenkam. Es war der erste Stammtisch seit Pandemiebeginn und der Kommunalwahl. Fraktionschef Burkhard Köppen schaltete auf Attacke.

Zwar musste er einräumen, dass seine Partei Federn lassen musste und um vier auf 13 von 40 Sitzen geschrumpft worden war und bei der konstituierenden Sitzung wichtige Ämter wie das des Zweiten Bürgermeisters verloren hatte. Doch die Kampfeslust ist inzwischen zurückgekehrt. Drittem Bürgermeister Harry Seeholzer (Erding Jetzt) warf Köppen vor, so gut wie nie in Erscheinung zu treten. Der Stadtrat sei nach wie vor ein „schwieriges Feld“. Immerhin: Die CSU glaubt, dass die „Gestaltungsmehrheit“, die seiner Fraktion so zugesetzt hatte, inzwischen zerbrochen sei.

Besonders hart ging er mit seinem Stadtratskollegen Hans Fehlberger wegen dessen Schwarzbau, der teilweise in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, ins Gericht. Fehlberger gehöre dem Stadtrat und dem Bauausschuss lange genug an. Er habe also von der Illegalität seiner Maschinenhalle gewusst. Nicht minder schlimm für Köppen: Die FW-Stadträte Petra Bauernfeind, noch dazu Zweite Bürgermeisterin, und Rainer Mehringer, nebenbei Dritter Landrat, hätten versucht, den Schwarzbau mit ihrem Stimmen zu legalisieren. Für Köppen hätte das fatale Folgen gehabt: „Die Stadt hätte bei weiteren Schwarzbauten keinerlei Handhabe mehr gehabt.“

Für ihn sei es unvorstellbar, warum Fehlberger weder als Fraktionschef noch als Stadtrat zurückgetreten sei. „Bei der CSU hätte man so lange Wind gemacht, bis es einen Rücktritt gegeben hätte.“

Auch das freie Bündnis Erding Jetzt griff der CSU-Fraktionschef an, weil dessen Mitglieder versucht hätten, das Gewerbegebiet an der Dachauer Straße zu verhindern. Dabei sei nachgewiesen, dass es in Erding Bedarf an Gewerbe- und Industrieflächen gibt, und die Stadt einen neuen, größeren Recyclinghof benötigt, der hier entstehen soll. Am Ende gab es bekanntlich eine 9:6-Mehrheit für das Gewerbegebiet. Köppen: „Auch SPD und Grüne haben eingesehen, dass es um die Zukunft Erdings geht.“

Köppen widersprach den Grünen, dass keine neuen Straßen gebaut werden dürften. „Wir brauchen die Nordumfahrung.“ Es sei in 30 Jahren die einzige Chance, die Freisinger Siedlung sowie Langengeisling vom Verkehr zu entlasten. Das Auto bleibe in der Mobilität die Nummer ein, ob Elektro oder mit Verbrenner. Allerdings werde dieses Vorhaben die Stadt „mindestens 20 Millionen Euro“ kosten.

Einen noch deutlich höhren Betrag werde Erding aufwenden müssen, um dem Bund das 365 Hektar große Fliegerhorst-Areal abzukaufen. Dennoch sei die Entscheidung richtig: „Wir wollen es selbst gestalten und es nicht Investoren überlassen.“ Auf der anderen Seite flössen bei der Verwertung hohe Summen an die Stadt zurück.

Dabei mahnte Köppen zur Eile beim Bau zweier neuer Feuerwehrhäuser an (siehe auch Bericht unten). „Das muss noch in dieser Wahlperiode passieren“, also bis 2026. Rund 55 Millionen Euro würden hierfür fällig.

Der Einführung einer Fußgängerzone in der Erdinger Altstadt erteilte der Fraktionschef eine klare Absage. Die Hochwasserschutzpläne kritisierte er.

ham

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