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Er kann nicht von der Politik lassen: Von der ÖDP geht es jetzt stramm rechts zur AfD. Wenn die Rechten wollen, stünde der Kirchberger sogar als deren Landratskandidat zur Verfügung.

Als Parteifreier will Ex-ÖDPler im Kreistag bleiben und kann sich sogar Landratskandidatur vorstellen

Rainer Forster gibt KAB-Vorsitz ab und tritt auf AfD-Liste an

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Nach seinem ÖDP-Austritt wird sich der mittlerweile parteilose Kreisrat Rainer Forster bei der Kommunalwahl 2020 der AfD anschließen. Der Kirchberger hat eigenen Angaben zufolge von der Rechtspartei einen Platz auf der Kreistagsliste angeboten bekommen.

Erding – AfD-Mitglied werden müsse er dafür bislang nicht. Forster kann sich darüber hinaus vorstellen, Landratskandidat der AfD zu werden. Er wisse aber noch nicht, „ob die AfD so mutig ist“, ihn ins Rennen zu schicken.

All das verkündet Forster in einem Interview, das er mit sich selbst geführt hat und der Dorfener Anzeigenzeitung Intelligenzblatt zur Verfügung gestellt hat. Der Wortlaut liegt unserer Zeitung vor. Darin rechnet Forster auch mit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), deren Kreisvorsitz er im Herbst abgeben wird, sowie mit der katholischen Kirche ab. Er erwägt, diese zu verlassen.

Zu seinem ÖDP-Austritt erklärt Forster, die Partei habe seinen offenen Umgang mit AfD-Mitgliedern gestört. Immer wieder seien „kuriose Nachrichten und Lügen über mich verbreitet worden“. Als er von CSU-Landrat Martin Bayerstorfer erfahren habe, dass ihn die ÖDP aus der Kreistagsfraktion werfen wolle, sei für ihn klar gewesen: „Unter solchen Umständen sehe ich keine gemeinsame Arbeitsebene mehr.“

Darüber hinaus kündigt er an, auch nach der Kommunalwahl im März 2020 Kreisrat bleiben zu wollen. Er berichtet, dass er ursprünglich als „Landratskandidat der Bürgerinnen und Bürger“ habe antreten wollen. Dafür hätte er 400 Unterstützer-Unterschriften in den Rathäusern benötigt. Das Landratsamt habe ihm die Unterlagen aber sehr spät zugesandt. Eine Veranstaltungsreihe, bei der Forster für sich werben wollte, sei „von verschiedenen Seiten massiv behindert“ worden – bis es zu spät war.

Mit der ÖDP werde er nicht mehr zusammenarbeiten, ebenso wenig mit der Landratskandidaten-Koalition aus Freien Wählern, Grünen und SPD. Deswegen folge er nun dem Ruf der AfD. „Mit den AfDlern habe ich ein kollegiales Verhältnis, den Kreisvorsitzenden Kellermann erlebe ich anders als von den Medien dargestellt“, schreibt er in seinem Interview.

Nach Informationen unserer Zeitung hat Forster im Frühjahr versucht, zur CSU zu wechseln. Es soll sogar bereits Gespräche mit der Fraktion gegeben haben. Doch die CSU wollte ihn nicht, zumal er angeblich auch hier von einer eigenen Landratskandidatur gesprochen habe.

Auch mit Kirche und KAB geht Forster in seinem Selbstgespräch hart ins Gericht. Dabei geht er erneut auf die Veranstaltungsreihe ein, bei der unter anderem ein AfD-Mitglied und ein Verschwörungstheoretiker hätten auftreten sollen. Forster erklärt, dass die CSU Erding unter anderem auf den früheren Präsidenten des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen „eingewirkt“ habe, dass er nicht kommen solle.

Der Münchner KAB wirft Forster vor, sie habe sein politisches Engagement torpediert. Alle KAB-Ortsgruppen seien aufgefordert worden, ihn nicht länger zu unterstützen. Dem Diözesanverband wirft der Kirchberger sogar Mobbing vor. Seit seiner Demission als Diözesansekretär habe er keinerlei Unterstützung mehr bekommen. Wegen der KAB sei er wieder in die Kirche eingetreten. Nun erwäge er aus dem gleichen Grund den neuerlichen Austritt. HANS MORITZ

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