Redaktionsleiter Hans Moritz

Wochenendkommentar von Redaktionsleiter Hans Moritz

Hass-Mails und Drohbriefe: Kellermann muss sich distanzieren

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Wenn Wolfgang Kellermann an kritisch-konstruktiver Auseinandersetzung interessiert ist, müssen sich er und die Erdinger AfD von Hassreden unverzüglich distanzieren, findet Hans Moritz.

Erding - Es ist beängstigend, wie hasserfüllt und bedrohlich die Mails, Anrufe und Posts sind, die die Grünen-Politikerin Helga Stieglmeier über sich ergehen lassen muss, weil sie sich konsequent Rechtsextremismus und Rassismus in den Weg stellt. Gegen die Erdingerin wird auf der gleichen Online-Plattform gehetzt, auf der auch die Wohnadresse des von einem Rechtsradikalen ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke veröffentlicht war.

Die beschämende Auseinandersetzung ist auf den Wahlkampfauftritt von Alexander Gauland und Katrin Ebner-Steiner im April in Eichenried zurückzuführen, bei der sich Stieglmeier lautstark und nicht immer vornehm in die Reihe der Gegendemonstranten gestellt hat.

AfD-Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann will sich die wüsten und teils strafbaren Tiraden nicht zu eigen machen. Er weist sie öffentlich zurück, erklärt dann aber, dass sich Stieglmeier wegen ihres forschen Auftretens nicht über die Vehemenz der Gegenrede wundern dürfe. Das ist brisant.

Kellermann ist sicherlich weder rechtsextrem noch über Gebühr rassistisch. Solche Zeitgenossen sind auch im AfD-Kreisverband bisher nicht aufgefallen. Immerhin. Kellermann will nach der Kommunalwahl in der Lokalpolitik mitmischen. Wenn er an kritisch-konstruktiver Auseinandersetzung interessiert ist, müssen sich er und die Erdinger AfD unverzüglich von den Hassreden distanzieren – und zwar ohne Wenn und Aber. Es ist unerträglich, dass Menschen in unserem Land wieder Angst um Leib und Leben haben müssen, weil sie sich politisch positionieren.

Stattdessen sollte der AfD-Kreisverband endlich inhaltlich einsteigen. Das, und nur das kann die Basis für eine politische Auseinandersetzung sein. Nur so kann sie Teil der Debatte sein.

Hochwasserschutz: Beängstigend, wie zögerlich die Planungen vorankommen

Bedrohlich kann für Erding die Hochwassergefahr werden. Und beängstigend ist, wie zögerlich die Planungen vorankommen. Auf einmal will das Wasserwirtschaftsamt die dezentrale Trinkberger-Variante doch prüfen. Das hätte sie schon viel früher tun können – aus Erfahrung. Denn egal, welche Variante kommt: Der entsprechende Planfeststellungsbeschluss dürfte beklagt werden. Spätestens dann würde es dem Wasserwirtschaftsamt schmerzlich auf die Füße fallen, nicht alle Möglichkeiten geprüft zu haben. Dass bei der Nordumfahrung nun auch die Fliegerhorst-Trassen bewertet werden, hat den gleichen Hintergrund.

Gemeinden und Amt können nur beten, dass ihnen kein weiteres Hochwasser dazwischen kommt. Die nächste Welle wäre die der Wut.

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