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Große Freiflächen-Fotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutzter Fläche gibt es im Landkreis bereits – etwa bei Niederding nahe des Mittleren Isarkanals. 

SPD will Solarenergie auf landwirtschaftlichen Flächen ausbauen

Aus eins mach zwei: Unten Acker, oben Energie

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Aus eins mach zwei: Die Kreistags-SPD kann sich gut vorstellen, Ackerflächen doppelt zu nutzen – am Boden Landwirtschaft und darüber Energiegewinnung aus der Sonne. Für solche Klimaschutzprojekte gibt es jetzt mehr Geld vom Bund, erklärte SPD-Kreisrätin Gertrud Eichinger im Umweltausschuss des Kreistags.

Erding –  Sie berichtete, dass der Bundestag im Zuge des Konjunktur- und Zukunftspakets zusätzlich 100 Millionen Euro für den kommunalen Klimaschutz zur Verfügung stelle. Nicht nur das. Darüber hinaus, so die Finsingerin weiter, würden die Beratungsleistungen für Förderanträge ausgebaut, um Rathäuser und Kreisverwaltungen zu entlasten.

Diese Chance will Eichinger nicht ungenutzt verstreichen lassen. Sie schlug das Projekt „Fotovoltaik und landwirtschaftliche Nutzung auf einer Fläche“ vor. „So könnte klimaneutral und lokal Energie erzeugt werden, ohne der Landwirtschaft wertvolle Nutzfläche zu entziehen.“ Im Gegenteil: „Für die Landwirte wäre die Energiegewinnung eine weitere Einnahmequelle“, warb Eichinger.

Zudem sei es es kein kleiner Schritt, um das Klimaschutzziel zu erreichen, ab dem Jahre 2050 weitgehend klimaneutral zu sein. „Dachflächen-Fotovoltaik und Windkraft reichen dafür nicht aus“, meinte sie.

Der Landkreis sollte hier schon deswegen aktiv werden, weil diese Form der doppelten Bewirtschaftung noch relativ neu sei und wenig Erkenntnisse vorlägen. Zu klären sei insbesondere, was baulich möglich sei, um Landwirtschaft auf derselben Fläche zu betreiben, was angebaut werden könnte, und ob das Regenwasser der Fotovoltaik gesammelt und genutzt werden könnte.

Als Projektpartner sieht Eichinger aktive Landwirte, den Bauernverband, die Landwirtschaftsschule, die Hochschule Weihenstephan und die landkreiseigene Energie Vision Erding (EVE).

Landrat Martin Bayertorfer (CSU) erklärte dazu, Freiflächen-Fotovoltaik gebe es im Landkreis bereits – etwa in Niederding und in Kirchasch. Er hält es für sinnvoll, sich mit dem Förderprogramm des Bundes auseinanderzusetzen. „Die EVE kann sich ein solches Vorhaben durchaus vorstellen“, berichtete der Landrat.

Skeptisch zeigte er sich, ob sich Ackerbau und Energieerzeugung an gleicher Stelle vereinbar ließen. „Die Anlagen müssten schon sehr hoch aufgeständert sein, damit die Flächen etwa mit Schleppern bearbeitet werden können“, sagte der praktizierende Landwirt.

Zudem gebe es baurechtliche Schwierigkeiten. Derzeit sei Freiflächen-Fotovoltaik nur auf per se nutzlosen Flächen zulässig, etwa an Bahndämmen und Autobahn-Böschungen.

Monika Wenger (Grüne) sah es nicht ganz so rigoros. „Diese Form der Doppelbewirtschaftung gibt es bereits, etwa beim Kartoffelanbau.“ Dazu fänden wissenschaftliche Studien statt.  ham

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