+
Das Baufeld ist bereitet: Auf diesem Areal am Sternweg 11 entsteht das Hospiz. Zuvor machen sich Archäologen auf die Suche nach Zeugnissen aus der Vergangenheit. Die Straße dorthin von der B 388 ist bislang nur eine Schotterpiste. Im Hintergrund ist der Stadtturm zu sehen.

Am Sternweg in Erding

Hospiz könnte 2021 in Betrieb gehen

  • schließen
  • Gabi Zierz
    Gabi Zierz
    schließen

Erding – Ende 2020/Anfang 2021 könnte das Hospiz am Sternweg in Betrieb gehen. Diese Prognose wagte CSU-Stadtrat Burkhard Köppen in einer Veranstaltung seiner Partei. Köppen ist auch im Vorstand des Erdinger Hospizvereins. Soeben hat der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats die Weichen für die Erschließung gestellt.

Köppen berichtete, dass das Hospiz zwölf Patientenzimmer und damit ebenso viele Plätze aufweisen werde. „Das ist schon eine große Dimension. Üblich sind etwa acht bis zehn Zimmer.“ Dort sollen Menschen aus den Regionen Erding und Freising mit Umgebung in der letzten Phase ihres Lebens betreut werden.

„Die Hospizvereine arbeiten sehr gut zusammen und begleiten das Projekt intensiv“, sagte Köppen. Er dankte dabei dem Freisinger Stifter-Ehepaar Folger, das den Neubau auf einem von der Stadt Erding zur Verfügung gestellten Grundstück erst ermögliche. Es sei aber auch das große Verdienst von OB Max Gotz, der die Verhandlungen mit den Folgers geführt und so das Hospiz im Erdinger Osten ermöglicht habe. Diese Entwicklung sei eine „Sensation“, freute sich Köppen, der früher Pflegedirektor des Deutschen Herzzentrums in München war.

Über den künftigen Betrieb des Hospizes sind noch keine Details an die Öffentlichkeit gelangt. Eine Möglichkeit ist, dass die Stifter eine Betreibergesellschaft gründen, die dann als Arbeitgeber für das hauptamtliche Personal fungiert. Denkbar, aber eher unwahrscheinlich ist, dass die Stifter selbst im operativen Geschäft tätig sein werden.

Köppen mutmaßt, dass die Kassen den Betrieb nicht zu 100 Prozent finanzieren werden: „Deswegen macht es sicher Sinn, über einen Förderverein nachzudenken.“ Er ist auch davon überzeugt, „dass es ehrenamtlicher Helfer bedarf“. Hier würden die bestehenden Hospizvereine Erding und Freising gerne eine wichtige Rolle übernehmen.

Seit Jahren bemüht man sich in der Stadt Erding um ein Hospiz. Die Nachfrage steigt. Dafür macht Köppen einen gesellschaftlichen Wandel verantwortlich. „Auf den letzten Metern des Lebens wollen Sterbende in erster Linie gut und liebevoll versorgt werden.“ Es gehe weniger um medizinische Leistung als um Zuwendung. „Das können die Kliniken mit ihren immer kürzeren Verweildauern aber nicht leisten.“ Zudem, so der Pflegeexperte, habe sich das Familienbild in den vergangenen 50 Jahren stark gewandelt. „Dass drei Generationen unter einem Dach leben und sich gegenseitig helfen, das gibt es kaum noch.“

Umso wichtiger sei heute das Palliativ Team, das die Schwerstkranken und Sterbenden zu Hause betreue und begleite. Das stationäre Hospiz am Sternweg verbessert laut Köppen das Angebot enorm. In diese Richtung hat sich stets auch Gotz geäußert: „Es kann nicht sein, dass Menschen, die jahrzehntelang hier gelebt haben, zum Sterben nach München oder in eine fremde Stadt umziehen müssen, wo es möglicherweise keine familiäre Begleitung mehr gibt.“ Auch der OB empfindet das Engagement der Freisinger Stifter als Glücksfall für Erding.

Eine wichtige Vorarbeit hat der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates jetzt geleistet. Der Sternweg, aktuell eine unbefestigte Schotterstraße, wird auf einer Länge von gut 140 Metern und einer Breite von 4 bis 6,50 Metern ausgebaut und asphaltiert – inklusive Regenwasserkanal und Versickerungsanlage. „Bei Regen lief der Kies bis in den Rennfeldweg runter“, erklärte Diplom-Ingenieur Ralf Schelzke aus Isen den Istzustand. Sein Büro hat die Pläne erarbeitet. Alle Leitungen müssen erneuert werden, unter anderem für Abwasser, Telefon, Trinkwasser und Straßenbeleuchtung. Gas komme neu hinzu. „Es ist sportlich und anspruchsvoll, das alles unterzubringen, aber es geht“, so Schelzke.

Seine Mitarbeiterin Vera Rathjens stellte Details zur Entwässerung des Oberflächenwassers auf den öffentlichen Flächen vor. Wegen des sehr starken Längsgefälles plane man mit neun Straßensinkkästen und fünf Kontrollschächten. Die Sickeranlage mit so genannten Box-Rigolen wird sich in der Grünfläche am Rennfeldweg befinden. Dort gebe es in 3,40 Meter Tiefe versickerungsfähigen Boden.

Tiefbauamtsleiter Harald Woellert betonte, dass „jeder Anwohner selbst versickern lassen muss“, beispielsweise über Zisternen oder Versickerungsschächte. „Wenn das nicht geht, müssen sie anschließen, aber alle Vorrichtungen dafür schaffen.“ OB Gotz bekräftigte auf Nachfrage von Thomas Schreder (CSU): „Jeder ist selbst verantwortlich, wie er das Niederschlagswasser weiterbringt.“ Dies sei gesetzlich geregelt und nicht Aufgabe der Stadt oder des Abwasserzweckverbandes. Bisher seien die Grundstücke entlang des Sternwegs groß genug. Probleme könnten entstehen, wenn diese dichter bebaut werden.

Die Arbeiten am Sternweg sollen im April beginnen und bis Juli abgeschlossen sein. Die Kosten liegen nach einer ersten Berechnung bei 390 000 Euro. „Sie trägt die Stadt komplett“, so Gotz.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erding: Nachbar vertreibt Radldieb
Altenerding – Auf frischer Tat ertappt wurde ein Raddieb am Sonntagmorgen in Altenerding. 
Erding: Nachbar vertreibt Radldieb
Erding: Betrunken am Steuer
Erding – Drei betrunkene Autofahrer hat die Erdinger Polizei am Osterwochenende geschnappt und aus dem Verkehr gezogen. Einer fuhr sogar in Schlangenlinien.
Erding: Betrunken am Steuer
„Ich schreibe aus der Hand“
Welttag des Buches: Eine Autorin aus Isen stellt sich vor
„Ich schreibe aus der Hand“
Der Lenz ist wieder da
Zum zweiten Mal findet aktuell der Lenz statt. Das Dorfener Kultur-Festival erlebte einen gelungen Auftakt 
Der Lenz ist wieder da

Kommentare