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Diese Balken zeigen: Den Bürgern im Landkreis Erding liegt die Zukunft der EU am Herzen. Vor allem die um 21 Prozent gestiegene Wahlbeteiligung sticht ins Auge.

Grüne auf Höhenflug, CSU solide an der Spitze, SPD im Abwärtsstrudel

Europawahl: Sensationelle Wahlbeteiligung im Landkreis Erding

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Die Europawahl hat im Landkreis Erding voll eingeschlagen. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,3 %.

Erding –  Von solchen Wahlbeteiligungen konnten Politiker bis vor kurzem nur träumen. 63,3 Prozent der 99 997 Wahlberechtigten im Landkreis Erding haben am Sonntag ihr Kreuzerl gemacht. Bei der vorangegangen Europawahl war der Wert deutlich niedriger (aktuelle Ergebnisse und Vergleich mit 2014 siehe Grafik). Und sogar bei der traditionell deutlich stärker wahrgenommenen Kommunalwahl waren es 2014 nur 58,5 Prozent.

Die CSU hat im Vergleich zu 2014 leicht verloren, liegt in der Wählergunst aber unangefochten vorne. Landrat Martin Bayerstorfer zeigte sich „sehr zufrieden“. Denn im Vergleich zur Landtagswahl 2018 (37,9 %) habe die CSU „ein deutlich besseres Wahlergebnis“ eingefahren, erklärte der frisch wiedergewählte Kreischef. Für das gute Abschneiden auch im bayerischen Vergleich bedanke er sich bei den Wählern. Die hohe Wahlbeteiligung sehe er positiv, allerdings auch in einem Trend mit anderen Wahlen, bei denen wieder mehr Menschen an die Urnen gegangen seien. 

CSU-Erfolg bei der Europawahl durch „Manfred-Weber-Effekt“

„Ich bin total zufrieden mit dem Wahlergebnis“, erklärte Angelika Niebler. Die hohe Wahlbeteiligung zeige, „dass die Menschen Europa ernst nehmen“. Die Vaterstettenerin, die seit 1999 im Europäischen Parlament ist, freut sich auf den Wiedereinzug. Die CSU-Ergebnisse für ihre Heimatregion seien „besser als der Bayern-Trend“, freut sich die 56-Jährige. Dabei schneide die CSU ohnehin um Längen besser ab als ihre Schwesterpartei CDU. „Wir hatten den Manfred-Weber-Effekt. Das hat in Bayern schon gezogen, dass ein Bayer als Kommissionspräsident kandidiert“, sagte Niebler.

Die Christsozialen müssten aber auf den Höhenflug der Grünen reagieren, meinte Niebler: „Man muss sich schon überlegen, wie man die Jüngeren wieder anspricht. Wir sind Volkspartei und wollen alle ansprechen.“

Grüne in Hochstimmung

„Große Freude!“, lautete entsprechend Helga Stieglmeiers Kommentar. Die Kreissprecherin der Grünen feiert das Plus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zu 2014 und auch die enorm gestiegene Wahlbeteiligung. „Das Thema Klimaschutz hat in der Gesellschaft an Relevanz enorm zugelegt, und wir sind – nicht nur in Wahlkampfzeiten – eine aktive pro-europäische Partei“, erklärte die Erdingerin.

CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz bezeichnete die Grünen in seinem Statement sogar als „Hauptkonkurrenten“. Bei aller Freude über die Stärke seiner Partei werde aber „für die Große Koalition das Arbeiten nach dem schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten jetzt sicher nicht leichter. Es ist niemandem geholfen, wenn die GroKo zerbricht.“

Sprachlosigkeit bei der SPD

„Mir fehlen die Worte“, sagte die Ebersberger SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher über den weiteren Absturz ihrer Partei. Man erreiche die Menschen nicht mehr, „unsere Themen berühren sie nicht“. Auch der Erdinger SPD-Kreisvorsitzende Martin Kern bezeichnete das Ergebnis als traurig. „Aber damals war es Martin Schulz gelungen, das Thema Europa für die SPD positiver zu besetzen.“

Die Wahlhelfer hatten zu tun. Im Wahllokal Herzog-Tassilo-Realschule waren aktiv (v. l.): Osman Aktas, Bartholomäus Aiglstorfer und Burkhard Köppen.

Wolfgang Kellermann, Kreisvorsitzender der AfD, nannte das Abschneiden seiner Partei „absolut ordentlich: Wir sind die drittstärkste Partei vor den Freien Wählern und der SPD.“ Im Landkreis Erding liege die AfD ein Prozent über dem Bayern-Schnitt. Dass die Partei nicht noch besser abgeschnitten hat, liegt nach Ansicht Kellermann an „permanentem Medien-Bashing“, an politischen Themen dagegen „nur sehr peripher“.

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Rainer Mehringer, kommentierte die 7,3 Prozent für seine Partei ebenfalls sehr positiv. Über die hohe Wahlbeteiligung sagte er: „Die Leute haben gemerkt: Diesmal geht’s nicht um gekrümmte Gurken, diesmal geht’s um Grundsätzliches.“

So läuft die Europawahl in Bayern, Deutschland und der EU:

Hier der Live-Ticker auf merkur.de

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