Glückwünsche zum Amt als Landesschülersprecher bekam Daniel Burger von FOS/BOS-Leiter Jens Baumgärtel. F.: Schule

Daniel Burger neuer Vize-Landesschülersprecher

Ein Erdinger spricht für 58.000 Schüler

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Das hat es an der FOS/BOS in Erding noch nie gegeben: Die Schule an der Siglfinger Straße stellt einen der Landesschülersprecher. Daniel Burger vertritt ab sofort die Interessen von 58 000 Schülern, die eine bayerische FOS/BOS besuchen. Der 21-Jährige wurde in München von den Bezirksschülersprechern gewählt. Sie setzen auf einen jungen Mann mit viel Erfahrung.

Erding – Daniel Burger besucht derzeit die 13. Techniker-Klasse. Im Mai wird er dort seinen Abschluss erwerben. Seine Biografie zeigt: Die Wahl dürfte er seinem schulischen und beruflichen Werdegang zu verdanken haben. Nach Grund- und Realschule in Haag absolvierte er eine Mechatroniker-Ausbildung bei Thyssen Krupp. Parallel besuchte er die Berufsschule in München. Bei Thyssen Krupp wurde der heute 21-Jährige in die Jugendvertretung gewählt. „Dort hatte ich es mit Tarifverträgen und dem Diskurs zwischen Arbeitnehmern und -gebern zu tun“, erzählt er. Auch mit den Gewerkschaften hatte er Kontakt.

An der BOS wurde er zum Schülersprecher gewählt. Beim Treffen der Bezirksschülersprecher machte er auf sich aufmerksam und stieg in dieses Gremium auf. Von dort ging es dann schnurstracks zum stellvertretenden Landesschülersprecher. Nun hat Burger einen direkten Draht in die Bildungspolitik – und damit auch ins Kultusministerium.

Neues Landesschülersprecher: „Wir werden (wieder) wahrgenommen“

Und den will der junge Mann auch nutzen, mit ganz konkreten Vorstellungen. „Die junge Generation wird wahrgenommen“, berichtet er. Seine oberste Forderung: „Der Staat muss mehr für die Bildung tun.“ Als Beispiel zieht er die jüngst veröffentlichten und für Deutschland „eher ernüchternden“ Ergebnisse der Pisa-Studie heran. „Die meisten skandinavischen Länder investieren deutlich mehr in Bildung. Entsprechend besser sind die Pisa-Ergebnisse.“

Burger rät, bereits bei den Jüngsten anzufangen. „In den Grundschulen wird die Basis gelegt. Sie sind genauso wichtig wie die weiterführenden Schulen.“ Also müssten die Lehrer dort genauso bezahlt werden wie ihre Kollegen an Realschulen und Gymnasien.

Den beruflichen Schulen rät Burger, nicht nur auf studierte Pädagogen zu setzen, sondern auch auf Experten aus der Praxis. Sie würden oftmals einen ganz anderen Unterricht geben. „Ich bin für eine Öffnung des Lehrerberufs“, sagt Burger, geht aber auf Distanz zur FDP, die das Beamtentum an den Schulen kippen wolle.

Schulen: Bitte nicht so stromlinienförmig

Von den Schulen wünscht sich der Erdinger, mehr Individualität und Originalität in den Reihen der Schüler zuzulassen. „Ich finde es nicht gut, wenn alle stromlinienförmig auf den Abschluss zustreben.“ Leistungen im Sport oder etwa in Theatergruppen müssten stärker gewichtet werden. „Mut wird leider zu wenig gefördert und geschätzt, auch der Mut zum Risiko“, meint Burger. Das suche die Wirtschaft aber.

Burger gibt zu, zurzeit viel Energie auf sein Ehrenamt zu verwenden. Wenn Zeit bleibt, geht der Techniker gerne ins Fitnessstudio und fährt Motorrad – wenn er nicht gerade das Programmieren lernt wie zurzeit.

Kultusminister Piazolo streckt die Hand entgegen

Ob Burger mit seinen Vorstellungen weiterkommt, liegt nun auch an Kultusminister Michael Piazolo. „Die Zusammenarbeit mit dem Landesschülerrat ist eine Win-win-Situation. Wir erfahren auf direktem Weg, was die Schüler bewegt. Sie wiederum dürfen Schulpolitik an entscheidender Stelle aktiv mitgestalten“, sagt er. Seine Staatssekretärin Anna Stolz versichert: „Wir hören zu und nehmen die Anliegen des Rates sehr ernst.“

Glückwünsche gab es auch von FOS/BOS-Schulleiter Jens Baumgärtel, der stolz ist, einen so engagierten jungen Mann in seinen Reihen zu haben. ham

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