Straßennamen im Baugebiet südlicher Thermengarten 

Erding ehrt Max Mannheimer, Edeltraud Huber und Theresia Gerhardinger

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Erding – Häuser stehen noch keine im Baugebiet südlicher Thermengarten im Westen Erdings. Aber Straßennamen gibt es schon. Die Stadträte im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss folgten in ihrer Sitzung am Dienstagabend dem Wunsch von Oberbürgermeister Max Gotz (CSU), eine der vier Erschließungsstraßen nach Max Mannheimer zu nennen.

Auch die Erdinger Lebenshilfe-Gründerin Edeltraud Huber und Ordensschwester Theresia Gerhardinger werden bedacht. Wie die vierte Straße heißen wird, steht noch nicht fest.

„Alle Vorschläge sind für mich unstrittig“, erklärte Gotz zu den Wortmeldungen aus den Fraktionen. Die Vorschläge Max Mannheimer und Theresia Gerhardinger stammten aus der Verwaltung. Der OB hatte sich schon kurz nach Mannheimers Tod vergangenen September für eine Ehrung des Holocaust-Überlebenden durch einen Straßennamen ausgesprochen.

Edeltraud Huber brachte Petra Bauernfeind (Freie Wähler) ins Spiel. Horst Schmidt (SPD) wollte Sophie Scholl, Mitglied der Weißen Rose, nicht vergessen. Burkhard Köppen (CSU) erinnerte daran, dass auch Hans Scholl, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber dieser studentischen Widerstandsgruppe angehörten, nur nicht so bekannt seien.

Mannheimer (1920-2016) war Zeitzeuge der Nazi-Gräuel. Bis ins hohe Alter besuchte er Schulen – auch im Landkreis, erzählte aus seinem Leben und warnte vor den Gefahren des Totalitarismus.

Mutter Theresia von Jesu Gerhardinger (1797-1879) ist Gründerin des Ordens der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau und damit auch des Klosters Heilig Blut, der heutigen Mädchenrealschule. Bürgerlich hieß sie Karolina Gerhardinger. Während Jakob Mittermeier (CSU) den „enormen Bezug zu Erding“ betonte, fand Johanna Heindl (Freie Wähler) „den Zusammenhang nicht so groß“. Allerdings sei sie auch nicht in Erding zur Schule gegangen. Sie erinnerte vielmehr daran, dass Karl Käser einen Straßennamen verdient hätte. Schließlich habe er die Stadt reich beschenkt.

Schließlich brachte Gotz die Stadträte – bis auf Heindl – mit einem Kunstgriff unter einen Hut. Die Straßen werden nach Theresia Gerhardinger, Max Mannheimer und Edeltraud Huber benannt. Die Mitglieder der Weißen Rose will man später berücksichtigen, wenn Namen für mehrere Straßen in einem Quartier gesucht werden.

Der Bebauungsplan für das große Areal, das der Stadt und einem Privateigentümer gehört, wird derzeit erarbeitet. Stadtbaumeister Sebastian Henrich kündigte die erste Auslegung noch vor den Sommerferien an. Auf ihrem Grund will die Stadt gemeinsam mit Baugenossenschaft und landkreiseigener Wohnungsbaugesellschaft günstigen Wohnraum schaffen.

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