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Der pure Luxus: Der durchschnittliche Bodenrichtwert in der Stadt Erding – hier das Neubaugebiet Poststadl/B 388 – ist binnen drei Jahren von 1131 auf 1510 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Grundstücksverkäufe im Landkreis für über 1,25 Milliarden Euro

Bauland wird immer teurer

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Immobilien werden im Landkreis Erding immer teurer. Das liegt nur zum Teil an den galoppierenden Rohstoffpreisen. Ursächlich ist vor allem der Baugrund, der für immer mehr Einkommensschichten unerschwinglich wird.

Erding - Das belegen die aktuellen Bodenrichtwerte. Sie liefern die zuverlässigsten Daten, weil es sich nicht um Prognosen handelt, sondern sie auf tatsächlichen Beurkundungen von Grundstücksgeschäften basieren. Ermittelt werden sie von einem am Landratsamt angesiedelten Gutachterausschuss. Die jüngste Erhebung stammt vom Juni 2021 und berücksichtigt die Verkäufe in 2019 und 2020.

Mit einem Mittelwert von 1510 Euro pro Quadratmeter baureifes Land steht die Stadt Erding nicht nur einsam an der Spitze des Landkreises (siehe Tabelle), sondern des gesamten Münchner Nordens. In Dachau liegt der Bodenrichtwert nach einer Erhebung des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München bei 1096, in Freising bei 1189, in Fürstenfeldbruck bei 764 und in Ebersberg bei 796 Euro pro Quadratmeter. Teils werden in Erding auch Preise von über 2000 Euro aufgerufen.

Besonders stark fällt der jüngste Preisschub in den Gemeinden aus, die in München-Nähe liegen, etwa Moosinning, Finsing, Neuching und Oberding, wo es nun in den vierstelligen Bereich geht. Aber auch entlang der Isentalautobahn A 94 und der Bahnstrecke München-Mühldorf steigen die Preise schneller und deutlicher.

In der Jahrespressekonferenz erklärte Landrat Martin Bayerstorfer, dass ein „deutlicher Trend zur Nachverdichtung“ erkennbar sei. Wo ein Einfamilienhaus abgerissen werde, entstehe oft ein Mehrfamilienhaus. Die Grundstücke würden zusehends voll ausgereizt.

Allerdings hatte Christian Famira-Parcsetich von der Stadtentwicklung im Erdinger Rathaus vor wenigen Tagen im Stadtrat berichtet, dass seit Jahren konstant knapp 80 Prozent der neu errichteten Wohneinheiten Ein- und Zweifamilienhäuser seien (wir berichteten).

Der Gutachterausschuss hat laut Bayerstorfer zuletzt 2550 notarielle Urkunden ausgewertet, darunter über 1000 Verkäufe unbebauter und 600 bebauter Flächen sowie 800 Einheiten von Wohn- und Teileigentum.

Weiter bilanzierte der Landrat, dass „gewaltige Geldmengen bewegt wurden“. Für die insgesamt 650 Hektar, die den Eigentümer gewechselt haben, seien 1,25 Milliarden Euro umgesetzt worden. Davon entfiel mehr als eine halbe Milliarde Euro auf bebaute Grundstücke. Der Anteil für Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser betrug 290 Millionen Euro. Für Wohn- und Teileigentum wurden 295 Millionen Euro aufgewendet. Wohnbauflächen machten 147 Millionen Euro aus, gefolgt von den land- und forstwirtschaftlichen Flächen (55 Millionen Euro) und Verkäufe von Gewerbegrund beziehungsweise -immobilien (50 Millionen Euro).

Bodenrichtwerte 2021:

Erding: 1510 € (2018: 1131)

Moosinning: 996 € (660)

Neuching: 990 € (677)

Oberding: 943 € (736)

Finsing: 925 € (603)

Forstern: 883 € (630)

Ottenhofen: 822 € (588)

Pastetten: 806 € (558)

Wörth: 788 € (612)

Buch: 717 € (467)

Bockhorn: 605 € (408)

Eitting: 600 € (407)

Berglern: 575 € (420)

St. Wolfgang: 524 € (339)

Walpertskirchen: 513 € (390)

Dorfen: 506 € (392)

Lengdorf: 505 € (316)

Fraunberg: 503 € (308)

Wartenberg: 500 € (330)

Isen: 499 € (325)

Langenpreising: 492 € (302)

Inning: 332 € (219)

Taufkirchen: 320 € (232)

Hohenpolding: 258 € (166)

Kirchberg: 248 € (177)

Steinkirchen: 241 € (178)

(Quelle: Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München)

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