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Erding ist jetzt fahrradfreundlich

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Mit dem Rad auf Besichtigungstour durch Erding (v. l.): Christian Famira-Parcsetich (Leiter Stadtentwicklung), Harald Woellert (Leiter Tiefbauamt), Benjamin Brückner (Polizei Erding), Baurätin Birgit Zehetmaier (Staatsministerium), Vanessa Rösch (stv. Geschäftsführerin AGFK), Julia Flötzinger (Leiterin Stadtmarketing), Robert Burschik (Beauftragter ADFC Bayern) und 3. Bürgermeister Harry Seeholzer.
Mit dem Rad auf Besichtigungstour durch Erding (v. l.): Christian Famira-Parcsetich (Leiter Stadtentwicklung), Harald Woellert (Leiter Tiefbauamt), Benjamin Brückner (Polizei Erding), Baurätin Birgit Zehetmaier (Staatsministerium), Vanessa Rösch (stv. Geschäftsführerin AGFK), Julia Flötzinger (Leiterin Stadtmarketing), Robert Burschik (Beauftragter ADFC Bayern) und 3. Bürgermeister Harry Seeholzer. © Sebastian Voichtleitner

Erding hat seine Hausaufgaben in Sachen fahrradfreundliche Kommune gemacht. So sieht es jedenfalls das Bewertungsgremium, das der Stadt jetzt nach Prüfung das Siegel zugesprochen hat.

Freising, Dorfen oder auch Nürnberg haben etwas gemeinsam, was nun auch Erding erreicht hat. Sie alle gehören zu den fahrradfreundlichen Kommunen in Bayern. Diesen Status erreichte die große Kreisstadt am Donnerstag. Das Urteil der Prüfungskommission fiel am Ende positiv aus.

„Ich bin sehr zufrieden und freue mich sehr über die Entscheidung“, sagte Christian Famira-Parcsetich, Leiter der Stadtentwicklung. Er führte auch die Fahrradtour an, die der Entscheidung vorausgegangen war. „Seit der Erstbereisung 2017 haben wir eine Hausaufgabenliste erhalten, die wir nach und nach abgearbeitet haben. Wir dürfen jetzt aber nicht aufhören, denn die Radverkehrsförderung ist langfristig angelegt“, betonte er.

Schon vor einigen Jahren hatte sich Erding bei der AGFK – der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen – beworben. Bevor es überhaupt zur Aufnahme kommen konnte, stand nun die so genannte Hauptbereisung an. Bei der mehrstündigen Radtour überzeugte sich die Kommission davon, ob die Stadt ihre Hausaufgaben in der Radverkehrsförderung gemacht hatte. In Erding waren einige Gäste dabei, darunter Birgit Zehetmaier vom Staatsministerium, Robert Burschik (ADFC Bayern), 3. Bürgermeister Harry Seeholzer sowie Vertreter von Polizei, Stadtverwaltung und AGFK. Bei Wind und Regen fuhren sie einzelne Stationen ab.

Dabei wurde auch deutlich, dass der Verbesserungsprozess noch nicht beendet ist, sei es bei den Wegbeschilderungen für Radfahrer, den Richtungshinweisen auf Fahrradwegen oder auch den Radabstellmöglichkeiten, beispielsweise am Bahnhof Erding. Diese Punkte sind laut Famira-Parcsetich in Zukunft äußerst wichtig und müssen in Angriff genommen werden, denn: „In sieben Jahren läuft die aktuelle Zertifizierung aus, dann steht eine Nachzertifizierung an.“

Halt machte die Gruppe auch am Fliegerhorst. Dort war der S-Bahn-Ringschluss ein großes Thema. „Ich würde es äußerst begrüßen, wenn beim Ausbau der Infrastruktur an diesem Standort auch der Radverkehr berücksichtigt wird“, richtete Kommissionsmitglied Burschik einen Appell an die Stadt. Auch an der Sigwolfstraße auf Höhe der Aral-Trankstelle und des Baumarkts, im Neubaugebiet südlicher Thermengarten und am Rennweg auf Höhe des Mini-Kreisels wurden Zwischenstopps eingelegt, um sich bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs anzuschauen.

Zurück im Rathaus, zog sich das Prüfungsgremium zur Beratung zurück. Bei der Bewertung lag der Fokus vor allem auf den vier Säulen des Radverkehrs: Information, Kommunikation, Infrastruktur und Service. Hier wusste die Stadt offenbar zu überzeugen, sodass Burschik die frohe Botschaft schnell verkünden konnte und auch begründete: „Seit der Erdinger Antragsstellung bei der AGFK ist nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch vieles passiert.“ So gab es Pluspunkte für die zahlreichen rot markierten Fahrradstreifen, etwa an der Dorfener, Freisinger oder der Alten Römerstraße. Auch das neue Radverkehrsnetz und die rund 70 neuen Fahrradwegweiser wurden positiv gesehen. Die Fahrradstraßen (beispielsweise Franz-Xaver-Stahl-Straße), die die Radverkehrsförderung in der Stadt sichtbar machen sollen, seien ebenso ein Zeichen der guten Arbeit, die Erding hier leiste.

Die Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune wird auch in einem offiziellen Akt erfolgen: am 27. Januar in München.

SEBASTIAN VOICHTLEITNER

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