Die Erweiterung des AFG entsteht in zwei Abschnitten an der Ecke Parkstraße/Münchener Straße. Zunächst wird bis 2022 die Dreifachhalle realisiert (rot), danach folgt das Unterrichtsgebäude (gelb).

Kreistag gibt Grünes Licht für Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums

Ein Hartplatz auf dem Turnhallendach

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Diese Sportanlage wird ihresgleichen suchen: Am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) entsteht in einer platzsparenden Architektur eine tiefergelegte Dreifachturnhalle, auf deren Dach ein Hart- beziehungsweise Trainingsplatz draufgesattelt wird. Der Lärmschutz erfolgt über eine vier Meter hohe Glasumrandung.

Erding - Die Pläne für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt, das laut Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) 2022 eröffnet werden soll, stellte am Mittwoch Architekt Martin Kopp vom Büro F64 vor. In einem zweiten Bauabschnitt entsteht neben der Dreifachhalle an der Parkstraße ein zusätzliches, dreigeschossiges Unterrichtsgebäude. Beide Komplexe werden durch ein Treppenhaus mit Lift verbunden. Sie sind trotz der Versenkung des Basisgeschosses barrierefrei. Der Kreis-Bauausschuss segnete die Planung ab.

Kopp und Matthias Huber von der Liegenschaftsverwaltung erklärten, dass die bestehenden Sportanlagen am AFG während der Bauzeit genutzt werden könnten. Denn zunächst werde nur eine der drei veralteten Einzelhallen abgerissen, um der Dreifachhalle Platz zu machen. „Erst danach kommen die beiden anderen Hallen weg. Dort entsteht später der Anbau“, sagte Kopp. Auf Nachfrage Bayerstorfers sicherte der Planer auch zu, dass die bestehenden Freisportflächen während der mehrjährigen Bauzeit beider Komplexe zumindest teilweise genutzt werden könnten. Unterrichtsausfall solle es deswegen nicht geben.

Eigener Eingang für Vereine

Die Vereine werden Kopps Angaben zufolge einen eigenen Eingang erhalten, der über Heilig Blut erfolgt. Der Hallenboden liegt unter der Erdoberfläche. Die nord- und Südfassaden werden in Glas ausgeführt, wobei Kopp versicherte, dass für eine wirksame Verschattung an der Fassade gesorgt werde. Die Halle wird L-förmig von mehreren Umkleiden, Toiletten und einem Kraftraum gesäumt, ein Gang trennt diese Bereiche von der Halle. Auf Wunsch der Schule wie der Vereine wird es keine separaten Turn-/Straßenschuh-Bereiche geben.

Weil der Funktionstrakt unterirdisch angelegt ist, kann der Hof darüber wie bisher genutzt werden, etwa in den Pausen.

Auf dem Dach entsteht ein Trainingsplatz. Der Architekt erklärte auf Anfrage von Rudi Waxenberger (CSU), dass der Tartanboden minimal geneigt sei, sodass das Regenwasser abfließen könne. Drumherum läuft eine vier Meter hohe Bande aus Glas, damit die Nachbarn nicht dauerbeschallt werden. Dieser Platz dient dem Schul-, nicht dem Vereinssport.

Im zweiten Abschnitt entsteht ein weiteres Schulgebäude

Günther Kuhn (Grüne) erkundigte sich nach dem finanziellen Engagement der Stadt. Darüber werde noch verhandelt, berichtete Bayerstorfer. Die Dreifachhalle wird laut Kopp weder Bühne noch Tribüne aufweisen, „weil der Schwerpunkt auf dem Schul- und Vereinssport liegt“, so der Architekt.

Noch keinen Zeitplan gibt es für den Erweiterungsbau, der vor allem wegen der Rückkehr des G9 (Abitur nach 13 Schuljahren) erforderlich ist. Diesen entwirft Architekt Wendelin Burkhardt, dessen Handschrift auch das Korbinian-Aigner-Gymnasium trägt. Hier sind noch einmal mindestens zehn Millionen Euro kalkuliert. Die Architekten erklärten, beide Komplexe würden in energiesparender Passivhausbauweise realisiert.

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