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Täter finden jedes Versteck

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Von: Hans Moritz

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Aufklärung statt Tatortarbeit: Die Polizisten klären eine junge Altenerdingerin auf, damit sie nicht Opfer eines Einbruchs wird. © Hans Moritz

Die Polizei klärt in diesen Tagen die Bürger über die Gefahren durch Einbrecher auf. Wir haben die jungen Beamten begleitet.

Erding - Zugegeben, das Bild hatte schon etwas Respekt einflößendes: Mehr als ein Dutzend Polizeibeamte durchstreifte am Freitag Altenerding. Kinder machten große Augen, so mancher Vorhang wurde neugierig zur Seite gezogen, Autofahrer traten abrupt auf die Bremse. Doch das Großaufgebot in den Wohnsiedlungen war in aufklärerischer Mission unterwegs: Die jungen Beamten der der Bereitschaftspolizei Dachau klärten die Bevölkerung über die Gefahren von Wohnungseinbrüchen auf und wie sie sich schützen kann. Der Zeitpunkt, ein trüber, nasskalter Spätnachmittag, war nicht zufällig gewählt: Wenn es früh dunkel wird, schlägt die Stunde der Kriminellen. Von Dämmerungseinbrüchen ist nun wieder die Rede.

36 Einbrüche in Wohngebäude registrierte die Polizei vergangenes Jahr im Landkreis Erding. „Heuer liegen die Zahlen noch etwas darunter“, berichtet Kommissar Schwaiger, bei der Inspektion Erding für diese Delikte zuständig. „Ein Grund ist sicher, dass die Menschen wegen der Lockdowns viel öfter zu Hause waren.“

Das sind sie auch an diesem Freitag. Viele machen erst einmal große Augen, als die Beamten unangekündigt vor ihren Haustüren stehen. Dabei haben sie Prospekte, die über das Risiko informieren und wie man sich vor ihm schützt.

Die Bewohner erhalten noch ein zweites Informationsschreiben. Denn Vermögensdelikte werden immer öfter per Telefon begangen. So genannte Enkeltrickbetrüger treiben auch im Erdinger Land ihr Unwesen. Sie rufen bei vorwiegend älteren Bürgern an und gaukeln ihnen vor, ein Verwandter habe einen Unfall gehabt und müsse sich nun freikaufen. Oder sie erzählen, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei, der Name des Angerufenen auf einer bei den Tätern sichergestellten Liste stehe. Deswegen komme gleich jemand vorbei, der die Wertgegenstände vorsorglich in Verwahrung nehme. Wer sich darauf einlässt, bekommt tatsächlich Besuch – von falschen Polizisten.

Von der Infokarte der echten Polizei kann man einen Aufkleber fürs Telefon abziehen – mit dem Hinweis, bei solchen Anrufen einfach aufzulegen. Denn so arbeitet die Polizei nicht.

Die jungen Beamten treffen einen Bürger an, der tatsächlich schon mal Kontakt mit einem Telefonbetrüger hatte. Mit 40 Euro Schaden war der Erdinger noch einigermaßen glimpflich davon gekommen. „Das war mir eine Lehre. Leider wurde der Täter nie ermittelt“, berichtet das Opfer.

Begleitet werden die Bereitschaftspolizisten nicht nur von Schwaiger, sondern auch von ihrem Ausbilder Werner Waas. „Die meisten Bürger, die wir aufsuchen, reagieren verständnisvoll und freuen sich, dass wir sie informieren.“ Grimmige Zeitgenossen seien eher die Ausnahme.

Und für die angehenden Polizisten sei der Kontakt zum Bürger eine gute Übung. „Sie sollen ja ihr ganzes Berufsleben für die Menschen da sein“, erklärt Waas. Dazu gehört auch, der Bevölkerung mit auf den Weg zu geben, bei verdächtigen Wahrnehmungen lieber einmal zu viel die 110 anzurufen.

Aber wie schützt man sich nun vor Einbrechern?

. Auch wenn man das Haus nur kurz verlässt, sollte die Tür nicht nur zugezogen, sondern verschlossen werden.

. Gekippte Fenster sind offene Fenster.

. Einbrecher finden jedes Schlüsselversteck vor dem Haus.

. Bei Schlüsselverlust sollte man gleich den Schließzylinder austauschen.

.Nie sollte man Hinweise geben, nicht zu Hause zu sein. Bei kurzer Abwesenheit kann man einige Lichter brennen lassen.

. Für den Fall des Falles ist es ratsam, eine Liste mit den Wertgegenständen und Fotos anzulegen.

. Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, bei dem gegenseitig auf sich achtet, macht es Einbrechern schwerer.

. Auch ältere Häuser lassen sich sicherheitstechnisch nachrüsten. Die Fachberater der Erdinger Polizei, Walter Schollerer und Daniela Honsa, informieren dazu unter Tel. (0 81 22) 96 84 14 oder 96 84 44.

Die Aufklärungsaktion findet am Mittwoch, 24. November im Stadtbereich von Dorfen statt, wiederum zur klassischen Einbruchszeit.

ham

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