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Krangeschrieben war der Durchschnitts-Erdinger im vorigen Jahr 16,6 Kalendertage (Symbolbild).

Krankenstand liegt leicht unter dem Landesmittelwert

Erdinger gesünder als der Durchschnitts-Bayer

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Einer Statistik der AOK zufolge liegt der Krankenstand der Erdinger leicht unter dem Landesmittelwert. Von hundert Arbeitstagen hütete der Erdinger an 4,6 das Bett, was knapp einer Arbeitswoche entspricht.

Erding – Der Erdinger ist gesundheitlich robuster als der Durchschnitts-Bayer. Das zeigt eine Studie der AOK. Der zufolge liegt der Krankenstand mit 4,6 Prozent leicht unter dem Landesmittelwert von 4,8 Prozent. Von hundert Arbeitstagen hütete der Erdinger also an 4,6 das Bett, was knapp einer Arbeitswoche entspricht. Die Kehrseite der Medaille: Der Krankenstand ist im Landkreis laut AOK leicht um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen

Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen. 45,1 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es im vergangenen Jahr in Erding deswegen. Im Jahr zuvor waren es 42,5 Prozent der Krankmeldungen. Experten führen die Steigerung um 6,12 Prozent auf die Erkältungswelle Anfang 2018 zurück. In Oberbayern kletterten die Krankschreibungen deswegen um 4,5 Prozent auf 42,1.

Auf Muskel-/Skeletterkrankungen entfielen 30,7, auf Erkrankungen des Verdauungssystems 16,8 und auf Verletzungen 16,1 Prozent der Arbeitsunfähigkeitsfälle.

Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen immer noch die meisten Ausfalltage

„Geht es um die Dauer eines Leidens, verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen immer noch die meisten Ausfalltage“, erklärt Angela Adelsperger-Birk von der AOK Erding. Statistisch gesehen blieb deswegen 2018 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer im Landkreis 4,9 Tage zu Hause. Je 2,5 Fehltage ergaben sich aus Erkrankungen der Atemwege und der Psyche, 2,9 Krankheitstage wegen Verletzungen.

Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder Arbeitnehmer mit AOK-Karte 17,5 Kalendertage krank, im Kreis Erding waren es im Schnitt 16,6 Fehltage.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Bemerkenswert sind die Unterschiede über das Land verteilt. Adelsperger-Birk berichtet von einem „deutlichen Nord-Süd-Gefälle“: Während in Oberfranken der Krankenstand mit 5,6 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,2 Prozent. Das ist kein Zufall: Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften. Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.

Einen Anstieg schwerer Erkrankungen bemerkt auch das Klinikum Erding

Freilich hat die AOK großes Interesse, dass ihre Mitglieder gesund bleiben, denn dann schonen sie das Kassenbudget. Dafür tut sie was: „Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir seit über 20 Jahren Unternehmen aus unserer Region beim betrieblichen Gesundheitsmanagement“, berichtet Koordinatorin Brigitte Haug. Allein im AOK-Direktionsbereich Erding nutzten jährlich rund 25 Unternehmen diesen Service. Bayernweit waren es im vergangenen Jahr mehr als 2500. Dabei zählte laut Haug etwa jedes dritte Unternehmen zum verarbeitenden Gewerbe, jedes Vierte gehöre der Gesundheits- und Sozialbranche an. „Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen profitieren von individuellen Angeboten für einen gesunden Arbeitsplatz.“

Einen Anstieg schwerer Erkrankungen bemerkt auch das Klinikum Erding. In der Halbjahresbilanz 2019 ist nicht nur von mehr stationären wie ambulanten Patienten die Rede. Im Krankenhausausschuss wurde zudem bekannt, dass im Schnitt der Schweregrad zugenommen hat. Für die Kassen heißt das: höhere Ausgaben; für das Klinikum: verbesserte Einnahmen.

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