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Einer von über 5000: Drei Frauen wurden bei diesem Unfall Ende Juni auf der Staatsstraße Erding-Forstern bei Pretzen schwer verletzt. 

Traurige Bilanz

Mehr Unfälle, mehr Tote, weniger Verletzte

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Im Schnitt passieren im Landkreis jeden Tag 14 Unfälle, zu denen die Polizei gerufen wird. Um ein Vielfaches höher dürfte die Zahl der Rempler liegen, bei denen sich die Beteiligten untereinander einigen. 5110 Kollisionen nahmen die Polizeidienststellen 2018 im Erdinger Land auf. Das sind 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr (4930). Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord liegt Erding damit hinter Freising (6613) und Fürstenfeldbruck (5224) auf Platz drei der Unfallstatistik. Das geht aus der jetzt vom Präsidium veröffentlichten Verkehrsstatistik hervor.

Erding/Ingolstadt – Hinsichtlich der Schwere der Zusammenstöße war 2018 ein trauriges Jahr, denn neun Menschen fanden den Tod. 2017 waren es vier gewesen. Das ergibt eine extreme Steigerung um 125 Prozent.

Allerdings hatte es 2017 so wenig Verkehrstote wie selten zuvor gegeben. Die Zahlen weichen stark voneinander ab. Lagen sie in den vergangenen zehn Jahren in der Regel zwischen sechs und acht, gab es 2010 zwölf sowie 2014 und 2016 jeweils 14 tödlich Verletzte zu beklagen.

Immerhin: 2018 wurden weniger Menschen verletzt als im Jahr davor – 776, was einem Rückgang um 2,9 Prozent entspricht.

Bei 563 der 5110 Kollisionen gab es Verletzte. Aus Sicht der Verkehrssicherheit sind drei Werte besorgniserregend: In 51 (2017: 56) Fällen war Alkohol im Spiel. Andere berauschende Mittel, vor allem Drogen, waren vier (0) Mal mit ursächlich. Und 829 Verursacher (817) machten sich einfach aus dem Staub, nachdem sie einen Crash verursacht hatten.

Sechs von zehn Unfällen passierten innerhalb geschlossener Ortschaften, teilt das Präsidium mit. Dafür sind auf überörtlichen Straßen die Folgen meist dramatischer. 77,3 Prozent der tödlichen Unfälle spielten sich dort Straßen ab. Bei einem Drittel war überhöhte Geschwindigkeit mitverantwortlich.

Als Hauptursachen nennt die Polizei Fehler beim Abbiegen sowie Rückwärts- und Einfahren (19,3 Prozent), einen zu geringen Sicherheitsabstand (14,1) und Vorfahrtsfehler (12,8).

Auch 2018 stellten Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren ein überdurchschnittliches Risikopotenzial dar. Obwohl sie etwa acht Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung haben, waren sie an knapp neun Prozent aller Unfälle beteiligt. Davon wiederum wurde jeder Zweite von einem jungen Fahrer verschuldet. Laut Polizei kommen in der Regel mangelnde Erfahrung und erhöhte Risikobereitschaft zusammen.

Wenn die ältere Generation, deren Seh- und Hörvermögen mitunter bereits eingeschränkt ist, Unfälle verursacht, dann überdurchschnittlich oft beim Abbiegen, Spurwechseln oder durch Missachten der Vorfahrt. Die steigende Zahl der Crashs mit Pedelecs führt die Polizei ebenfalls auf die häufigere und zunehmende Nutzung durch Senioren zurück.

Bei den Wildunfällen liegt der Kreis Erding mit Freising an der Spitze. 1512 Kollisionen mit Rehen, Hirschen, Wildschweinen und anderen Tieren nahmen die Beamten im Vorjahr auf. Zu 80 Prozent sind es Rehe, die von Fahrzeugen erfasst werden.

Das Besorgniserregende: Die Zahl der Wildunfälle steigt von Jahr zu Jahr an. Auch deswegen wird derzeit an der B 15 im östlichen Landkreis ein neues Warnsystem getestet.

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