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Kommt der neue Volksfestplatz ins Fliegerhorst-Areal? SPD-Fraktionschef Alexander Gutwill deutet das an.

Feuerwehrhaus-Debatte: SPD-Fraktionschef plaudert Interna aus Städtebau-Wettbewerb aus

Stadion und Volksfestplatz im Fliegerhorst?

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Absicht oder Indiskretion? SPD-Fraktionschef Alexander Gutwill verrät Details aus dem Wettbewerb zur Zukunft des Fliegerhorstareals. Die Debatte um das neue Feuerwehrhaus in Erding und das TSV-Stadion ist um ein Kapitel reicher.

Erding – Politische Debatten in Erding werden an sich im Stadtrat geführt. Bei den zwei geplanten neuen Feuerwehrhäusern in Altenerding und Erding tauschen die Fraktionen seit einer Woche ihre Argumente über Pressemitteilungen aus. Auslöser war die Bestätigung einer Recherche unserer Zeitung durch OB Max Gotz (CSU), im Zuge des Neubaus der Erdinger Feuerwache an der Anton-Bruckner-Straße sei es denkbar, das TSV-Stadion abzureißen. So könnte auch der Volksfestplatz erweitert werden, während ein paar Meter weiter im neuen Gerd-Vogt-Sportpark demnächst ausreichend (Ersatz-)Flächen zur Verfügung stehen werden. Die eiskalt erwischten Vereine, die das Stadion nutzen, sind vor den Kopf gestoßen.

Nun hat sich auch die SPD-Fraktion in die Debatte eingeschaltet – mit einer Stellungnahme von Vorsitzendem und Feuerwehrreferenten Alexander Gutwill, die ihm Ärger einbringen dürfte. Er, erst seit einem Jahr im Stadtrat, spickt seine Erklärung nämlich mit noch vertraulichen Interna einer Vorbesprechung der Preisrichter vor dem städtebaulichen Wettbewerb für das Fliegerhorstgelände.

Dabei dürfte es Gutwills Anliegen gewesen sein, die Wogen zu glätten. „Leider wird von interessierter Seite die Behauptung aufgestellt, durch die neue Feuerwache würden Verkehrsübungsplatz und Erdinger Stadion ersatzlos verschwinden“, kommentiert er die Debatte. Dies, so Gutwill weiter, sei „aber mitnichten der Fall“. Denn der „städtebauliche Wettbewerb für das Fliegerhorstgelände sieht explizit vor, ein neues, modernes Stadion, einen Verkehrsübungsplatz und einen vergrößerten Festplatz zu berücksichtigen“. Darüber war in der bisherigen Debatte mit keiner Silbe die Rede. Gotz hatte nur angedeutet, dass es wieder einen Verkehrsübungsplatz geben werde.

Recherchen unserer Zeitung haben ergeben, dass sich die Planer in der Tat Gedanken über einen neuen Messe- beziehungsweise Festplatz machen sollen – wo auch immer auf dem Fliegerhorstgelände. Dem Vernehmen nach geht es um eine Fläche von etwa 35 000 Quadratmetern plus 15 000 Quadratmeter Abstell- und Lagerfläche, 10 000 Quadratmetern Erweiterungspotenzial und 3500 Parkplätze.

Auch ein neues Stadion soll im Zuge der Generalplanung berücksichtigt werden – mit Laufbahn, überdachter Zuschauertribüne, 1000 Sitz- und 4000 Stehplätzen, Vereinsheim, Umkleiden und Gaststätte.

Der Auslobungsentwurf beinhaltet nach Informationen unserer Zeitung neben einem Museumsdepot, einer Grundschule und einer Kita mit Krippe, Kindergarten und Hort auch einen neuen Fahrrad-Übungsplatz, etwa 5000 Quadratmeter groß, mit Schulungs- und Abstellraum.

Über die Feuerwehr-Standortfrage zeigt sich Gutwill „erstaunt“. Sie sei wiederholt geführt worden, „ohne dass es grundsätzliche Einwände gegen eine Verlegung an die Anton-Bruckner-Straße gegeben hätte“. Die Feuerwehr Erding benötige ein neues Gerätehaus. Laut Gutwill „steht die SPD uneingeschränkt hinter dem Standort“.

Klar ist, die Infrastruktur im Fliegerhorst wird erst mittel- bis langfristig zur Verfügung stehen. Die Bundeswehr zieht Ende 2024 ab. Ein altgedienter Stadtrat ist überzeugt, „dass vor 2028 bis 2030 keines der genannten Projekte realisiert sein dürfte“.

Das deckt sich mit den Äußerungen von CSU-Fraktionschef Burkhard Köppen. Er hatte zu Wochenbeginn erklärt, für eine Stadion-Debatte sei es viel zu früh. In erster Linie gehe es um die beiden Feuerwehrhäuser, die im Laufe dieser Legislaturperiode (bis 2026) stehen sollen. Davon sei das Stadion im ersten Schritt nicht tangiert.

ham

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