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Im Arbeitsraum Rudolf L. Reiters (v. l.): Hans Peis (in Vertretung des Landrats), Manfred Trautmann, Hamit Ataseven, Victoria Reiter, Pfarrer Martin Garmaier und Oberbürgermeister Max Gotz.

Tochter öffnet die Galerie des verstorbenen Künstlers

Ein Raum in Gedenken an Rudolf L. Reiter

Der Arbeitsraum Rudolf L. Reiters wird als Gedenkort zugänglich gemacht. Tochter Victoria hat „viel vor“, unter anderem werden limitierte Kunstkalender angeboten.

Erding – Unter dem Motto „In Memoriam“ ist bei einem Gedenkabend für den vor vier Monaten verstorbenen Künstler Rudolf L. Reiter die Stätte seines Wirkens eröffnet worden. Tochter Victoria Reiter und ihr Ehemann Hamit Ataseven haben den im Keller befindlichen Arbeitsraum Reiters, Am Rätschenbach 28, wo er bis zuletzt kreativ war, als Gedenkort zugänglich gemacht.

„Alles ist unverändert“, informiert die Tochter. So sieht man in dem rund 25 Quadratmeter großen Raum Staffelei und Tische, wo Reiter gemalt hat. Arbeitsgeräte, Pinsel und Farbtöpfe stehen noch an Ort und Stelle. Es riecht nach Farbe und Terpentin. Man könnte meinen, der Künstler habe soeben den Raum verlassen. Auf einem Stuhl hängt Reiters Latzhose, die er beim Arbeiten immer anhatte. Sie ist voller Farbe und hat daher schon Glanz angenommen. Den Raum dominiert ein großformatiges Bild mit informellem Charakter. Es ist das letzte Werk, das Reiter noch vollenden konnte und trägt den Titel „Oh, wie trügerisch sind Weiberherzen“.

Tochter Victoria: „Wir haben viel vor“

Der Erdinger Künstler ist am 26. Juni 2019 im Alter von 75 Jahren nach längerem Krankenhausaufenthalt verstorben. „Nun führen wir gemeinsam das Werk und die Kunstaktion meines Vaters weiter. In der Galerie gibt es viel zu entdecken, und wir haben viel vor,“ sagt Victoria Reiter.

Als Besonderheit läuft derzeit die Aktion „Mit der Seele sehen“, ein Kunstprojekt, das neben anderen zahlreichen Werken im Obergeschoss der Galerie ausgestellt ist. Die drei Leinwände sind verpackt und werden bei ihrer Reise durch Deutschland als nächstes nach Neustadt in der Hallertau kommen.

Reiters Werke auch im Museum Erding

Oberbürgermeister Max Gotz begrüßte die zahlreichen Gäste. Es sei eine schöne Botschaft, dass Künstler nicht vergessen werden, meinte Gotz. Und: „In diesen Räumen hat der Geist von Rudi sein Unwesen getrieben.“ Es sei eine große Herausforderung, das Erbe Reiters nicht nur zu bewahren, sondern auch lebendig zu halten. „Ich werde gerne dazu beitragen, dass es der Familie gelingt,“ sagte der Oberbürgermeister.

Gotz erwähnte auch, dass im Museum Erding Werke Reiters zu sehen sind. Wenige Wochen nach dem Tod des Künstlers war der „Reiter-Raum“ im Museum Erding mit einer neuen Hängung versehen worden. Zehn ausgewählte Kunstwerke spiegeln einen Teil seines umfangreichen und vielgestaltigen Lebenswerks wider. Darunter befinden sich die bekannten Werke „Die Dame von Tivoli“ (1977), „Kreuzigung“ (1995), „Reflexionen“ (2003), „Metamorphosen“ (1995) und das großformatige „Genesis“ aus dem Jahr 1996.

Limitierte Jahreskalender im Angebot

Zum Programm des Abends gehörte auch eine Gedenkrede von Pfarrer Martin Garmaier. Autor Manfred Trautmann las unter anderem ein Gedicht zur Erinnerung an Hilde Reiter, die verstorbene Frau des Künstlers. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Barbara Pöschl-Edrich an der Harfe.

Ab sofort können zwei limitierte Jahreskalender 2020 mit Werken des Künstlers bestellt werden. In einem Kalender sind Bilder zum Thema „Landschaft“ zusammengestellt. Im anderen sind zwölf Monatsblätter mit informellen Motiven zu sehen. Beide Kalender haben die Auflage von 50 Stück, es gibt sie in den Formaten DIN A3 und DIN A2.

Öffnungszeiten...

... des Gedenkraums sind: Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Zudem ist die Galerie während der „Langen Nacht der Museen“ am 29. November geöffnet. Die Galerie hat die Adresse Am Rätschenbach 28, ist aber nur über das Rückgebäude Am Mühlgraben erreichbar.  

Peter Bauersachs

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