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Freuen sich über den Erfolg: Glasergeselle Marcel Berger und sein Lehrherr Josef Hochholzer. 

Für ein Glasklavier gab es keine Zeit

Ein Klavierhocker aus Glas – Traumnote für Gesellenprüfung

Zwei Azubis einer Erdinger Glaserei haben ihre Gesellenprüfungen bestanden. Marcel Berger fertigte einen Glas-Klavierhocker.

Erding – In der Glaserei Hochholzer haben heuer zwei Auszubildende mit großem Erfolg ihre Gesellenprüfung bestanden. Marcel Berger erhielt für seinen Klavierhocker aus Glas eine glatte Eins.

Hauptbestandteil der Arbeit ist – wie sollte es ander sein – Glas. Die Mechanik besteht aus Metall, erzählt der 20-Jährige. Stabilisiert wird das Sitzmöbel durch eine Bodenplatte aus Holz. Wie kommt man auf solch ein außergewöhnliches Werk? „In der Berufsschule wurde mir empfohlen, irgendwas zu machen, das ich später auch benutzen kann“, erzählt Berger. Und: „Ich spiele seit 15 Jahren Klavier. Ein ganzes Instrument aus Glas war angesichts der 32 Stunden Prüfungszeit aber utopisch. Da hat sich der Hocker angeboten.“

„Etwas selbst erschaffen“

Inspiration zu seiner Berufsausbildung bekam der Hallbergmooser im elterlichen Betrieb für Sonnen- und Wetterschutztechnik: „Ich habe da in den Ferien immer mitgearbeitet, und Glasdächer zu bauen, hat mir besonders Spaß gemacht. Nach dem Abitur wusste ich dann nicht so wirklich, was ich machen soll, und weil mich Glas einfach schon immer interessiert hat, habe ich eine Lehre zum Glaser angefangen.“

Dabei gefällt Berger vor allem, „etwas selbst erschaffen und gestalten“ zu können. Das findet auch sein Lehrherr, Glasermeister Josef Hochholzer aus Erding: „In dieser Ausbildung wird die Materie Glas wirklich von A bis Z behandelt. In drei Jahren lernen die Auszubildenden alles über Herstellung, Verarbeitung und Verwendung von Glas. Wenn man, wie Marcel Berger, das Abitur gemacht hat, dauert es sogar nur zwei Jahre.“

Hochholzer selbst hat seit 1986 zwölf Lehrlinge ausgebildet und sagt: „Der Beruf ist einfach eine Nische der Arbeitswelt. Deshalb gibt es auch nicht so viele Azubis. Aber die, die wir haben, übernehmen wir in der Regel alle.“ Das trifft auf den zweiten Lehrling Benedikt Dangl zu. Er wird nun als Geselle weiter in der Glaserei Hochholzer arbeiten. Berger dagegen hat andere Pläne: „Der Beruf ist mir einfach zu praktisch. Mir fehlt der akademische Teil bei meiner Arbeit. Deshalb beginne ich im Oktober ein Architekturstudium. Das ist für mich also quasi eine Weiterbildung zum Glaser.“

Olivia Rademacher

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