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Herzlicher Abschied: Oberstudiendirektor Hans Joachim Fuhrig (2. v. r.) mit Gattin Gertrud Schilcher-Fuhrig (M.), flankiert von Landrat Martin Bayerstorfer (r.), Oberbürgermeister Max Gotz (l.) und stellvertretender Direktorin Regine Hofmann am Freitag im Korbinian-Aigner-Gymnasium vor dem Schulorchester. 

Scheidender Schulleiter Fuhrig hat Korbinian-Aigner-Gymnasium international ausgerichtet

„Leuchtturm des europäischen Gedankens“

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Auf Bildschirmen war das Wort Abschied in vielen Sprachen zu lesen. Mit wenigen Buchstaben war der Anlass perfekt beschrieben, der zahlreiche Gäste am Freitagnachmittag in die Aula des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) lockte. Nach achteinhalb Jahren Schulleiter in Erding wurde Hans-Joachim Fuhrig in den Ruhestand verabschiedet.

Erding – Der Festakt zeigte, welche Spuren der 65-Jährige in Erding hinterlässt: Der Münchner hat seit 2011 das KAG zu einer international ausgerichteten Schule, die sich der europäischen Idee verschrieben hat, umgebaut. Richard Rühl, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberbayern-Ost, bezeichnete Fuhrig in seiner Laudatio darum als Kosmopoliten. „Weltoffenheit ist Ihr größtmöglicher Anspruch“, sagte Rühl und meinte damit mehr als die Austauschprogramme mit Schulen in Italien, Frankreich, Russland und den USA. Zu Recht dürfe sich das KAG heute Erasmus+-Schule nennen. Fuhrig, so der Ministerialbeauftragte, habe aber auch die naturwissenschaftlichen MINT-Fächer gefördert und das KAG zu einer Umweltschule in Europa sowie zu einer Botschafterschule des Europaparlaments gemacht.

Fuhrigs Vita gleicht einer Europareise

Rühl ging auf die Vita Fuhrigs ein, die wiederum eine Europareise ist. Geboren 1954 in Singen, legte Fuhrig 1973 sein Abitur ab und studierte danach Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg. Als Stipendiat ging er nach Oxford.

1979 legte Fuhrig sein Erstes Staatsexamen ab. Sein Referendariat leistete er am Theresien- und am Klenze-Gymnasium in München ab, wo er auch seine erste Festanstellung fand. 1986 wurde er im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums an die Nato-Schule in Belgien abgeordnet. 1992 kehrte er nach Deutschland zurück – ans Institut für Lehrerbildung und Unterrichtsforschung. Nur drei Jahre später zog es Fuhrig wieder in die Welt – ans Londoner Goethe Institut. 2001 wurde er stellvertretender Schulleiter am Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm. Vier Jahre darauf ging er ans Deutsche Goethe-Kolleg nach Bukarest. In der rumänischen Hauptstadt gründete er die Deutsche Schule. Nach einem Ausflug ins private Schulsystem kehrte der Vater dreier Kinder in den Staatsdienst zurück. 2011 trat er die Nachfolge von KAG-Gründungsdirektor Hermann Bendl an. Heute sei das KAG „ein Leuchtturm des europäischen Gedankens“, lobte Rühl.

Landrat lobt gute Zusammenarbeit

Landrat Martin Bayerstorfer bedankte sich bei Fuhrig für die „gute Zusammenarbeit“. In den achteinhalb Jahren sei viel passiert – der Auszug der FOS/BOS, der Einbau der Schulküche und diverse Erweiterungen. Als Nächstes stehe die neue Mensa an.

Auch OB Max Gotz ging auf die Internationalität des KAG ein. Sie könnte nicht besser in die Zeit passen. „Der Brexit ist ein Auftrag an die Schulen, an Europa als größten Friedens- und Freundschaftsprojekt weiterzuarbeiten.“

Personalratsvorsitzender Hubert Schiller zitierte Friedrich Schiller. Fuhrig habe dessen Idee umgesetzt, „aus Menschen Weltenbürger zu machen“. Markus Herz vom Elternbeirat würdigte, dass Fuhrig immer gemeinsam mit der Schulfamilie Probleme zu lösen versucht habe.

Andrea Hafner soll Nachfolgerin werden

Und Schülersprecherin Lena Börner meinte gar: Ohne Fuhrig als Gleichgewicht funktioniere das KAG „schwer bis gar nicht“.

Sichtlich ergriffen freute sich Fuhrig über so viel Zuspruch und bedankte sich bei der Schulfamilie, dass sie den internationalen Weg des KAG mitgegangen sei.

Als seine Nachfolgerin ist Andrea Hafner im Gespräch. Früher Fuhrigs Vertreterin, leitet sie derzeit das Gymnasium Dorfen.

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