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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood abgesagt - obwohl es kurz zuvor noch Hoffnung gab

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Zu klein ist das Anne-Frank-Gymnasium. Die drei Sporthallen (weiße Gebäude in der Bildmitte) werden abgerissen. Hier ist der Erweiterungsbau vorgesehen. Auf dem jetzigen Hartplatz (rot) entsteht die Dreifachhalle mit Dach-Hartplatz. Im Sommer 2021 soll’s losgehen. 

Statt von 20 ist jetzt von 32 Millionen Euro die Rede – Kreisräte geben dennoch Grünes Licht

Gymnasiums-Erweiterung wird viel teurer

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums um einen Klassenzimmer-Trakt und eine Dreifachturnhalle mit unterirdischer Laufbahn und Hartplatz auf dem Dach wird um die Hälfte teurer als bisher kalkuliert. Dennoch geht es jetzt weiter.

Erding– Im Bauausschuss des Kreistags musste Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Montag mitteilen, dass die anvisierten 20 Millionen Euro nicht ausreichten. Nun ist von 32 Millionen die Rede. Dennoch hält der Landkreis an dem mehrjährigen Bauvorhaben fest, zumal die ersten Genehmigungen seit kurzem vorliegen.

Im Bauausschuss betonten Bayerstorfer und Architekt Wendelin Burkhardt, bisher habe man weder Schätzungen noch Berechnungen vorliegen gehabt, sondern lediglich einen vorläufigen Betrag in den Haushalt eingestellt. Nachdem die Planungen nun konkreter sind, ist nicht mehr von 20, sondern von 32 Millionen Euro die Rede. Eine Ursache sei die Rückkehr zum G9, das noch mehr Fachräume und Klassenzimmer erforderlich mache. Zudem stiegen die Schülerzahlen.

Stadt beteiligt sich, um Hallen mitnutzen zu dürfen

Für das Vorhaben erhält der Landkreis nicht nur einen Zuschuss vom Staat, sondern auch von der Stadt, um die Dreifachhalle für den Vereinssport mit zu nutzen. Bisher war von einem städtischen Anteil von drei Millionen Euro die Rede. „Wir werden nachverhandeln müssen“, meinte Bayerstorfer.

Burkhardt stellte das Ausbaukonzept vor und berichtete, dass die Baugenehmigung für die Dreifachhalle seit 2. September sowie die schulaufsichtliche Genehmigung für das Gesamtprojekt seit 11. September vorlägen. Damit könnten jetzt die Förderanträge gestellt werden.

Für den Bau der Sporthalle wird die westlichste der drei Einzelhallen in den Sommerferien 2021 abgerissen. „Dann können die anderen beiden auch während der Bauphase für den Sportunterricht genutzt werden“, erklärte der Architekt. Südlich der Halle werde eine 50-Meter-Laufbahn mit Sprunggrube unterirdisch angelegt. „Damit kann das ganze Jahr über Leichtathletik betrieben werden.“ Aufs Dach komme platzsparend ein Hartplatz für Volley-, Basket- und Handball.

Mehr Platz für mehr Schüler - auch im Pausenhof

Wenn die beiden anderen Hallen geschleift sind, ist Platz für den dritten Gebäudetrakt – und einen größeren Pausenhof inklusive Tiefhof zwischen Dreifachhalle und Gymnasium. Ins Untergeschoss zieht die Landkreisbibliothek um. Sie ist dann separat vom Schulbetrieb nutzbar. Ihr Umzug gibt der Schulverwaltung mehr Platz.

Im Erdgeschoss des Neubaus siedelt Burkhardt die Mensa mit Küche und knapp 200 Sitzplätzen an. Folglich kann die Aula wachsen.

Im ersten Stock des Neubaus sind fünf Klassenzimmer sowie zwei Musikräume vorgesehen. Damit entsteht im bestehenden so genannten A-Trakt mehr Raum für die Fachschaft Physik. Darüber wird der Kunstbereich für Klassenzimmer geräumt. Im Neubau sind weitere Klassenräume sowie die Offene Ganztagsschule vorgesehen.

Kritik an unterirdischer Tartanbahn

Grundsätzlich lobten die Ausschussmitglieder die Planung. Kritik gab es vor dem Hintergrund der Kostensteigerung an der unterirdischen Tartanbahn. Deren Kosten bezifferte der Architekt mit rund 1,1 Millionen Euro. Bayerstorfer meinte: „Sie ist im Bau teurer, aber im Unterhalt günstiger – und sei ein Wunsch der Fachschaft Sport.“ Rudolf Waxenberger (CSU) erklärte: „Damit können wir Spitzensport nach Erding holen. Die jungen Talente kommen oft von den weiterführenden Schulen, die dann ganzjährig trainieren können.“ Dominik Rutz (Grüne) konterte, eine 50-Meter-Bahn sei „dafür sicherlich nicht ausreichend“. Zudem gebe es ja auch noch den östlich angrenzenden Sportplatz mit 400-Meter-Bahn.

Christina Treffler (ÖDP) befürchtete gar eine neue (Rathaus-)Tunneldebatte. Georg Nagler (SPD) verlangte ein Konzept der Fachschaft Sport, „ob das dann wirklich auch genutzt wird“.

Zum Argument der hohen Kosten meinte Ferdinand Geisberger (CSU): „Das sind Bauten für die nächsten 30 Jahre.“ Bayerstorfer sekundierte, eine der drei bestehenden Hallen sei sogar aus den 60er-Jahren.

Grüne fordern Dachbegrünung und -photovoltaik

Maria Feckl (Grüne) verlangte den Aufbau von Dachflächen-Photovoltaik sowie Dach- beziehungsweise Fassadenbegrünung für Kühlung und Klimaschutz. Der Landrat versicherte, eine Eigenverbrauchsanlage sei vorgesehen.

Aufgrund der Vorbehalte wurde die Abstimmung geteilt: Gegen die Tunnel-Tartanbahn stimmten Rutz, Feckl und Treffler, Nagler und Peter Attenhauser (AFD) fürs Gesamtkonzept waren alle. ham

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