Verdiente Feuerwehrleute ehrte OB Max Gotz (l.) in der Langengeislinger Bürgerversammlung: Herbert Goebel ist seit 25 Jahren dabei, Manfred Linz seit 40 Jahren. Glückwünsche kamen auch von Kommandant Hans Pichlmair (v. l.). Foto: ham Ältere wünschen sich mehr BuslinienUrnenwand imGeislinger Friedhof

Kleine Firmen suchen Grundstücke – Ärger über Verkehr durch Eichenkofen

Handwerksbetriebe in Fliegerhorst-Sheltern?

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Der Erdinger Ortsteil Eichenkofen leidet immer mehr unter dem anschwellenden Verkehr, der sich noch dazu nicht an die Tempo-30-Begrenzung hält. Entsprechende Beschwerden wurden  für Langengeisling und die nördlichen Außenorte laut.

Eichenkofen - Hans Lehner, der direkt an der Ortsdurchfahrt wohnt, kritisierte, dass die Tempobegrenzung oft nicht eingehalten werde. „Und der Lkw-Verkehr wird immer mehr“, monierte er. „Das sind ja schon über 1000 am Tag.“ Diese Zahl bestritt OB Max Gotz zwar, gab Lehner aber insgesamt recht. Der OB sicherte zu, die Kontrollen durch das Ordnungsamt zu verstärken. „Die einzige Antwort lautet aber Nordumfahrung“, machte er deutlich. Der Schwerverkehr nehme auch wegen des wachsenden Kiesabbaus zu. „Wenn man seine Grundstücke dafür nicht verkauft, hört das ganz schnell auf“, ist Gotz überzeugt. Erst werde der Kies abgefahren, danach würden die Gruben wieder verfüllt.

Ferner schimpfte Lehner über Bürger, die sich an den Wertstoffcontainern nicht an die Einwurfzeiten hielten. „Das erleben wir in der ganzen Stadt“, sagte Gotz. In Eichenkofen werde sich das Ordnungsamt „nun mal auf die Lauer legen“.

Krach an den Wertstoffcontainern

Johannes Fröhler warnte davor, dass die zusätzliche Bebauung Am Weiher zu noch mehr Verkehr und damit gefährlichen Situationen an der Einmündung zur Alten Römerstraße führen werde. Das sei schon jetzt nach Fußballspielen so. Er regte eine zweite Ausfahrt beziehungsweise die Aufhebung der Einbahnregelung an. Gotz sicherte die Prüfung zu, „ob wir die Einmündung aufweiten können“. Im Zuge der Nordumfahrung werde eine Parallele zur Alten Römerstraße gebaut. „Die wird im Ort für Entlastung sorgen.“ Es werde aber keine direkte Verbindung zum Sportplatz geben, um Durchgangsverkehr zu vermeiden.

Hans Pichlmair wunderte sich darüber, dass es im Bereich Schule/Kindergarten keine durchgängige, beidseitige Tempo-30-Regelung gebe. Das sorge für riskante Situationen. Auch das will das Rathaus prüfen lassen.

Ältere leiden unter löchrigem Busnetz

Die Buslinien sprach Wolfgang Hübchen an. Er bedauerte, dass das Netz an den Wochenenden stark ausgedünnt sei beziehungsweise Rufbusse verkehrten. Gerade ältere Leute würden darunter leiden. Gotz kündigte an, dass sich der Stadtrat Anfang kommenden Jahres mit den Verkehrszahlen befassen und gegebenenfalls reagieren werde. „Ich sehe ein, dass Ältere Zwangskundschaft sind, die sonst keine Alternative haben.“ Und er erinnerte daran, dass die Busse an den vier Adventssamstagen landkreisweit kostenlos fahren.

Fröhler wies den OB darauf hin, „dass sich Handwerker schwer tun, Gewerbegrund zu finden, denn kleinere Flächen gibt es so gut wie gar nicht“. Er sei händeringend auf der Suche. Gotz riet ihm, sich an den Gewerbeverein zu wenden. „Der bündelt solche Anfragen.“ Eine Lösung könnte der Fliegerhorst bringen. Der OB erklärte, in Günzburg und Leipheim würden Betriebe frühere Flugzeugunterstände, so genannte Shelter, nutzen. Das könne er sich auch für Erding vorstellen – allerdings nicht vor 2024, dem Schließungsjahr der Kaserne. Er machte aber auch deutlich: „Viele kleine Betriebe erhöhen den Flächenverbrauch enorm.“

Hartmut Witting erkundigte sich, was die Kommunen gegen die Klimaerwärmung unternähmen. Für Erding nannte Gotz die Geothermie, zahlreiche Baumpflanzungen sowie das Mobilitätskonzept, das nicht nur aufs Auto setze.

Martin Weber bat die Stadt, auch im Langengeislinger Friedhof eine Urnenwand wie in Altenerding an der Itzlinger Straße zu installieren. Gotz will darüber mit Stadtpfarrer Martin Garmaier reden. Um den Friedhof ging es auch Rudi Thalmeier. Er hatte schon vor einem Jahr nach einer Toilettenanlage sowie einem Umkleidebereich für den Pfarrer am Geislinger Gottesacker gefragt. „Der Pfarrer sieht keinen Bedarf“, erwiderte Gotz. Und ein WC sei wegen des fehlenden Kanalanschlusses schwierig. „Wir bräuchten dort eine Kleinkläranlage.“

Eltern würden am liebsten in den Spielplatz fahren

Überdies monierte Thalmeier, dass viele Eltern die St.-Sebastian-Straße blockierten, wenn sie mit ihren Kindern den Spielplatz aufsuchen. „Das ist der Fluch der guten Tat“, meinte der OB sarkastisch. Der Spielplatz werde sehr gut angenommen. Auch hier rückt das Ordnungsamt an.

Josef Hupfer appellierte an die Stadt, nach Sinnflut und Herbstfest die Straße Am Anger neu aufzukiesen und zu planieren. Als Zufahrt zum neuen Parkplatz werde diese über Gebühr genutzt. Darum wird sich laut Gotz der Bauhof kümmern.

Zur Nordumfahrung kam heuer übrigens keine einzige Anfrage. 

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