+
Alles echt: Aaron Brooks ist die Verkörperung eines 70er-Jahre-Rockmusikers. 

Konzert auf dem Sinnflut-Festival

Rock-Musiker Aaron Brooks - Ein Leben wie eine Hippie-Legende

  • schließen

Erding – Es klingt wie ein Rock’n’Roll-Märchen: Junge Band spielt sich in einem New Yorker Club die Seele aus dem Leib. Gäste aus Europa bieten an: „Kommt zu uns. Wir managen und sorgen für euch.“ Und tatsächlich: Die vier Rocker aus Akron, Ohio, ziehen auf einen Einödhof in der Hallertau und erobern von Bayern aus die Bühnen in ganz Europa. Was wie gut erfunden klingt, ist die echte Lebensgeschichte von Aaron Brooks. Am heutigen Dienstag spielt er mit seiner aktuellen Band auf dem Sinnflut-Festival.

„Wir hatten geplant, drei oder sechs Monate zu bleiben – aber ich bin immer noch da“, erzählt der Sänger, Songwriter und Gitarrist – auf Englisch: Seine Fans und Freunde machen es ihm leicht, der 37-jährige Amerikaner kann sich mit ein paar Brocken Bayerisch durchschlagen. Dabei war sein Umzug mit „Simeon Soul Charger“ in die Nähe von Nandlstadt bereits 2011.

Fünf Jahre später löst sich die US-Band auf, kurz zuvor war Lead-Sänger Brooks ausgestiegen. „Wegen einer psychischen Erkrankung“, gibt er freimütig zu. Er zieht mit seiner damaligen Freundin nach Berlin, muss dort dann aber sogar stationär behandelt werden. „In dieser Zeit habe ich erst überhaupt keine Songs geschrieben.“ Doch dann beginnt der kreative Prozess von Neuem. „Als ich eine solide Sammlung beisammen hatte, bin ich von Berlin zurück nach Bayern getrampt.“

In der Freisinger Musik-Szene fängt es rund um den Sänger der Extraklasse schnell wieder zu brodeln an. Brooks versammelt eine fähige Band um sich, das Label Gentle Art Of Music nimmt den Künstler unter Vertrag. Das Ergebnis ist das Album „Homunculus“, aufgenommen in den Farmlands-Studios in Attaching. Psychedelic Rock – kraftvoll, düster, opulent arrangiert, getragen von Brooks’ tiefer Stimme. In den Songs verarbeitet er seinen Weg zurück aus einem tiefen schwarzen Loch, sagt dem oberflächlichen Konsum den Kampf an und feiert das wilde Leben.

Seit der Veröffentlichung des Albums im Jahr 2018 tourt der Amerikaner, der immer mal wieder bei Freunden in und um Freising seine Zelte aufschlägt, unermüdlich. Belgien, Tschechien, Frankreich, Polen, London – quer durch Europa ging es bereits, mal solo, mal mit der Band, in der häufig auch Sandra Rieger, die Konzertmeisterin von Violinissimo, mitspielt.

Aaron Brooks setzt auf seine Kunst – volle Leidenschaft, volles Risiko. Der Frauenschwarm versteht es, sich als Hippie-Ikone zu stilisieren. Lange Haare, D’Artagnan-Bart, Cowboy-Stiefel, Hut, weit aufgeknöpfte Hemden – andere stylen sich so für die Bühne, für den charismatischen Amerikaner ist das Alltags-Outfit. Auch auf der Bühne ist das zu spüren. Er lebt den Rock’n’Roll.

Das Konzert

Aaron Brooks & Band spielt am heutigen Dienstag um 21 Uhr auf der Gewandhausbühne. Weitere Infos auf www.aaronbrooks.net.

Mit den Freisinger Prog-Rockern von RPWL  war Aaron auf Europa-Tour. Ihr neues Album ist geradezu außerirdisch.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kreisjagdverband Erding: 550 Umweltschützer und Brauchtumspfleger
Den 100. Geburtstag feierte der Kreisjagdverband Erding am mit einer feierlichen Hubertusmesse in der Pfarrkirche Maria Dorfen und anschließendem Wildessen im …
Kreisjagdverband Erding: 550 Umweltschützer und Brauchtumspfleger
Fahrerin bei Auffahrunfall verletzt
Auf der Flughafentangente hat es am Samstagnachmittag gekracht.
Fahrerin bei Auffahrunfall verletzt
Schon wieder Radschrauben gelockert
Schon wieder hat ein Unbekannter in Dorfen die Schrauben eines Autorades gelockert und den Halter damit in große Gefahr gebracht.
Schon wieder Radschrauben gelockert
Dem Vermächtnis Rudolf L. Reiters verpflichtet
Die Hinterbliebenen wollen, dass der große Erdinger Künstler Rudolf L. Reiter unvergessen bleibt. Im Juni 2019 war er verstorben. Ihm sind gleich mehrere Schauen …
Dem Vermächtnis Rudolf L. Reiters verpflichtet

Kommentare