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Die Gründungsurkunden unterschrieben haben (vorne, v.l.) Reinhold Preißler von der Deutschen Stiftungstreuhand, Landrat Martin Bayerstorfer und Joachim Sommer, Vorstandvorsitzender der Sparkasse Erding-Dorfen, sowie weitere Stifter. 

Erste Bürgerstiftung im Landkreis in Gründung

250 000 Euro zum Wohl der Bürger

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Die erste Bürgerstiftung im Landkreis Erding ist auf dem Weg. Zur Unterzeichnung der Gründungsurkunde trafen sich Gründungsstifter und Zustifter am Dienstag. Das Stiftungskapital beträgt laut einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt 250 000 Euro.

Erding–  Der Anteil privater Zustifter liege bei 100 000 Euro, die Sparkasse steuere 150 000 Euro bei. Das Anfangskapital ist unantastbar. Nur Erträge aus dem Vermögen und Spenden werden zur Förderung sozialer Projekte eingesetzt. Daher sind die Macher der Bürgerstiftung weiterhin auf der Suche nach Spenden und Zustiftern.

Doch es brauche nicht alleine „Geldstifter“ – „wir brauchen auch Ideengeber und Zeitspender“, sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) bei der Vorstellung der Initiatitive am Mittwoch in der öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses. Denn die Bürgerstiftung biete ideale Möglichkeiten, sich miteinander fürs lokale Gemeinwohl zu engagieren. Der Förderzweck habe eine große Bandbreite. Soziales, Kultur, Umweltschutz, alles sei möglich, erklärte der Landrat – „aber ausschließlich Projekte für Bürger aus dem Landkreis Erding“„

Die Idee gebe es seit Jahren, berichtete Bayerstorfer, der nicht in seiner Funktion als Landrat, sondern als Privatstifter beteiligt ist. Konkrete Züge nahm dieses Vorhaben im Januar 2019 an, als sich Vertreter der Stiftergemeinschaft der Sparkasse Erding-Dorfen, Bayerstorfer und erste Gründungsstifter an einen Tisch setzten, um die Umsetzung zu erarbeiten.

Es gehe darum, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, bei Notlagen in die Bresche zu springen und Projekte zu ermöglichen, für die andere Akteure keine Mittel bereitstellen. „Wir wollen dort, wo andere soziale Einrichtungen, Vereine, Initiativen oder die Gemeinden an ihre Grenzen stoßen, eine Lücke schließen“, erläutert Bayerstorfer das Ziel der Stiftung. Drängende soziale Probleme sollen bekämpft und somit die Lebensqualität vor Ort weiter erhöht werden.

Helga Stieglmeier (Grüne) stieß in der Sitzung eine Debatte an. „Ich hätte schon ein Problem, wenn die FMG personell im Stiftungsrat vertreten ist“, erklärte sie. Schließlich seien der Landkreis und der Flughafen-Betreiber politisch in Sachen dritter Startbahn unterschiedlicher Meinung. Ihre konkrete Frage nach Namen im Stiftungsrat beantwortete Bayerstorfer in der öffentlichen Sitzung nicht – da war Jochen Flinner von der FMG neben Bauunternehmer Georg Scharl, Michael Utschneider von der Sparkasse und Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger bereits als Stiftungsrat gewählt. Die Stiftung sei „bewusst keine politische Veranstaltung“, so Bayerstorfer. Eine Bevormundung durch den Kreistag sei da fehl am Platz. „Wer stiftet, kann personell vertreten sein“, sagte er. Weitere Vertreter aus dem Kreis der Stifter und ein Kreisrat werden noch in den Stiftungsrat gewählt. ta

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