Hans Schmidmayer sen. (†): Der Erdinger engagierte sich im Stadtrat und bei der Feuerwehr.

Früherer Stadtrat und Kommandant 91-jährig gestorben

Feuerwehr und SPD trauern um Hans Schmidmayer sen.

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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SPD und Feuerwehr Erding tragen Trauer: Kurz nach seinem 91. Geburtstag ist am Dienstag Hans Schmidmayer sen. gestorben. In beiden Institutionen gilt der Erdinger als Urgestein.

Erding– Die Politik war dem am 20. Februar 1930 in der Herzogstadt Geborenen in die Wiege gelegt. Sein Vater Hans war von 1948 bis 1966 Bürgermeister der Stadt Erding. Der Sohn trat am 1. Januar 1948 in den SPD-Ortsverein Erding ein. Von 1972 bis 1984 war er Stadtrat. Für seine Verdienste um die Partei verlieh ihm die SPD 2010 die Willy-Brandt-Medaille, die als eine der höchsten Auszeichnungen bei den Genossen gilt.

Schmidmayer, das war zu hundert Prozent die Farbe Rot. Denn nicht minder wichtig als das politische Engagement war ihm die Freiwillige Feuerwehr. Der Erdinger Wehr trat am 1. August 1944 bei.Von 1974 bis 1990 war er deren Kommandant. Seine beiden Ehrenämter verwob er, in dem er im Stadtrat zum Feuerwehrreferenten bestimmt wurde.

„Hans Schmidmayer hat unsere Feuerwehr maßgebend geprägt und zu unserem Wohl entwickelt“, würdigt der heutige Kommandant und Stadtbrandinspektor Markus Gebauer den Verstorbenen. Karl-Heinz Bauernfeind, FW-Bürgermeister von 1990 bis 2008, hat Schmidmayer zwar nicht mehr als Stadtratskollegen erlebt, weiß aber, „dass der Hans ein SPD-Urgestein war und keine Auseinandersetzung mit dem damaligen Bürgermeister Gerd Vogt von der CSU gescheut hat“. Legendär, so Bauernfeind weiter, sei Schmidmayers Einsatz für die Feuerwehr gewesen. „Das war seine große Leidenschaft.“

Damals sei Erding finanziell längst nicht so stark gewesen, „aber Schmidmayer hat sich dafür eingesetzt, dass die Feuerwehr möglichst gut ausgestattet war.“ In bürgerlichen Kreisen in der Innenstadt sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, hier Mitglied zu sein.

Beide Leidenschaften gehören zur DNA der Familie Schmidmayer. Denn auch Sohn Hans engagierte sich in der SPD, im Stadtrat und bei der Feuerwehr. Wie sein Vater war er Kommandant und Feuerwehrreferent. Zudem fungierte er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat als Dritter Bürgermeister.

Als Schmidmayer sen. vor einem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, überreichte ihm Gertrud Eichinger die Ehrenurkunde für 70-jährige Mitgliedschaft in der SPD.

Beruflich war Schmidmayer sen. Drechslermeister. Seine Werkstatt befand sich im Wohnhaus der Familie, wo er bis zuletzt lebte. Sohn Hans erinnert sich, dass hier landwirtschaftlicher Bedarf, Spinnräder, Einrichtungen, Lampenständer und Kunsthandwerk entstanden, aber auch Körbe und Besen.

Als das Drechslerhandwerk an Bedeutung verlor, eröffnete Schmidmayer sen. am Kleinen Platz ein Spielwarengeschäft, in dem er anfangs auch seine Drechsler-Erzeugnisse feilbot. Ein Schwerpunkt des Kaufmanns, wie er sich selbst nannte, waren Modelleisenbahnen und Modellbau. Es gab aber auch eine Abteilung mit Baby- und Kindersachen.

Seine Söhne Hans und Günther holten ihren Vater vergangenes Wochenende aus dem Krankenhaus, damit er in vertrauter Umgebung sterben konnte. Am Dienstag schloss Hans Schmidmayer sen. dann für immer seine Augen. Wenige Stunden zuvor hatte er noch einige Feuerwehrkameraden zu Besuch. „Pfiat’s Euch“ waren einige seiner letzten Worte.

Die Familie lobt das Palliativ Team Erding, das sich zuletzt kompetent und rührend um den Senior gekümmert hatte. Ein Zeitpunkt für die Urnenbestattung Schmidmayers steht noch nicht fest.

ham

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