Union verliert vier Sitze, AfD kommt auf fünf – Auch Linke sind vertreten

Grüne verdoppeln sich nahezu, CSU weiter stärkste Kraft

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Die CSU bleibt trotz Verlusten mit großem Abstand stärkste Kraft im neuen Kreistag. Nach Auszählung aller 217 Wahllokale kommt sie auf 40.2 Prozent (2014: 47,1 %), was 24 Sitzen entspricht. Damit verliert sie vier Mandate.

Erding – Wahlgewinner sind auch die Grünen, die ihr Ergebnis von 2014 nahezu verdoppeln konnten – von sechs auf elf Sitze. Mit 17,1 Prozent (10,2 %) der Stimmen liegen die Grünen auf Platz drei. Davor rangieren die Freien Wähler, die ihr Ergebnis von vor sechs Jahren fast halten konnten. Wie den Grünen stehen ihnen elf Sitze zu, einer weniger als zurzeit. Sie holten 18,7 Prozent (19,3).

Vor sechs Jahren noch gar nicht existent und jetzt mit fünf Mandanten dabei ist die AfD, die auf 7,8 Prozent kam. Dass sie dem amtierenden Gremium angehört, liegt daran, dass vor einem Jahr zwei Republikaner zur AfD gewechselt waren. Zu dritt waren sie seit einem Wechsel aus dem ÖDP-Lager. Herbe Verluste fuhr die SPD ein, die drei ihrer derzeit acht Sitze verliert. Mit 8,2 Prozent (12,5 %) liegt sie knapp vor der AfD. Die ÖDP holte mit 4,3 Prozent (4,7 %) zwei Sitze, die FDP mit 2,4 Prozent (2,4 %) wieder einen. Neu im Kreistag vertreten sind die Linken mit 1,3 Prozent, was einem Sitz entspricht.

CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer erklärte die Verluste mit dem Bayern- und dem Bundestrend. „Davon können wir uns nicht abkoppeln.“ Grünen-Kreisvorsitzende Helga Stieglmeier reagierte auf das Ergebnis hoch erfreut. „Wir haben unsere Mandate nahezu verdoppeln können. Mit einem Ergebnis in dieser Höhe hätte ich nicht gerechnet. Denn wir mussten davon ausgehen, dass sich der Boom im Land und im Bund nicht 1:1 auf die Kommunalwahl übertragen lässt.“ Erfreut sei sie, dass die CSU erneut nicht alleine entscheiden könne. Das AfD-Ergebnis nannte sie betrüblich. Für die Stichwahl zwischen Bayerstorfer und Koalitionskandidat Hans Schreiner ist sie zuversichtlich: „Die gewinnen wir.“

FW-Kreisvorsitzender Ullrich Gaigl findet es schade, „dass wir einen Sitz verloren haben“. Ohne AfD und Linke hätte man vermutlich stärker abgeschnitten. Zu Plänen einer Kooperation von FW und CSU erklärte Gaigl: „Das werden wir in der Fraktion besprechen. Das entscheide ich nicht alleine.“

AfD-Kreischef Wolfgang Kellermann ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Ich habe vorher gesagt, dass es ein Erfolg ist, wenn eine Acht vor dem Komma steht. Und das haben wir erreicht.“ Die Medien machte er dafür verantwortlich, dass nicht noch mehr Bürger für die AfD gestimmt hätten. Einige seien eingeschüchtert gewesen. „Wäre das eine Bundestagswahl gewesen, hätten wir über zehn Prozent geholt.“

Martin Kern von der SPD meint: „Unsere Verluste sind eher nicht hausgemacht, das ist der allgemeine Trend.“ Inhaltliches und personelles Angebot seien gut gewesen. „Leider wurde das nicht honoriert.“ Es sei schade, dass drei Mandate verloren gegangen seien. Wer die 60 Sitze einnimmt, lesen Sie in der morgigen Ausgabe, wenn das offizielle Endergebnis feststeht. HANS MORITZ

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