Kindertagesstätte
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Kitas suchen händeringend Personal. Kommt es bald aus Erding?

Kultusministerium gibt Grünes Licht – Ziel bleibt Sozialakademie

Kinderpflegeschule startet 2022

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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In Erding wird es ab Herbst 2022 eine Kinderpflegeschule geben. Doch das soll nur der Anfang sein.

Erding – Die Kindertagesstätten suchen händeringend Personal. Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen sind ebenso wie Pflegepersonal rar gesät – bei steigendem Bedarf. Diesem Mangel will der Landkreis mit einer eigenen Ausbildungsstätte entgegentreten. Dabei hat Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) nun einen Teilerfolg erzielt.

Das Kultusministerium bewilligte nun den Aufbau einer Schule für Kinderpflege. Angesiedelt werden soll sie vorerst an der Berufsschule. Fernziel bleibt nach den Worten Bayerstorfers aber die Gründung einer Fachakademie für Sozialpädagogik.

Die Kinderpflegeschule wird zu Beginn des Schuljahres 2022/23 ihren Betrieb aufnehmen. „Ich freue mich sehr, dass wir die Bildungslandschaft im Erdinger Land erneut erweitern können“, so der Landrat.

Für die Einrichtung dieser Berufsfachschule hat der Landkreis bekanntlich einen langen Atem gebraucht. 2011 hatte die CSU-Kreistagsfraktion erstmals einen Antrag gestellt, der Zuschlag ging seinerzeit jedoch an Freising. 2019 erneuerte die SPD ihren Antrag, danach auch die CSU.

Im Januar 2020 war Bayerstorfer erneut an das Kultusministerium herangetreten, um Bewegung in das Anliegen zu bringen. Er nannte unter anderem das Bevölkerungswachstum. Die Landkreisbevölkerung nehme jedes Jahr um bis zu 2000 Einwohner zu. Fast ein Drittel der bald 139 000 Einwohner sei unter 25 Jahre.

Im Vergleich zu 2011 seien pro Jahr 280 Geburten mehr zu verzeichnen. Laut dem Landesamt für Statistik haben sich die betreuten Kinder unter drei Jahren seit dem Jahr 2007 mehr als verdreifacht. Auch der Trend zur Ganztagsschule setze sich sowohl an Förderzentren, Grundschulen, als auch an weiterführenden Schulen fort. „Der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen hat einen entsprechenden Bedarf an Fachkräften zur Folge“, so Bayerstorfer.

Diese Argumente überzeugten auch Sozialministerin Carolina Trautner (CSU), die ihre Unterstützung zusagte. Nun kam vom Kultusministerium Grünes Licht.

Bayerstorfer hofft nun, dass sich wegen eines nahen Ausbildungsplatzes möglichst viele junge Menschen für den Beruf des Kinderpflegers entscheiden. Es wird seinen Worten zufolge eine staatliche Schule. Der Landkreis übernimmt die Trägerschaft, also die Kosten für das Gebäude und den Unterhalt, nicht aber fürs Personal. Wird eines Tages auch die Akademie genehmigt, müsste der Landkreis wohl neu bauen.  ham

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