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Die Althamer Einbrecher wurden im Landgericht Landshut zu Freiheits- bzw. Bewährungsstrafen verurteilt.

Weitere Haftstrafen

Althamer Einbrecher müssen nachsitzen

Auf Einbruchstour in Oberbayern war ein kroatisches Trio im Juni 2017. Auch in Altham schlugen sie zu. Jetzt standen sie deshalb vor Gericht.

Erding/Landshut Auf Einbruchstour in Oberbayern war ein kroatisches Trio im Juni 2017. Auch in Altham schlugen sie zu. Jetzt standen sie deshalb vor Gericht.

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Mit moderaten Aufschlägen auf die Freiheitsstrafen, die sie sich bereits wegen einschlägiger Wohnungseinbrüche eingehandelt hatten, kamen zwei Kroaten (26 und 34 Jahre) vor der 3. Strafkammer am Landgericht Landshut davon. Ihr Kumpan (30) war in seinem gesonderten Verfahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Einbrüche in Buchloe, Altham und Tutzing

In einem Einfamilienhaus in Buchloe hatte das Trio Bargeld und Schmuck im Wert von 2000 Euro erbeutet. Am 6. Juni waren die Drei vormittags in Erding-Altham aktiv. Auch hier hebelten sie die Terrassentür eines Einfamilienhauses auf und sackten Schmuckstücke, Kleidungsstücke und Bargeld im Gesamtwert von 3700 Euro ein. Der Schaden an der Terrassentür betrug 2000 Euro. Schon am nächsten Vormittag kam es zu einem Coup in Tutzing.

Beim Einbruch in Altham hatten allerdings aufmerksame Anwohner das Trio bemerkt und mitbekommen, dass zwei Männer aus einem auffälligen Auto ausgestiegen und nach etwa 20 Minuten zurückgekehrt waren, während der Fahrer sitzen blieb und rauchte. Die Kippe warf er später in eine Wiese, wo sie dann tatsächlich gefunden wurde – mit der DNA des 30-jährigen Münchners mit kroatischen Wurzeln.

Mit gemietetem Auto auf Diebstahltour

Auch der auffällige Wagen war schnell gefunden. Es handelte sich um das Fahrzeug eines Autoverleihers aus Ottobrunn. Als der 30-Jährige das Auto zurückbrachte, klickten die Handschellen.

Im Wagen wurden auch DNA- und Fingerspuren seiner Komplizen gefunden, die am 27. Juli bei einem Wohnungseinbruchsdiebstahl in Altomünster (Kreis Dachau) auf frischer Tat ertappt wurden – von einem Hausbewohner, den sie im Kampf noch mit Pfefferspray traktierten.

Bewährungsstrafe für Fahrer

Dafür handelte sich der 26-Jährige beim Landgericht München wegen schweren räuberischen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren ein, sein „Chauffeur“ kam wegen Beihilfe mit zwei Jahren und zehn Monaten davon. Straferschwerend hatte sich bei beiden ausgewirkt, dass sie in ihrer Heimat mehrfach wegen Einbrüchen vorbestraft waren. Der 30-Jährige war für die Einbrüche in Buchloe, Erding und Tutzing, bei denen er Fahr- und Aufpasserdienste geleistet hatte, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, nachdem er bereits ein Jahr in Untersuchungshaft verbüßt hatte.

Nun hatten sich seine beiden Kumpane für die drei Fälle des schweren Bandendiebstahls zu verantworten. Dabei kam es zum Auftakt auf Anregung der Verteidiger zu Verständigungsgesprächen, in deren Rahmen den beiden Kroaten im Falle umfassender Geständnisse – die sie dann auch ablieferten – moderate Gesamtstrafen unter Einbeziehung der Münchner Verurteilungen in Aussicht gestellt wurden.

15 und sieben Monate mehr in Haft

Die Urteile waren dann keine Überraschung mehr: Der 26-Jährige wurde zu einer neuen Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt, muss also 15 Monate zusätzlich verbüßen. Gegen den 34-Jährigen verhängte die Kammer drei Jahre und acht Monate. Er stand inzwischen kurz vor seiner Entlassung, muss jetzt noch sieben Monate mehr im Knast verbringen. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung von knapp 8000 Euro (Beute und Schaden) an.

In der Urteilsbegründung stellte Vorsitzende Richterin Inken Bouabe fest, dass sich die umfassenden Geständnisse der beiden Angeklagten und ihre auch von Reue und Schuldeinsicht getragenen Entschuldigungen bei den Opfern erheblich strafmildernd ausgewirkt hätten, zumal damit eine aufwendige Beweisaufnahme erspart geblieben sei. Straferschwerend seien dagegen unter anderem die erheblich kriminelle Vorgehensweise und die Brachialgewalt bei den Einbrüchen gewesen.

Walter Schöttl

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