Regionalplanung: Neues Ober- und Mittelzentrum 

Erding ist jetzt auch offiziell Großstadt

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Erding - Der Landkreis als Wirtschaftsstandort steigt in seiner Bedeutung: Erding wird Oberzentrum, Taufkirchen wird Teil des Mittelzentrums Dorfens. Mit weit reichenden Folgen.

Heimatminister Markus Söder ist immer für eine Überraschung gut. Als er gestern zur Pressekonferenz bat, ging es vorrangig um eine Reform des Landesentwicklungsprogramms. Die Details lassen Erding und Taufkirchen jubeln: Die Kreisstadt steigt zum Oberzentrum auf. Landesplanerisch ist das die Ernennung zur Großstadt. Taufkirchen wächst in den Rang eines Mittelzentrums. Damit haben beide Kommunen künftig mehr Möglichkeiten und Freiheiten, ihre Orte wirtschaftlich, kulturell und sozial zu entwickeln.

Als Oberzentrum – die nächsten befinden sich in Landshut, Freising und Dachau – ist es Erding freigestellt, nicht nur den Grundbedarf der Menschen zu decken. Das heißt: Die Regierung von Oberbayern kann der Stadt weniger dreinreden, wenn es um große Handelsflächen, besondere Warenhäuser oder XXL-Flächen mit innenstadtrelevanten Sortimenten im Zentrum oder an der Peripherie geht. Darüber hinaus steht Erding in der Region in der ersten Reihe, wenn es etwa um Baumärkte und Möbelhäuser geht. Weitere Projekte können Fachkliniken, Theater, Museen und (Fach-)Hochschulen sein.

Nun steigen auch die Chancen für Amtsgerichtsdirektorin Ingrid Kaps, ihren großen Wunsch erfüllt zu bekommen: ein deutlich größeres Gebäude beziehungsweise ein neues Justizzentrum in der Herzogstadt.

Einen großen Sprung macht auch Taufkirchen. Die Landesplanung kommt mit der Heraufstufung des Ortes als Mittelzentrum in der Realität an. „Wir haben schon lange einen Versorgungsauftrag über Taufkirchen hinaus, etwa fürs Holzland“, erklärt Bürgermeister Franz Hofstetter. Bei künftigen größeren Gewerbeansiedlungen stehe man ebenso in der ersten Reihe wie beim Ausbau der Infrastruktur. Hofstetter ist „hoch erfreut, aber auch ein bisschen überrascht, dass es jetzt so schnell gegangen ist“.

Große Freude auch im Erdinger Rathaus. Gotz erinnert daran, „dass wir uns seit fünf Jahren darum bemüht haben“. Mehrmals habe er sich an die Staatsregierung gewandt, um vor allem mit Freising auf Augenhöhe zu kommen. „Faktisch haben wir diese Rolle schon lange.“ Der CSU-Politiker freut sich, dass „ein grober Rechenfehler korrigiert wurde“: Sämtliches flughafenaffine Gewerbe wurde bis zuletzt Freising zugeordnet. Entsprechend schlechter schnitt Erding ab. Gotz weiß, dass seine Stadt nun nicht nur mehr Freiheiten bei der Entwicklung hat. „Oberzentrum heißt auch, dass wir stadtplanerisch mehr Verantwortung tragen.“

CSU-Stimmkreisabgeordnete und Umweltministerin Ulrike Scharf erklärt: „Die Heraufstufung stärkt die Region.“ Erding und Taufkirchen hätten nun mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Das „Zentrale-Orte-System“ sichert laut Scharf „eine flächendeckende wohnortnahe Daseinsvorsorge für ganz Bayern“. " Bayern & Region

Hans Moritz

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