Bis zu 5000 Windeln benötigt ein Baby, bis es trocken ist. Das bedeutet viele Roh stoffe und reichlich Müll. Foto: Panthermedia

Kreistag lehnt Grünen-Antrag ab, will Eltern aber informieren

Keine Förderung von Stoffwindeln

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Um ein anrüchiges Thema im Kreistag gerungen worden: Stoff- oder Einwegwindeln? Zumindest öffentliche Gelder wird es für Letztere nicht geben.

Erding – Kleine Kinder sind schon große Müllproduzenten. Bis der Nachwuchs trocken ist, sind 4000 bis 5000 Windeln in der Tonne gelandet – das macht 1,1 Tonnen Abfall in den ersten zwei bis drei Lebensjahren. Das muss nicht sein, meinen die Kreistags-Grünen. Sie wollten, dass der Landkreis Stoffwindeln und Windelhosen fördere. Die seien deutlich nachhaltiger, müssten nur gewaschen werden und sparten Ressourcen, darunter nicht wiederverwertbares Plastik. 1000 Euro müssten Eltern für Einwegwindeln ausgeben, ein Stoffwindelset sei bereits für 200 bis 800 Euro zu haben und könne dann auch für weitere Kinder verwendet werden.

Im Umweltausschuss entwickelte sich eine lebhafte Debatte, die mitunter kuriose Züge trug. Am Ende wurde der Antrag mit 5:7 Stimmen abgelehnt. Andreas Neumaier von der Abfallwirtschaft im Landratsamt erklärte, eine Förderung scheide schon deswegen aus, „weil wir dann das ohnehin günstigere Produkt bezuschussen würden“. Er machte zudem eine andere Rechnung auf: Die höheren Entsorgungskosten würden durch den höheren Energie- und Wasserverbrauch beim Waschen aufgewogen. Hinzu käme ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand.

Monika Wenger (Grüne) hob die Müll- und Plastikvermeidung hervor. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hielt den Wasser-, Waschmittel- und Energieverbrauch entgegen. In letzter Konsequenz müssten dann auch Stoffwindeln bei Senioren gefördert werden. „Warum nicht?“, warf Gertrud Eichinger (SPD) ein.

Sabine Berger (CSU) meinte, die Eltern hätten die freie Wahl. Es werde seinen Grund haben, warum die meisten auf Stoffwindeln verzichteten. Der Waschaufwand sei enorm. Für Schmunzeln sorgte der fürsorgliche Hinweis von Manfred Lex (CSU): „Man sollte die Windeln nicht mit anderer Wäsche waschen.“ Stephan Treffler (ÖDP) hielt Stoffwindeln hingegen für die bessere und ökologischere Alternative. Das wisse er aus eigener Erfahrung.

Bayerstorfer baute den Grünen eine Brücke: Die Bürger sollen vom Amt über die Alternative Stoffwindeln aufgeklärt werden.  ham

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