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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Fragen an die CSU nach einer mehr als peinlichen Woche

Kommentar: Sehenden Auges in die Pleite manövriert

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Für die CSU-Rathausfraktion geht die unangenehmste und peinlichste Woche seit Jahrzehnten zu Ende. Nach der vergeigten konstituierenden Sitzung hat auch das Krisenmanagement versagt. Einige Fragen drängen sich auf, meint Redaktionsleiter Hans  Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Für die CSU-Rathausfraktion geht die unangenehmste und peinlichste Woche seit Jahrzehnten zu Ende. Nach der vergeigten konstituierenden Sitzung hat auch das Krisenmanagement versagt. Einige Fragen drängen sich auf.

Hat die CSU den Freien Wählern wirklich den Zweiten Bürgermeister angeboten? Der neue Fraktionschef Burkhard Köppen will das wissen, war aber bei keiner Besprechung dabei. Alle anderen Gruppierungen bestreiten das.

Wer hat denn nun mit wem verhandelt – und über was? Angeblich hatte sich das einzig und allein Max Gotz als CSU-Ortsvorsitzender vorbehalten. Doch der schweigt.

Warum hat die CSU Ludwig Kirmair regelrecht verbrannt, als sie ihn nach der verlorenen Wahl des Zweiten Bürgermeisters noch in die des Dritten schickte? War ihr nicht klar, dass die anderen Fraktionen da nicht mitspielen konnten? Denn dann wäre Petra Bauernfeind (FW) eingekesselt und buchstäblich kalt gestellt worden.

Was reitet die CSU, einen SPD-Stadtrat auszuspionieren, indem sie beim Arbeitgeber Erkundigungen einholt, wie viel Feuerwehr in dem neuen Feuerwehrreferenten Alexander Gutwill steckt?

Warum erregt sich die CSU so sehr darüber, dass die Mehrheit Kreisbrandrat Willi Vogl als Feuerwehrreferent hat durchfallen lassen, wenn sie in Vorbesprechungen laut Aussage aller anderen Gruppierungen gar nicht Anspruch auf diesen Posten erhoben hatte?

Warum hat die CSU weitere Referentenkandidaten benannt, wenn ihr die anderen Fraktionen alle ihr aufgrund des Wahlergebnisses zustehenden vier Posten anstandslos zugestanden hatten? Eine Niederlage mit Ansage.

Es spricht wenig dafür, dass für die CSU komfortablere Zeiten anbrechen. Denn vor allem Erding Jetzt will mehr Transparenz und Bürgerbeteiligungen in den Sitzungen – etwa ein Rederecht von Antragstellern. Die Mehrheit dafür dürfte sie jetzt haben.

Hinzu kommt für die CSU der Makel, dass sie offenkundig auf die drei AfD-Stimmen gebaut hat, die ihr dann aber auch nichts brachten. Deswegen hätte man auch in der Kreistagsfraktion gerne auf den Hinweis der AfD verzichtet, die CSU (und in Teilen auch die FW) bei den Landrats-Vize zu unterstützen.

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