1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

Nur die Eisbahn bleibt stehen

Erstellt:

Von: Hans Moritz

Kommentare

erding-absage-christkindlmarkt
Fast alle Vorbereitungen waren umsonst. Der Erdinger Christkindlmarkt ist abgesagt. Immerhin: Die Kunststoff-Schlittschuhbahn bleibt – für Kinder bis zwölf Jahre und Schulklassen. Die Hütten werden wieder abgebaut. © Hans Moritz

Nun also doch: Auch in der Erdinger Innenstadt wird es heuer keinen Christkindlmarkt geben. Die Entscheidung fiel am Freitag um 8 Uhr im Rathaus.

Erding - Damit kam OB Max Gotz dem Ministerpräsidenten etwa fünf Stunden zuvor. Markus Söder verkündete in einer Pressekonferenz verschiedene Einschränkungen für den gesamten Freistaat – unter anderem die Absage aller Weihnachtsmärkte.

In Erding sind wegen der stark steigenden Corona-Zahlen auch der Kathreinmarkt an diesem Sonntag sowie der verkaufsoffene Sonntag gestrichen, der für den 1. Advent, 28. November, geplant war. Zudem geht man im Rathaus nicht davon aus, dass an Silvester die Lasershow auf dem Schrannenplatz stattfinden kann. Immerhin: Kinder bis zwölf Jahre und Schulklassen sollen die Schlittschuhbahn auf dem Schrannenplatz nutzen können.

Marcus Bank, der in Erding für die Organisation der Märkte verantwortlich ist, sagte unserer Zeitung, dass man mittlerweile vier Konzepte erarbeitet habe. Wegen der sich ständig ändernden gesetzlichen Lage habe man sie laufend aktualisiert.

Begonnen hatte man mit 3G, also Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete. Am Ende war man bei 2Gplus angelangt. Nur Geimpfte und Genesene mit aktuellem negativen Test hätten aufs Gelände mit Zugangskontrollen und Sicherheitsdienst gedurft. Dann, so Bank, hätte man das Problem gehabt, „dass wir Kinder von 12 bis 18 sowie ungeimpfte Schwangere und Stillende hätten abweisen müssen“. Denn für diese Gruppen gilt eine Impfempfehlung der Stiko. Ärger wäre programmiert gewesen.

Laut Bank waren 17 Buden auf dem Kleinen Platz und dem Schrannenplatz geplant, Essensstände ebenso wie Kunsthandwerkliches. Nun müssen die Buden wieder abgebaut werden. Dabei hatte OB Max Gotz (CSU) noch vorige Woche erklärt, man halte am Christkindlmarkt fest. „Man kann nicht alles absagen“, hatte er unserer Zeitung gesagt.

Noch Mitte der Woche hatte Söder eine generelle Absage mit dem Hinweis ausgeschlossen, dafür gebe es „keinen rechtlichen Rahmen“. Möglich seien Maskenpflicht, Zugangskontrollen, Gastro-Inseln und große Abstände, damit es zu keinen Menschenansammlungen kommt. In der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag wurde zwar kein generelles Verbot beschlossen. Nun hat die Staatsregierung aber für ganz Bayern die Notbremse gezogen.

Für die Standbetreiber ist die Absage ein herber Schlag. Sie hatten bereits Ware geordert. Es wäre aber ohnehin einer von wenigen Christkindlmärkten in ganz Oberbayern gewesen. Damit hätte das Risiko bestanden, vor allem an den Wochenenden überlaufen zu werden.

Gotz sagte unserer Zeitung: „Die Entscheidung schmerzt mich sehr, aber uns bleibt nichts anderes übrig.“ Man müsse einer „großen Verantwortung gerecht werden“, sagte er mit Blick auf das Klinikum mit seiner vollen Intensivstation. Bei 2Gplus wäre auch der Aufwand sehr groß gewesen. „Wir hätten ein großes Testzelt aufstellen müssen.“ Dennoch sei es richtig gewesen, bis zum Schluss zu warten.

Verärgert zeigt sich Gotz über die Debatten in den Sozialen Medien. „Wir handeln nicht verantwortungslos. Unser Ziel war, ein bisschen Normalität zu erhalten.“

Ob es heuer in Erding wieder einen Drive-In-Christkindlmarkt geben wird, ist eher unwahrscheinlich. Bislang ist im Rathaus jedenfalls kein Antrag eingegangen, berichtet Bank.

ham

Auch interessant

Kommentare