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200 Millionen Euro schwer ist der Haushalt des Landkreises Erding, der ab dem heutigen Montag verhandelt wird.

Heute beginnen im Kreistag die Haushaltsberatungen

Erstmals über 200 Millionen Euro

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Zum zweiten Mal binnen eines Jahres stehen Kreistag und Ausschüssen lange Haushaltsberatungen bevor. Wegen der zu hohen Kreisumlage war es Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) im Herbst vergangenen Jahres nicht gelungen, den Etat für 2019 binnen Jahresfrist unter Dach und Fach zu bringen. Der für 2020 dürfte im ersten Anlauf verabschiedet werden.

Erding Los geht’s heute um 14 Uhr im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Bayerstorfer und Kämmerer Helmut Helfer werden einen neuen Rekordhaushalt vorlegen. Erstmals überspringt er die 200-Millionen-Euro-Grenze. Doch die Kreisräte, vor allem die Bürgermeister im Gremium, interessiert eine andere Zahl – die Kreisumlage. 50 Prozent heißt es im ersten Entwurf. 50,6 Prozent sind es im laufenden Jahr. Diesen Anteil müssen die Gemeinden beisteuern. Konkret sind das 102,5 Millionen Euro.

Dass die Kreisverwaltung mit einem so moderaten Satz in die Debatte geht, liegt auf der Hand: Im März 2020 stehen Kommunalwahlen an, da will der Kreis nicht als Abkassierer dastehen. Bayerstorfer weist im Gespräch mit unserer Zeitung darauf hin, dass er eine Kreditaufnahme von 4,9 Millionen Euro vorschlagen werde. „Wenn wir im Zuge der Beratungen zu Einsparungen kommen, bin ich dafür, dass diese vom Kredit abgezogen werden.“

Dass der Haushalt ein neues Rekordvolumen aufweist, führt Bayerstorfer auf die erneut gestiegene Umlagekraft zurück. Sie ist ein Indiz für die wirtschaftliche Stärke des Landkreises, der oberbayernweit auf dem fünften und bayernweit auf dem sechsten Platz liegt. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 6,1 Prozent auf knapp 205 Millionen Euro gestiegen.

Damit muss der Landkreis aber auch eine höhere Umlage an den Bezirk Oberbayern abführen. Der Satz soll zwar mit 21 Prozent stabil bleiben, Erding muss aber 43 Millionen Euro überweisen, knapp 2,5 Millionen mehr als 2019.

Bayerstorfer rechnet heuer mit intensiven Haushaltsdebatten. „Nach vielfacher Kritik habe ich den Etat heuer nicht vorab mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen. Die Verwaltung legt einen Entwurf vor, über den dann in aller Öffentlichkeit transparent diskutiert werden soll.“

Für den täglichen Betrieb plant der Landkreis 176 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt ein. Im Vermögensetat stehen für Investitionen 24 Millionen bereit. Dafür will der Landkreis heuer Geld ausgeben: Der Bau der Dreifachhalle am Anne-Frank-Gymnasium für 4,4 Millionen Euro beginnt. Der Anbau an die Landwirtschaftsschule schlägt mit 680 000 Euro zu Buche. Die Abfallwirtschaft darf 1,75 Millionen Euro investieren. Für Grundstückskäufe sind fünf Millionen Euro einkalkuliert. Gut drei Millionen Euro steckt der Landkreis in seine Straßen, darunter Projekte, die der Kreistag voriges Jahr aus Spargründen geschoben hatte. Allerdings stehen keine neuen Radwege auf der Agenda.

Das Busnetz ist dem Kreis 3,05 Millionen Euro wert, eine knappe halbe Million Euro mehr als vor einem Jahr. Das liegt an der Verdichtung einiger Linien. HANS MORITZ

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