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Ein Straßenkran hob das MRT an seinen Platz. 

Lockdown schlägt auf die Bilanz durch – Seit August geht es wieder aufwärts – Kuratorium wird aufgelöst

Klinikum erholt sich langsam von Corona

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die wirtschaftliche Lage des Klinikums Erding hat sich in den ersten acht Monaten dieses Jahres negativ entwickelt. Dies berichtete Direktor Dr. Dirk Last im Krankenhausausschuss. Er führte das auf den Covid-19-Lockdown zurück, in dem Betten freigehalten und alle geplanten Operationen abgesagt werden mussten.

Erding – „Die Monate vor der Pandemie verliefen sehr gut. Seit August erholen sich die Zahlen, sind aber noch nicht wieder auf Vorjahresniveau“, so Last.

Zwischen Januar und August wurden 9048 Patienten stationär aufgenommen, 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings ist der ökonomische Schweregrad dieser Patienten leicht gestiegen.

Last plädierte dafür, jetzt rasch wieder auf den Pfad des Wirtschaftsplans zurückzukehren. „Ab Oktober bekommen wir vom Bund keine Bettenfreihalte-Pauschale mehr.“ Mittlerweile finden laut Last wieder etliche geplante größere OPs statt, was sich positiv aufs Ergebnis auswirke.

In diesem Zusammenhang stellte Landrat Martin Bayerstorfer das – noch nicht geprüfte – Jahresergebnis für 2019 vor. Zwar schließe die Bilanz mit einem Defizit von 2,4 Millionen Euro. „Diesen Betrag haben wir aber vorhergesagt“, so Bayerstorfer. Rein betrieblich wäre das Minus sogar deutlich geringer ausgefallen, allerdings seien Sondereffekte eingetreten. Hier nannte er die Erding-Zulage für die Mitarbeiter (325 000 Euro), das MDK-Reformgesetz, das Erding zu über 700 000 Euro Rückstellungen verpflichtet, außerplanmäßige Sanierungen und Instandsetzungen (300 000 e), die Abschreibung des MVZ (250 000 e) und die rückwirkende Umlagepflicht nach dem Erneuerbare Energien Gesetz für das Blockheizkraftwerk (19 000 e).

Nicole Schley (SPD) erkundigte sich, warum in Pandemie-Zeiten Vier-Bett-Zimmer voll belegt worden seien. Last erwiderte, das sei unproblematisch gewesen, „weil wir alle Patienten auf Corona testen und sie so lange isolieren.

Zudem beschloss der Ausschuss, das Krankenhaus-Kuratorium aufzulösen und in einen Verein der Freunde und Förderer umzuwandeln. Last meinte, das sei heute gängige Praxis, eine Klinik zu unterstützen. Das Kuratorium selbst war auch dafür.

Das Klinikum bekommt in Kürze einen neuen, eigenen Magnetresonanztomografen. Die Bauarbeiten für den Einbau in die Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin beginnen jetzt. Für die Interimsphase wurde nun ein Ersatz-MRT geliefert, das per Straßenkran an seinen Platz gesetzt wurde.  ham

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