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Premiere: Erstmals hielt die neue JU-Ortsvorsitzende Monika Pieczonka (l.) die Hauptrede beim Stehempfang des CSU-Nachwuchses im Erdinger Weißbräu. 

JU-Empfang: Scharf warnt eigene Partei 

Nein zur Quote: Für viele Frauen „sehr sehr verletzend“

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Im Zeichen des Klimaschutzes, der Frauenquote in der CSU und vor allem der Kommunalwahl in gut 100 Tagen stand der JU-Stehempfang am Sonntag im Erdinger Weißbräu. Für die neue Vorsitzende Monika Pieczonka war es eine Premiere.

Erding –  Die Zahl der heißen Tage habe einen neuen Höhepunkt erreicht, der Klimawandel sei längst da, meinte die Juristin. Doch diesen Zustand nur zu beklagen oder ihm mit Verboten wie die Grünen zu begegnen, sei falsch. „Die Politik ist hier in der Bringschuld – mit Investitionen in neue Technologien.“ Die CO2-Bepreisung sei zu billig ausgefallen. „Da wäre mehr Mut nötig gewesen“, so Pieczonka.

Klimaschutz: Stadt und Landkreis tun was

Umso besser sei es, dass auch vor Ort viel geschehe. Sie lobte die Entscheidung von OB Max Gotz (CSU), einen Klimaschutzbeauftragten sowie einen Beirat zu ernennen. Auch die regionale Marke von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) sei ein „Schritt in die richtige Richtung“.

Im Hinblick auf den Wahlkampf gab sie der CSU mit auf den Weg. „Wir sind gerüstet und heiß darauf.“

Zur auf dem CSU-Parteitag abgeschmetterten Frauenquote meinte sie: „Wir brauchen mehr Frauen auf den Listen, aber viele von uns sind im vorpolitischen Raum aktiv.“ Aus eigener Erfahrung wisse sie: „Uns werden keine Steine in den Weg gelegt.“

Ulrike Scharf ärgert sich über Parteitag

Ganz anders äußerte sich dazu Ulrike Scharf, neue Landesvorsitzende der Frauen Union. Die Art, wie auf dem Parteitag die Diskussion über die Quote geführt wurde, „war für viele Frauen sehr sehr verletzend“. Sie richtete eine unmissverständliche Warnung an die CSU: „Eine Volkspartei, die nicht mehr die Lebenswirklichkeit abbildet, wird künftig keine Erfolge mehr haben.“ Und die Realität sei nun mal so, „dass die Gesellschaft zur Hälfte aus Frauen besteht“.

„AfD ist nicht bürgerlich“

Sorgen mache ihr auch die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem die jüngsten Nachrichten über einen massiven Stellenabbau in der Automobilindustrie. „Da müssen wir aufpassen“ – nicht nur wegen der Arbeitsplätze. „Der wirtschaftliche Erfolg ermöglicht uns, zahlreiche soziale Leistungen zu erbringen“, so die Landtagsabgeordnete.

Auch zur AfD äußerte sich Scharf. „Sie ist keine bürgerliche Partei. Denn eine bürgerliche Partei spaltet und hetzt nicht“. Die AfD arbeite nur mit der Angst der Menschen, eine konstruktive Arbeit in den Parlamenten sei mit ihr nicht möglich.

Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz nahm sich die SPD zur Brust. Die Wahl der neuen Vorsitzenden sei „ein Stück Selbstaufgabe“. Die Genossen seien vor allem mit sich selbst beschäftigt. Neuwahlen könne man nicht mehr ausschließen. Er riet auch in Bezug auf den Klimaschutz zu mehr Optimismus. Es gebe zwar reichlich Handlungsbedarf. „Aber es ist ja nicht so, dass in zehn Jahren die Welt untergeht.“

OB Gotz: Bleiben wir gelassen

Für Gotz ist die Kommunalwahl „Keimzelle der CSU“. Der Ortsverband werde mit einer konkreten Liste an Vorhaben aufwarten – „und die auch umsetzen“. Er riet zu Gelassenheit: „In einem Jahr werden wir hier über unsere Erfolge reden.“ HANS MORITZ

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