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Mehr als 1000 Brutpaare: Stadt verzweifelt an Krähenplage -  „Sehe keine natürliche Reduzierung“

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Von: Gabi Zierz

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Die Krähen in Erding sind zur Plage geworden.
Die Krähen in Erding sind zur Plage geworden. © picture alliance/dpa / Christoph Schmidt

Seit Jahren ist in Erding die Krähenplage Thema. Es ist schwer, der europaweit streng geschützten Saatkrähe Herr zu werden. Jetzt will der Stadtrat einen neuen Versuch unternehmen.

Erding - Die SPD-Fraktion hatte die Krähen in den Haushaltsberatungen zum Thema gemacht. In ihrem Antrag schrieb sie von einer Plage „mit außerordentlicher Lärmbelästigung“ und kritisierte die CSU, deren Antrag außer einem Beitrag beim politischen Frühschoppen der Partei bisher zu keinem Ergebnis geführt habe. Die SPD forderte jetzt die Einstellung von 20 000 Euro in den Haushalt 2020 zur Beseitigung oder Verringerung der Krähenplage. Kurzfristig beantragte die SPD die nachhaltige Beseitigung aller Nester vor der nächsten Brutzeit.

Mehr als 1000 Brutpaare: Erding verzweifelt an Krähenplage - Vögel haben keine natürlichen Feinde

Die CSU wies die Kritik zurück, und Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) nutzte die Gelegenheit, das Problem nochmals darzustellen. Aktuell gebe es in Erding mehr als 1000 Brutpaare – „eine der größten innerstädtischen Saatkrähen-Populationen in ganz Deutschland“. Regelmäßig schöpfe die Stadt die Möglichkeiten der Vergrämung der Vögel, die keine natürlichen Feinde haben, aus.

Weithin sichtbar sind die Nester, die die Krähen hoch oben in den Bäumen bauen.
Weithin sichtbar sind die Nester, die die Krähen hoch oben in den Bäumen bauen. © Archiv

Immer wieder seien 6000 bis 12 000 Euro dafür investiert worden, dass Bauhof-Mitarbeiter die Nester aus den Bäumen werfen, erklärte der Diplom-Biologe: „Aber die Krähe ist so schlau, dass sie danach an selber Stelle gleich wieder ein Nest baut.“ Zudem sei diese Vergrämung lediglich in den Splitterkolonien wie am Keltereiberg/Wasserturm erlaubt. Im Stadtpark, der Hauptkolonie, sei sie von der Regierung von Oberbayern verboten.

Video: Intelligenter Vogel: Krähe versucht Fahrkarte zu kaufen

Mehr als 1000 Brutpaare: Erding verzweifelt an Krähenplage - „Sehe keine natürliche Reduzierung“

Auch der als Lösung oft ins Gespräch gebrachte Einsatz von Falken ist Schreders Worten nach nicht so einfach zu bewerkstelligen. Drei Falkner seien mit ihren wertvollen Greifvögeln schon vor Ort gewesen und hätten einen Einsatz aus Angst um das Wohl ihrer Tiere abgelehnt. Denn die Splittersiedlungen liegen oft an viel befahrenen Straßen. Dort sei die Gefahr groß, „dass der Falke stirbt, wenn er die Krähe am Straßenrand kröpft“, so Schreder.

Er betont jedoch, dass das Fangen der Krähen zwingend notwendig sei. „Ich sehe keine natürliche Reduzierung.“ Es gebe viele schöne Bäume in Erding und genug Nahrung – ideal für Krähen. Mittlerweile hat Schreder einen Falkner aus Meitingen gefunden, der die Vergrämung wagen würde: „Der Falkner steht bereit.“ Einen Beschluss dazu fasste der Stadtrat nicht, aber für 2020 sind 50 000 Euro Planungskosten eingestellt – auch als Signal an die Bevölkerung, wie es OB Max Gotz formulierte. Jakob Mittermaier (FDP) würde noch weitergehen: „Ich plädiere für Abschuss, des geht ja so ned weiter“, sagte er in einer seiner seltenen Wortmeldungen.

Bereits im Vorjahr war die Krähenplage in Erding Thema - damals sollte das Ministerium helfen. Geplant war damals den Schutzstatus der Saatkrähen zu ändern. 

Thema in Erding ist aktuell auch die Eislaufbahn auf dem Kleinen Platz: Die Kunststoffbahn erzeugt Kleinstteile aus Plastik, die sich dort verteilen. 

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