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Zumindest leichte Entlastung auf dem Wohnungsmarkt bringt der Bau von 106 neuen Wohnungen in Klettham durch die Oberbayerische Heimstätte.

Zuzug macht Wohnen von Jahr zu Jahr teurer

Miet-Wahnsinn an A94: Immer mehr Menschen ziehen weg - Preise rasen nach oben

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Keine guten Nachrichten vom Immobilien- und Mietmarkt an der A94. Die Preise sind erneut deutlich gestiegen, das Ende der Spirale ist nicht in Sicht. Mit Folgen.

Erding - Demnach wirkt sich in der Region Erding nicht nur der kontinuierliche Zuzug negativ aus. Wenn im Herbst die Autobahn A 94 durchs Isental fertig ist, rechnen die Makler mit einem weiteren Auftrieb. Ihr Befund: Immer mehr Menschen ziehen weg, weil sie sich das Wohnen hier nicht mehr leisten können.

Vor einem Jahr hat der Quadratmeter Baugrund für Einfamilienhäuser im Landkreis zwischen 950 und 1125 Euro gekostet. Heute liegt die Preisspanne bereits bei 1195 bis 1450 Euro. Ende 2017 befanden sich frei stehende Einfamilienhäuser in der Kreisstadt je nach Lage für 670 000 bis 950 000 Euro auf dem Markt, Ende 2018 wurden bereits 745 000 bis 1,03 Millionen Euro erzielt.

Neue Reihenmittelhäuser sind binnen eines Jahres um bis zu 70 000 Euro teurer geworden. Bis zu 685 000 Euro werden dafür mittlerweile verlangt – und bezahlt. In neuen Eigentumswohnungen kostete der Quadratmeter 2017 zwischen 4600 und 5300 Euro, zwölf Monate später waren es schon zwischen 5150 und 5600 Euro.

Kräftig nach oben entwickelt haben sich nach Berechnungen des IVD auch die Mieten. In Häusern ab Baujahr 1950 waren es Ende 2017 zwischen 10,60 und 13,80 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Mittlerweile sind es zwischen 11 und 13 Euro. Im Erstbezug bewegte sich die Quadratmeter-Miete zwischen 12,70 und 15,70 Euro, mittlerweile reicht die Skala von 13 bis 16,30 Euro.

Wer eine Doppelhaushälfte im Bestand mieten will, muss in Erding mit 1600 bis 1900 Euro rechnen, bis zu 50 Euro mehr als im Jahr davor. Bei Neubauten sind es 1860 bis 1940 Euro.

Die Lage gibt kaum Anlass zu Optimismus. Der IVD schreibt: „Erding verzeichnet einen starken Zuzug, daher bleibt die Nachfrage unverändert hoch, da aktuell zu wenige Kaufobjekte am Markt vorhanden und die geplanten Neubaugebiete nicht fertiggestellt sind.“ Ein Nachfrageüberhang herrsche im gesamten Kaufsegment.

Aufgrund dieses Mangels kletterten sowohl die Grundstücks- als auch die Kaufpreise. Sogar überteuerte Objekte fänden Käufer, selbst wenn diese renovierungsbedürftig sind.

Mietmarkt an A94 bei Erding: Lage ist angespannt - und es wird noch schlimmer

„Sehr angespannt“ sei auch der Mietmarkt. „Hier kann die Nachfrage noch weniger gedeckt werden“, so der IVD. Er geht auch auf die größeren geplanten Bauvorhaben ein, darunter im Thermengarten-Süd, am Poststadl, am Erdbeerfeld sowie auf die Großbaustelle der Oberbayerischen Heimstätte in Klettham mit 106 Wohnungen. Eine Trendwende würden sie nicht einleiten. „Wenn sie in den nächsten Jahren realisiert werden, könnten diese höchstens eine leichte Entspannung auf dem Wohnimmobilienmarkt bringen.“

Der Verband warnt auch vor zu großer Erwartungshaltung bezüglich der Konversion des Fliegerhorsts nach 2024. Dort ist bekanntlich unter anderem Wohnbebauung in größerem Stil geplant. Der IVD weist aber darauf hin, dass sich die Stadt gegen die privatwirtschaftliche Konkurrenz durchsetzen müsse, „da sie über kein Erstzugriffsrecht verfügt“. Im östlichen Landkreis werde sich die A 94 als Preistreiber auswirken. Nicht zuletzt Ringschluss und Walpertskirchener Spange würden die Attraktivität der Region erhöhen – und die Preise befeuern.

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