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Demo von 600 Impfgegnern - Ohne Genehmigung

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Von: Hans Moritz

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Rund 600 Bürger „spazierten“ den zweiten Montag in Folge durch die Innenstadt – ein Sammelsurium aus Impfgegnern und Kritikern der Corona-Maßnahmen. © Harald Krause

Bereits zum zweiten Mal hat am Montagabend ein so genannter Spaziergang stattgefunden. Dahinter stecken Impfgegner und teils Corona-Leugner.

Erding - Bislang hatte das Landratsamt die Deklarierung als Spaziergang, also keine Demo, akzeptiert. Dennoch war beim zweiten Aufmarsch diesen Montag, an dem sich laut Erdinger Polizei rund 600 Menschen beteiligt haben, die Polizei vor Ort – „sicherheitshalber und weil wir eher glauben, dass es kein Spaziergang ist“, erklärte stellvertretender Inspektionsleiter Harald Pataschitsch im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sollte Recht behalten.

Polizeisprecher Florian Schwaiger berichtet, dass die Versammlung auf dem Schrannenplatz ihren Anfang genommen habe. Teils mit Kerzen und Laternen zog der Tross dann durch die Innenstadt – und blockierte den Autoverkehr. Einer rief gegen Ende des Aufzugs dazu auf, Autofahrer zu behindern. Aber nicht nur deswegen ermittelt die Polizei.

Laut Schwaiger wurde kein Versammlungsleiter benannt – ein weiterer Rechtsbruch. Zudem nahmen die Beamten mehrere Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz auf, nachdem Demonstranten viel zu dicht nebeneinander gestanden waren und teils auch keine Masken getragen hatten.

In der Jahrespressekonferenz bezog dann auch Landrat Martin Bayerstorfer Stellung, kurz nachdem Innenminister Joachim Herrmann erklärt hatte, bei dem neuen Phänomen in ganz Bayern handle es sich sehr wohl um Demonstrationen. „Das sind keine Spaziergänge, das sind Demonstrationen, die unter Auflagen genehmigt werden müssen.“ Dies müsse ab sofort umgesetzt werden.

Hinter den Demos steckt ein „Erdinger Freiheits Forum“, dessen Mitglieder sich über eine Facebook-Gruppe und den Nachrichtendienst Telegram vernetzen. Ihr Ziel: „eine freie Impfentscheidung“. Sie wehren sich gegen die geplante Impfpflicht. Ein Zeuge berichtet, dass Kerzen vor dem Rathaus aufgestellt und Lieder gesungen worden seien. Aber auch von Rufen durch ein Megafon wird berichtet.

ham

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