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Daniel Gottal (28) JU-Kreisvorsitzender.

„Davon halte ich gar nichts“

JU-Kreischef Gottal ist gegen Urwahl des Kanzlerkandidaten

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Junge-Union-Kreischef Daniel Gottal ist gegen die Urwahl des Kanzlerkandidaten. Im Interview  äußert er sich zur politischen Zukunft des Bundes.

Erding – Tilman Kuban, neuer Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU), fordert, den Kanzlerkandidaten von CDU/CSU per Urwahl zu bestimmen. Über die Nachfolge von Angela Merkel sprachen wir mit dem Erdinger JU-Kreisvorsitzenden Daniel Gottal. Der 28-Jährige aus Erding ist Student.

Herr Gottal, sind Sie auch für die Urwahl des Kanzlerkandidaten der Union?

Nein, davon halte ich gar nichts. Wenn man sich das aktuelle „Speed-Dating“ der SPD zur Urwahl eines beziehungsweise von zwei neuen Parteivorsitzenden ansieht, dann ist das mit Sicherheit kein Vorbild für die Union. Wer die Urwahl des Kanzlerkandidaten fordert, der soll sich noch einmal den vergangenen CDU-Parteitag von Dezember 2018 in Erinnerung rufen. Was da geboten wurde (die Wahl der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer/Anmerkung der Redaktion), war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten und hatte eine unfassbare Reichweite auch in nicht politikinteressierte Kreise: Das wünsche ich mir genauso für die Kanzlerkandidatenkür im Herbst nächsten Jahres – bitte nicht früher.

Wer ist Ihrer Meinung nach für die Merkel-
Nachfolge geeignet?

Die üblichen Verdächtigen. Ich glaube nicht, dass zu den bisher gehandelten Kandidaten noch weitere Schwergewichte hinzukommen werden. Namentlich sind das für mich Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz, Armin Laschet, Jens Spahn und natürlich auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzende Markus Söder, der im Landtagswahlkampf in Sachsen und Brandenburg viele Pluspunkte in der CDU sammeln konnte. Söder wiegelt zwar bisher ab, doch natürlich könnte der auch Kanzler.

Wer ist Ihre Nummer 1?

Beim Bundesparteitag habe ich auf Facebook gepostet: „Jetzt gilt’s! Merz oder nie wieder Volkspartei.“ An dieser Meinung hat sich nichts geändert.

Die Beliebtheitswerte von Annegret Kramp-Karrenbauer sinken. Nur noch 29 Prozent wünschen sich eine „wichtige Rolle“ für sie. Was halten Sie von ihr?

Es ist natürlich immer leicht, von unten nach oben zu treten, wenn man weder in der Verantwortung steht noch alle Abläufe und Hintergrundinformationen kennt. Das was ich Frau Kramp-Karrenbauer vorwerfe, ist, dass sie ihr Versprechen gebrochen hat, kein Regierungsamt zu übernehmen, um dann doch ruckartig an die Spitze des Verteidigungsministeriums zu wechseln. Gleiches gilt für den katastrophalen Umgang mit dem Rezo-Video: Das ist vergleichbar damit, als wenn ich auf einen Leserbrief im Erdinger Anzeiger mit einem Telegramm antworte – in der Form völlig unangemessen. So etwas verfängt bei den Menschen schneller als Inhalte und führt zu einem unglaublichen politischen Vertrauensverlust.

Das Interview führte Hans Moritz.

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