+
Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Zum neuen Jahr: Etwas mehr Gelassenheit, etwas weniger Alarmismus

Kommentar: Raus aus dem Krisenmodus

  • schließen

Das zu Ende gegangene Jahrzehnt war geprägt von Krisen. Aber ist es um uns wirklich so schlecht bestellt? Redaktionsleiter Hans Moritz hat sich in seinem Kommentar zum Jahresanfang Gedanken gemacht, wie 2020 ein gutes Jahr werden könnte - gar nicht so schwer.

Ein lautes, unversöhnliches Jahr ist zu Ende. 2020 sollte auch in Erding das Jahr werden, in dem Strömungen wieder zusammengeführt werden. Der Artenvielfalt ist dann geholfen, wenn Landwirte, Gartenbesitzer und Politik an einem Strang ziehen. Schuldzuweisungen retten kein einziges Insekt.

Dem Klima ist nicht gedient, wenn sich junge und ältere Generation unversöhnlich gegenüber stehen. Wenn in Erding gefordert wird, den Klimanotstand auszurufen, ist das Aktionismus. Denn Notstand rechtfertigt staatliches Handeln ohne gesetzliche Grundlage. Wer will das? Auf der anderen Seite müssen die Älteren erkennen, dass es vielen jungen Menschen ernst ist mit der Zukunft des Planeten – und damit ihrer eigenen.

Beide Themen eint die Einsicht, dass etwas getan werden muss. Darauf lässt sich konstruktiv aufbauen. Dazu gehört auch, dass bei der Artenvielfalt die Landwirte und beim Klimaschutz die Fridays-for-Future-Bewegung mit an die Entscheider-Tische gehören – in den Gemeindeparlamenten wie im Kreistag.

Viele Rückblicke haben sich gleich mit einem ganzen Jahrzehnt beschäftigt. Und dabei fällt auf: Wir befinden uns seit zehn Jahren im dauerhaften Krisenmodus: Banken-, Finanzmarkt-, Euro-, Schulden-, Flüchtlings-, Artenvielfalt- und Klimakrise.

Dauernder Alarmismus zermürbt die Gesellschaft. So stimmt es doch auch: Erding hat zehn prosperierende Jahre hinter sich. Ja, Wohnen ist dramatisch teurer geworden. Auf der anderen Seite finden die Bürger hier eine fast lückenlose Infrastruktur vor – etwa bei Bildung, Gesundheit und Freizeit. Die meisten Gemeinden können mehr leisten als die Pflicht – zum Wohl der Bürger.

Wenn es gelingt, mehr konstruktiv miteinander zu reden als laut übereinander, wenn wir erst zuhören statt gleich verbal zurückzuschlagen, wenn wir einfach mehr aufeinander achten, kann 2020 ein richtig gutes Jahr werden. Versuchen wir es!

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

CSU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Klinger: Ein Teamplayer mit Führungsanspruch
Sebastian Klinger (CSU)  ist Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Forstern und hat Lust auf mehr. Als neuer, hauptamtlicher Rathauschef möchte er nicht nur die Mobilität …
CSU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Klinger: Ein Teamplayer mit Führungsanspruch
St. Wolfganger Erfinder im Fernsehen: Hellers MediBech in „Das Ding des Jahres“ 
Tüftler erfinden Dinge, die uns das Leben erleichtern. Anstoß sind oft Erlebnisse oder Notsituationen. Manuela und Claus Heller aus St. Wolfgang gehören mit ihrer Idee …
St. Wolfganger Erfinder im Fernsehen: Hellers MediBech in „Das Ding des Jahres“ 
„Dorfcharakter bewahren, aber Fortschritt nicht verschlafen“: Wählergruppe Buch stellt Kandidaten vor
Unabhängig, frei und offen: So beschreibt sich die Wählergruppe (WG) Buch am Buchrain selbst. Die Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 15. März stellten sich im …
„Dorfcharakter bewahren, aber Fortschritt nicht verschlafen“: Wählergruppe Buch stellt Kandidaten vor
Warum Ikea Erding scheut: Django Asül testet neues Programm
Django Asül testet sein neues Programm „Offenes Visier“ vorab in der Erdinger Stadthalle. Voll von schwarzem Humor und Lebenshilfe. 
Warum Ikea Erding scheut: Django Asül testet neues Programm

Kommentare