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Aufs Radl schwingen sich immer mehr Erdinger. Die Stadt hat 2017 ein Programm auferlegt, um Verbesserungen für die steigende Zahl an Radfahrern zu erzielen. Einen spezifischen Unfallschwerpunkt gibt es aber nicht.

Seit 2017 verbessert Erding die Bedingungen für Radler kontinuierlich – Fast 50 Projekte

Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

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Der Stadt Erding geht es wie einem Radfahrer auf einer langen Bergetappe. Sie muss heftig strampeln, um bis 2021 ins Ziel zu kommen. 2017 hat sich Erding auf den Weg begeben, fahrradfreundliche Kommune zu werden. Allmählich gerät der Zieleinlauf ins Visier. Doch bis dahin sind noch einige steile Passagen und enge Kurven zu bewältigen.

Erding - Über den Stand der Umsetzung des fast 50 Projekte umfassenden Maßnahmenkatalogs berichtete Christian Famira-Parcsetich im Verkehrsausschuss des Stadtrats. Die Zwischenbilanz des engagierten Stadtplaners: Von den 47 gemeinsam mit Experten von Polizei, Stadt, ADFC und der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune entdeckten Punkten konnten bereits 17 umgesetzt werden, neun sind in Vorbereitung, drei mussten verworfen werden.

Immer mehr Radler in Erding

Wenn Erding bis 2021 alles abarbeitet, wird sie sich fahrradfreundliche Kommune nennen dürfen. Für OB Max Gotz (CSU) ein wichtiges Anliegen, steigt doch der Anteil der Radler am Gesamtverkehrsaufkommen laufend. Erfreulich auch eine Botschaft Famira-Parcsetichs: Im gesamten Stadtgebiet gibt es keinen fahrradtypischen Unfallschwerpunkt.

Zu den sichtbarsten Errungenschaften gehören mehrere Fahrradschutzstreifen, unter anderem auf der Alten Römerstraße und der Freisinger Straße. Auf der Anton-Bruckner-Straße als Hauptverkehrsachse soll demnächst einer auf den Asphalt gepinselt werden.

Im Ausschuss berichtete Famira-Parcsetich, dass der Winterdienstplan an die Bedürfnisse der (wetterfesten) Radler angepasst werde, so dass etwa Split und Schneereste zügig von den Schutzstreifen geräumt werden.

Immer mehr Fahrradschutzstreifen

Ab dem nächsten Frühjahr sollen alle Radwegrouten sichtbar gemacht und einheitlich beschildert sein, versprach der Rathaus-Mitarbeiter. Bereits abgeschlossen ist die Überprüfung der Verkehrsschilder. „Wir haben 25 Tafeln ersetzt. Alle Einbahnstraßen sind für Radler jetzt in beiden Richtungen offen, auch die Durchlässigkeit von Sackgassen wie an der Dall’ Armi-Straße haben wir gekennzeichnet“, sagte Famira-Parcsetich. Andernorts seien Wegweiser abgebaut werden, sofern diese die Einsicht in Kreuzungsbereiche behindert hätten, etwa am Wasserwerk in Altenerding.

Eigene Umwege für die Radfahrer

Bei größeren und längeren Baustellen gebe es nicht nur für Autofahrer ausgeschilderte Umleitungen, sondern auch eigene für Radfahrer, zuletzt beim Bau des Kreisverkehrs an der Thermenallee. Der neue Parkplatz am Kronthaler Weiher wird nach Angaben Famira-Parcsetichs so beschildert, dass auch die Radfahrer zu ihrem Recht kommen.

700 000 Euro investiert die Stadt Erding, um Kreuzungspunkte fahrradfreundlich umzubauen, unlängst erst wiederum am Thermen-Kreisverkehr.

Nicht zuletzt werden Gefahrenstellen entweder beseitigt oder durch Hinweise abgesichert, etwa durchgezogene Linien vor Pollern oder Sperrpfosten, sofern diese wirklich nötig sind. Das Netz der rot markierten Mündungsquerungen wächst laut Famira-Parcsetich weiter, unter anderem auf der Sigwolfstraße. Wo es machbar ist, senkt die Stadt Bordsteine bei Querungen ab.

Nicht zuletzt gibt es eine erste reine Fahrradstraße. An anderen Strecken stehen Schilder, die auf den Mindestabstand von 1,50 Metern hinweisen, den Autos neben Radlern einhalten sollen. Das wird Petra Bauernfeind (FW) immer noch zu wenig beachtet. Sie sprach sich für einen Aktionstag aus, um die Autofahrer zu sensibilisieren.

Weiter berichtete der Stadtplaner, dass über die Stadt verteilt Fahrradständer aufgestellt würden, um wildes Abstellen zu vermeiden.

Im kommenden Jahr will die Stadt die Abstellanlage am S-Bahnhof Erding erneuern und erweitern. Was den Haltepunkt Altenerding betrifft, ist die Stadt noch in Verhandlungen mit der Bahn. 700 000 Euro sind für beides vorgesehen.

Ebenfalls 2020 möchte die Stadt einen Wettbewerb für die Erweiterung des Radverkehrsnetzplans im Bereich des Fliegerhorsts ausloben.

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