Seit fünf Jahren ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut wegen Baufälligkeit gesperrt. Nun wurden die bürokratischen Hürden genommen, die Sanierung soll im Frühjahr beginnen.
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Ein architektonisches Juwel ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut. Doch seit fünf Jahren ist sie wegen Baufälligkeit gesperrt. Die Sanierung wird um die 15 Millionen Euro kosten – für das Ordinariat zu viel. 

Sanierung soll im Frühjahr beginnen

Heilig Blut wird zur Baustelle

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Seit fünf Jahren ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut wegen Baufälligkeit gesperrt. Nun wurden die bürokratischen Hürden genommen, die Sanierung soll im Frühjahr beginnen.

Erding – Es wird eine lange Strecke für ein altes Gotteshaus. Seit fünf Jahren ist die Wallfahrtskirche Heilig Blut nun schon wegen Baufälligkeit gesperrt. Die Sanierung wird auch finanziell ein Kraftakt. In diesem Frühjahr könnte es endlich losgehen. Auch der neue Förderverein ist jetzt aus der Taufe gehoben und hat alle steuerrechtlichen Weihen erhalten. Spender sollen einen Teil der rund 15 Millionen Euro Baukosten tragen.

Heilig Blut spielte bis 2015 im kirchlichen Leben in Erding eine wichtige Rolle. Nahezu täglich fanden hier Gottesdienste statt, ebenso viele Taufen, Hochzeiten und Beichtgespräche. Die umliegenden Schulen nutzten die Kirche für Schulgottesdienste, Besinnungstage und Gebete. Nicht zuletzt fanden hier immer wieder Wallfahrten statt.

Doch 2015 musste die Kirche geschlossen werden. Aus der Decke hatten sich Teile gelöst, ein Netz wurde unter dem Gewölbe gespannt. Als sich dann im Herbst 2019 Dachziegel lösten, musste ein Sperrzaun rund um den Sakralbau aus der Spätgotik, der 1675 von Hans Kogler umgebaut worden war, errichtet werden.

Sanierung kostet 15 Millionen Euro

Im Dezember 2019 beschlossen Erdinger Katholiken, nach dem Vorbild der Wallfahrtskirche Maria Thalheim einen Förderverein zu gründen. Ihm stehen Stadtpfarrer Martin Garmaier und Oberbürgermeister Max Gotz vor. Aufgabe des Vereins: Er soll möglichst viele Spender und Sponsoren gewinnen. Denn eine erste vorsichtige Schätzung ergab: Die Sanierung wird 15 Millionen Euro kosten. Für die Erzdiözese München-Freising ein zu hoher Betrag. Ohne Mittel aus der Bürgerschaft wird es nicht gehen.

Jetzt legen Garmaier und Gotz einen ersten Zeitplan vor. „Vordergründig geht es zu allererst um den Erhalt des Gebäudes“, schreiben sie an die Mitglieder. Die Arbeiten am Dachstuhl und die Neueindeckung des Daches hätten oberste Priorität.

Danach werde die Neugründung der Saalkirche vorgenommen. Es muss ein tragfähiges neues Fundament geschaffen werden, denn nur so können weitere Schäden am Bauwerk abgewendet werden. Dazu sollen Pfähle unter das Gotteshaus gesetzt werden, die ihm auf dem weichen Almboden neuen Halt geben – baulich eine große Herausforderung, die Kirche kann ja nicht einfach angehoben werden.

Doch bis es so weit ist, bedarf es laut Garmaier und Gotz „einer tief greifenden bautechnischen Untersuchung des Ist-Zustands“. Dazu werde eine fotografische Bestandsaufnahme der Innenschale erfolgen, um danach ein Innengerüst aufzustellen. Nur so können sich Experten ein Bild vom Zustand der Innenschale machen und vor allem vom Herabfallen bedrohte Teile des Stucks gesichert werden.

Einen Schritt ist man dabei schon vorangekommen. „Diese Erstmaßnahme hat das Ordinariat bereits genehmigt. Die Ausschreibung für die fotografische Bestandsaufnahme läuft.“ Die Einrüstung habe das Architekturbüro in die Wege geleitet, teilt der Vorstand mit. In diesen Tagen werden die Angebote geprüft, sodass im März oder April das Gerüst aufgestellt werden kann. Danach beginnt die Untersuchung. Liegen deren Ergebnisse vor, will der Verein die nächsten Schritte angehen. „Ein Anfang ist gemacht“, stellen Garmaier und Gotz fest.

Ohne Spender geht es nicht

Dabei war schon der Weg zur Gründung des Fördervereins hindernisreich. Neun Monate dauerte es, bis ein Vereinskonto eingerichtet werden konnte. Nach der Notarurkunde und der Eintragung des „Fördervereins der Wallfahrtskirche Heilig Blut in Erding e. V.“ musste der Vorstand bis August 2020 warten, ehe er vom Finanzamt eine Steuernummer erhielt. Anschließend war noch die Eintragung im Transparenzregister nötig und zu guter Letzt die Zuteilung einer Gläubiger-ID bei der Bundesbank in Frankfurt. Parallel zur Bauvorbereitung erarbeitet der Verein eine Broschüre und eine Internetseite.

„Jetzt ist es an der Zeit, Mitglieder zu werben, um ein Signal zu setzen, dass uns die Renovierung unserer Wallfahrtskirche sehr am Herzen liegt“, betonen Garmaier und Gotz. Dabei werde das Ordinariat einen fachlichen und finanziellen Beitrag leisten.

Der Förderverein

hat die Vereinsregisternummer VR 208566. Das Spendenkonto hat die IBAN

DE18 7016 9356 0001 0233 14 bei der Raiffeisenbank Erding. Infos erteilt der Verein über das Pfarramt St. Johannes in Erding, Tel. (0 81 22) 89 20 20.

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