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Zuchtstation im Wald: Der Imkerkreisverband Erding betreibt in der Sauschütt im Ebersberger Forst eine Belegstelle. Deshalb sind in der Umgebung nur bestimmte Bienenrassen erlaubt. Foto: Imkerkreisverband

Rund um Bienen-Belegstelle sind nur bestimmte Rassen erlaubt

Imker haben Sorge um ihre Zuchterfolge

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Auch im Erdinger Land kommen immer mehr Menschen auf den (Honig-)Geschmack: Die Imkerei steht hoch im Kurs. Die Zahl der Imkervereine nimmt zu, ebenso die Kurse für angehende Hobbyzüchter. In Zeiten des Bienen- und Insektensterbens ist das eine gute Entwicklung. Doch wenn sich Hobbyimker irgendwelche Völker in den Garten stellen, kann das den Erhalt wichtiger Rassen gefährden, eine Durchmischung kann die Folge sein. Das wiederum gefährdet den Zuchterfolg.

Erding/Ebersberg - Um den sorgt sich der Altenerdinger Hans Häusler vom Imkerkreisverband Erding. „Honigbienen unterscheiden sich auf vielerlei Art von anderen Nutztieren. Ein wesentliches Merkmal ist die Paarung der Königin, die in der Luft stattfindet. Damit ist dieser Vorgang für die Imker nur schwer kontrollierbar“, erklärt er. Aus diesem Grund betreibe der Verband die Belegstelle Sauschütt, eine Begattungsstation, im Ebersberger Forst. Es ist eine von 26 in Bayern. Sie alle fallen unter das Bayerische Tierschutzgesetz. Um sie herum ist ein Schutzkreis mit 7,5 Kilometern Radius gezogen.

Friedliche Bienenart ist ausdauernder Züchtererfolg

„Im Schutzkreis dürfen nur Bienenvölker der Rasse Apis melifera carnica und der von der Belegstelle gewählten Zuchtrichtung gehalten werden“, sagt Häusler. Das sei eine Verordnung des zuständigen Erdinger Landratsamts.

Häusler meint, die Imker müssten selbst ein hohes Interesse an Schutz und Verbreitung vor allem der Carnica haben. „Sie gilt als relativ friedliche Bienenrasse. Für die Züchter heißt das, dass sie weniger von Stichen gefährdet sind und sich nicht so stark schützen müssen.“ Die Carnica schwärme auch nicht so stark, sondern bleibe im Schwarm, was die Haltung erleichtere.

Allerdings, das gibt der Altenerdinger zu, falle der Honigertrag bei der Carnica etwas kleiner aus. Er hält die geringere Aggressivität aber für das ausschlaggebendere Kriterium.

Imker müssen strenge Auflagen erfüllen

Hinzu komme, dass Reinzüchter spezielle Auflagen erfüllen müssten. Bei einer zu starken Durchmischung sei das aber kaum mehr möglich. Dass die „Stecherei“ in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen sei, führt Häusler auf die Zuchterfolge zurück, für die es die Belegstelle brauche. Ein Grund für aggressive Völker seien die Experimente mit verschiedenen Unterarten der Honigbiene gewesen, deren Kreuzungen zu unangenehmen Effekten geführt haben.

„Die angestammten Bienenarten, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, sind nun wieder von Hybridisierung bedroht“, beklagt der Fachmann. Diese könne zu weniger Artenvielfalt führen. So seien einige Unterarten der Honigbiene vom Aussterben bedroht. Die Populationsgrößen nähmen ab.

Kampf der Varroa-Milbe

„Die Zucht der Honigbiene bedeutet ,Denken in Generationen‘. Deshalb haben Imker die Aufgabe, zu selektieren und den Nachfolgern eine gute Biene zu hinterlassen, die mit den Herausforderungen der Zukunft zurechtkommen kann“, so Häusler. Die aktuelle Imkergeneration stehe zudem vor der Herausforderung, bei der Biene eine Varroa-Toleranz aufzubauen.

Daher freut sich das Team der Belegstelle Sauschütt über Züchter, die ihre Königinnen (mit Gesundheitszeugnis) zur Begattung anliefern. Die Belegstelle ist bis 8. August immer samstags geöffnet. Infos unter www.belegstelle-sauschuett.de.

Schutzzone: Rund um die Belegstelle Sauschütt im Ebersberger Forst fallen weite Teile folgender Gemeinden in die Schutzzone: Forstern, Isen mit Fleck, Mittbach und Pemmering, Pastetten mit Erlbach und Reithofen, Anzing mit Außenorten, große Teile der Stadt Ebersberg, Forstinning, Hohenlinden, Forstseeon im Markt Kirchseeon sowie Steinhöring. Eine genaue Aufstellung aller Orte und Weiler ist beim Landratsamt in Erding erhältlich.

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