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Eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsader ist die Flughafentangente (l.) – hier bei Erding-Nord. Allein das geplante Industriegebiet soll 2400 zusätzliche Fahrzeuge am Tag generieren. Dabei ist die Staatsstraße schon heute überlastet. Nun plant das Straßenbauamt einen erweiterten Ausbau auf je zwei Richtungsfahrbahnen. 

Ein Drittel mehr Verkehr – Kreisräte stimmen erweitertem Ausbau auf vier Fahrstreifen zu

FTO: In 15 Jahren 40 000 Autos am Tag

  • Hans Moritz
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Gegen die drei Stimmen von Grünen und ÖDP hat der Verkehrsausschuss des Erdinger Kreistags dem erweiterten Ausbau der Flughafentangente Ost mit großer Mehrheit zugestimmt.

Erding -  Das staatliche Bauamt Freising will schrittweise vorgehen. Die Arbeiten für den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Erding-Mitte und Erding-Süd stehen in den Startlöchern, Baurecht ist bereits vorhanden. Im ersten Schritt wird die Brücke bei Stammham (Moosinning) abgerissen. Der Ausbau findet unter Verkehr statt.

Landrat: Auf der FTO mehr Verkehr als auf so mancher Autobahn

Die FTO ist die am stärksten frequentierte Staatsstraße in Bayern, teils mit mehr Verkehr als auf so mancher Autobahn, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU). Hans Jörg Oelschlegel vom Straßenbauamt berichtete, dass derzeit im Abschnitt zwischen Erding-Nord und der Abzweigung Flughafen bis zu 25 000 Fahrzeuge in 24 Stunden unterwegs seien. Nach einem neuen Gutachten werden es bis 2035 rund 40 000 sein. Am zweithöchsten sei die Frequenz mit täglich 20 000 Autos und Lastwagen zwischen Erding-Nord und Erding-Süd/B 388. Hier sollen es in 15 Jahren bis zu 34 000 sein. Südlich der B 388 wurden bis zu 18 000 Fahrzeuge gezählt, 2035 dürften es um die 23 000 sein.

FTO: Baurecht ist da, noch heuer soll es losgehen - mit einem Abriss

„Aufgrund dieses Gutachtens haben wir uns entschieden, den Ausbau anzupassen – und das zügig“, sagte Oelschlegel. Fernziel seien schon bisher je zwei Richtungsfahrbahnen zwischen der A 92 und Erding-Nord gewesen. Die aktualisierte Planung sieht nun den vierstreifigen Ausbau bis Erding-Süd vor. Danach soll es bis zur Anschlussstelle St. 2082 (Niederneuching) dreibahnig weitergehen, südlich davon wie bisher zweispurig. „Wir gehen davon aus, dass das erst mal reicht“, so Oelschlegel, sicherte aber zu: „Wir werden die Verkehrsentwicklung im Auge haben, um eventuell weitere Ausbauschritte zu erwägen.“ Das forderte auch Thomas Gneißl (FW).

Los geht der Ausbau zwischen Erding-Mitte und Erding-Süd – wie geplant dreispurig. Wie berichtet, soll in jeder Richtung ein 800 Meter langer Überholstreifen geschaffen werden. Später werden es dann vier Spuren sein.

Manfred Lex: Bitte komplett vierspurig

Weiter geht es im Abschnitt zwischen Erding-Nord und der Abzweigung Flughafen, in dem zwischen 2022 und 2025 zwei weitere Spuren gebaut werden sollen. In der Folge geht es dreispurig zwischen Erding-Nord und Erding-Mitte weiter, laut Oelschlegel ab 2026. Schritt vier ist die Verbreiterung der FTO zwischen der Abzweigung Flughafen und der A 92. Danach sind der vierspurige Ausbau zwischen Erding-Mitte und der B 388 sowie der dreibahnige zwischen der B 388 und der Anschlussstelle Niederneuching dran.

FTO hat beim Freistaat hohe Priorität

„Die Bagger sollen jedes Jahr rollen, die FTO hat beim Freistaat Bayern hohe Priorität“, sagte Oelschlegel – auch um die Unfallzahlen in den Griff zu bekommen. Das fast durchgängige Überholverbot habe seine Wirkung entfaltet. Die Verkehrsader soll nur kurz gesperrt werden, etwa für den Brückenabbruch bei Stammham bloß ein Wochenende. „Mit acht Metern ist die FTO ausreichend breit, um unter Verkehr arbeiten zu können“, so Oelschlegel.

Ulrike Scharf hat sich für Ausbau stark gemacht

Ulrike Scharf (CSU), die sich bei der Staatsregierung wiederholt für einen größeren Aufschlag eingesetzt hatte, sagte, sie freue sich, dass die Straße nun endlich ertüchtigt werde. Sie fragte nach, ob es für den vier- statt dreispurigen Ausbau tatsächlich eines komplett neuen Planungsverfahrens bedürfe. Oelschegel antwortete, ein Teil der bisherigen Vorbereitung werde man nutzen können. Das spare Zeit.

Erdings OB Max Gotz (CSU) erhielt die Auskunft, dass in der Prognose die Einschleifung der geplanten Erdinger Nordumfahrung ebenso berücksichtigt sei wie die geplanten Gewerbegebiete. Manfred Lex (CSU) war das immer noch zu wenig. „Letztlich brauchen wir vier Spuren auf voller Länge.“

Grüne würden Verkehr lieber umlenken - aber auf welchen Straßen?

Wolfgang Fritz (Grüne) fragte, ob man nicht mit digitaler Verkehrslenkung die Belastung reduzieren könnte. Das verneinte Oelschlegel mit Hinweis auf fehlende Ausweichrouten. Auch Stephan Treffler (ÖDP) stimmte dagegen. Sein Credo: „Durch den Straßenbau ziehen wir noch mehr Verkehr an.“

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