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Der Klimaschutz kommt in die Stadt. Bis zu 300 Schüler und Erwachsene beteiligten sich am Freitagnachmittag an der vierten Fridays-for-Future-Demo. Der Protestzug führte durch die Innenstadt

300 Teilnehmer bei Fridays-for-Future-Demo

Erding soll den Klima-Notstand ausrufen

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Zum vierten Mal hat in Erding eine Fridays-for-future-Kundgebung stattgefunden. Obwohl das Wetter nicht mitspielte, zählte die Polizei 250 bis 300 Teilnehmer. Ein Kompliment kam von OB Max Gotz (CSU).

Erding – Nasskaltes Wetter und Regen sind kein Beweis dafür, dass es mit der Erderwärmung vielleicht doch nicht so schlimm ist. Trotz denkbar schlechter Witterung beteiligten sich am Freitagnachmittag an der vierten Erdinger Fridays-for-Future-Kundgebung in der Innenstadt nach Schätzungen der Polizei 250 bis 300 Teilnehmer – laut, aber friedlich.

Dass der Klimaschutz zwar ein globales Problem ist, aber auch eine lokale Komponente hat, bewies der Forderungskatalog, den die beiden Hauptorganisatorinnen Jana Schröder und Julia Maylandt auf dem Grünen Markt Oberbürgermeister Max Gotz überreichten. Sie verlangten von ihm, für Erding den Klimanotstand auszurufen.

ÖPNV muss dringend ausgebaut werden

Der ÖPNV, so Schröder und Maylandt, müsse nicht nur pünktlicher werden, sondern auch in einem dichteren Takt fahren und billiger werden, damit er auf breiter Basis angenommen werde. Die Busse müssten mit Elektroantrieben ausgestattet sein. Die jungen Leute wünschten sich eine autofreie Innenstadt und eine Pflicht, die Dächer aller Neubauten mit Photovoltaik- oder Solaranlagen auszustatten beziehungsweise zu begrünen. Für die Gastronomie und Kantinen verlangten sie, dass mindestens 60 Prozent der Gerichte vegetarisch, vegan, regional oder saisonal seien. Die Wegwerfquote von Lebensmitteln müsse bis 2025 auf fünf Prozent gesenkt werden.

OB Gotz bietet einen „Austausch auf Augenhöhe“ an

Gotz gratulierte den Demonstranten zur „enormen Resonanz auf den Klimastreik. Denn das zeigt, wie wichtig Euer Anliegen ist“. Die Forderungen sind für ihn „keine Fantastereien, sondern die Bausteine, mit denen ich mit euch zusammenarbeiten möchte – auf Augenhöhe“. Gotz lud die Organisatoren in den Stadtrat ein, „damit wir uns dort Eure Forderungen anhören können“. Das Thema habe die Politik in der Stadt längst erreicht. Gotz versicherte den Jugendlichen, dass er nicht nur einen Klimaschutzbeauftragten anstelle, sondern auch einen Beirat einberufe.

Schülern beklagt blöde Anmache

Zu Beginn hatte Lena Börner berichtet, wie man ihr als Klimaschützerin begegne. „Wir hören immer: ,Das bringt doch nix.‘ Es gibt Politiker, die sagen: ,Überlasst das mal den Profis.‘ Was wollen die mit solchen Aussagen erreichen? Mut macht das nicht.“ Dabei gebe es einen einfachen Weg, dass die Demonstrationen ein Ende finden: „Die Politik muss nur endlich wirklich etwas tun.“

Schwere Vorwürfe gegen Massentierhaltung

„Klimaschutz beginnt auf dem Teller.“ Diese Auffassung vertrat Michaela Cosenza von der Tierschutzorganisation Peta. Sie sagte, dass die Massentierhaltung einer der Hauptklimakiller sei. Jeder sei aufgerufen, seinen Fleisch-, Milch- und Butterkonsum zu reduzieren. „Auf unserem Globus gibt es genug Essen für alle. Aber die Gier der Reichen bedeutet den Tod der Armen.“

Sarah Friedrich ergriff im Namen der ehrenamtlichen Müllsammler das Wort und appellierte, keinen Dreck in die Natur zu werfen.

Aus der Menge der Demonstranten, die teils mit Megafonen „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ skandierten, ragten Transparente mit Slogans wie „Es gibt keinen Planeten B“ oder „Wir sind das Klima“.

Nach der Abstimmung zum Klimanotstand im EU-Parlament bestieg der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold direkt ein Flugzeug und sieht sich deshalb nun einem Shitstorm ausgesetzt.

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