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Feierlicher Moment: Die Stifter Marianne, Sofia und Werner Folger legten mit Erdings OB Max Gotz die Zeitkapsel in den Grundstein und mauerten sie ein (v. l.). Im Herbst 2021 soll das Hospiz am Sternweg fertig sein – und zwölf sterbende Menschen Platz bieten.

Fertigstellung im Herbst 2021

Grundstein für Hospiz gelegt

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Es ist ein Musterbeispiel für bürgerliches Engagement: Marianne und Werner Folger aus Freising haben mit ihrer Tochter Sofia die MWS-Stiftung gegründet und ermöglichen damit den Bau eines Hospizes am Sternweg im Osten Erdings. Am Dienstag wurde der Grundstein gelegt – auf einem Grundstück, das ein nicht minder generöser Bürger zur Verfügung gestellt hat, der 2013 verstorbene Erdinger Karl Käser.

Erding – Im Herbst 2021 soll das markante Gebäude, das Architekt Edwin Effinger entworfen hat, bezugsfertig sein und zwölf Sterbende aufnehmen können. Auch wenn sich die Familie Folger mit einem Millionenbetrag engagiert, ohne Spenden und Zuwendungen wird sich der Betrieb nicht stemmen lassen.

Personell hat die Stiftung die Weichen bereits gestellt: Als Geschäftsführer fungiert Thomas Heim, leiten wird das Hospiz Rita Gabler. Das Sophienhospiz wird Bürger aus den Landkreisen Erding, Freising und teils auch aus Ebersberg aufnehmen.

Politik packt beherzt mit an

Das Hospiz ist aber auch ein Beleg, wie schnell Vorhaben vorankommen, wenn die Politik beherzt mit anpackt, in diesem Fall die Städte und Landkreise Erding und Freising. Sie sind sogar bereit, finanziell einzuspringen, wenn Fördergelder nicht in ausreichendem Maß fließen. Das sicherte der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer beim Festakt zu. Denn die Kassen dürfen für nur bis zu 90 Prozent der Kosten aufkommen.

Gotz ging auf die mittlerweile vierjährige (Erfolgs-)Geschichte des Sophienhospizes ein. Ausgangspunkt sei die Zusage der Krankenkassen gewesen, dass ein Hospiz für beide Landkreise möglich sei. „Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, wer das finanziert, wie die Trägerschaft geregelt wird und vor allem, wo es gebaut werden kann“, blickte Gotz zurück. Dass es in Erding entsteht, lag an einer Schenkung von Karl Käser, ein Banker und Vereinsmensch, der in seinem Testament das 3120 Quadratmeter große Grundstück der Stadt vermacht hatte.

Bebauungsplan wurde 2018 beschlossen

Weiter berichtete Gotz, dass der Stadtrat am 27. April 2018 den Bebauungsplan beschlossen hatte. Der OB dankte den Nachbarn, mit denen es eine Einigung über die Zufahrt gegeben habe. Noch im gleichen Jahr beackerten die Archäologen den Baugrund. Ende Januar wurde der Erbpachtvertrag zwischen Stadt und Stiftung unterzeichnet. Beide Städte und Landkreise hätten sich mit „Optimismus, Zuversicht und einer klaren Vision“ auf den Weg gemacht.

Marianne Folger, die Vorsitzende des Freisinger Hospizverein ist, gestand: „Wir haben viel Komplexes abgewickelt. Es war schon lange der Wunsch beider Hospizvereine gewesen, endlich eine stationäre Einrichtung aufzubauen.“ Das Ziel ihrer Stiftung sei, „zwölf Menschen, die ihre letzte Lebenszeit nicht in ihrer gewohnten Umgebung sein können, ein Zuhause zu bieten“.

Wichtig ist Fürsorge für Sterbende, aber auch Angehörige

Auch die anderen Redner betonten, wie wichtig es sei, sich zum einen der Sterbenden, genauso aber auch ihrer Angehörigen würdig und professionell zu widmen. Das Projekt „hat die gesamte Hospizbewegung enorm vorangebracht“, so Folger.

Ihr Mann Werner, ein erfolgreicher Jurist, lobte den „wunderschönen, lichten Baukörper“, auch wenn die Kosten immer weiter stiegen. Er lobte vor allem Gotz, der „viel Herzblut“ in das Bauvorhaben investiere. Im Sommer soll der Bau fertig und im Herbst bezugsfertig sein.

Landrat: Unterstützung in den schwersten Stunden

Per Videobotschaft sagte der Freisinger Staatskanzleichef Florian Herrmann: „Großes entsteht, wenn einige mehr tun, als sie tun müssten. Für ihn sei das Hospiz „ein letztes Zuhause in einem Haus des Lebens“. Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf bezog sich aufs Grundgesetz, das die Würde des Menschen schütze. „Hier werden Sterbende würdig begleitet.“

Freisings OB Tobias Eschenbacher würdigte den Einsatz haupt- und ehrenamtlicher Hospizhelfer und lobte die interkommunale Zusammenarbeit. Der Freisinger Landrat Helmut Petz freute sich, „dass Sterbende und Angehörige hier Trost finden werden“. Sein Erdinger Kollege Bayerstorfer lobte, dass „Menschen hier Unterstützung in ihren schwersten Stunden finden“.

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