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Im Stadtpark breiten sich die Krähen weiter aus. Und hier darf ihnen auch niemand ans Gefieder.

Vögel am Rand des Parks kommen Corona-Sondererlaubnis zuvor

Krähen tricksen Stadt aus

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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In Erding ist ein weiterer Anlauf gescheitert, die Krähenplage in den Griff zu bekommen. Eine einmalige Chance könnte vertan sein.

Erding – Den Krähen sagt man nach, sie seien zwar sehr lästig, weil sehr laut, allerdings gelten sie auch als recht schlau. In Erding hat die große Kolonie im Stadtpark ihren Kritikern aus der Stadtpolitik mal wieder ein Schnippchen geschlagen.

Bekanntlich ringt die Stadt seit Jahren mit der Regierung von Oberbayern darum, die jährlich stark wachsende Krähenpopulation wegen des Lärms und Schmutzes zu dezimieren. Das ist gar nicht so einfach, denn die schwarzen Vögel stehen unter Schutz.

Ausgerechnet Corona hätte einem Teil der Population nun den Garaus machen können. Doch die Krähen waren schneller. Im Stadtrat berichtete Umweltreferent Thomas Schreder (CSU) auf Anfrage von Hans Balbach (Erding Jetzt), dass man im Frühjahr die Erlaubnis gehabt habe, Nester zu räumen. Nicht nur das. Sogar die Eier hätten die Bauhofmitarbeiter entnehmen dürfen.

Möglich machte es eine pandemiebedingte Sondererlaubnis der Regierung von Oberbayern. Die Behörde hatte eingesehen, dass die Lärmbelästigung in der Nähe der Altenheime zu groß geworden war, zumal es den Bewohnern wegen Corona nicht erlaubt war, ihre Zimmer zu verlassen. Also wurde ein 200-Meter-Korridor festgelegt. „Aber als wir die Nester angeschaut haben, waren die Jungvögel schon geschlüpft. Da konnten wir nichts mehr machen“, erklärte Schreder. Nun hoffen die Stadträte auf eine neuerliche Sondererlaubnis für die Vorbrutzeit, die allerdings höchst unsicher ist, denn die Heimbewohner dürfen wieder raus.

Auch der Falke, der Jagd auf die Erdinger Krähen machen soll, kam wieder zur Sprache. Schreder musste zugeben, „dass die Kolonie mittlerweile so groß ist, dass ein Greifer nicht mehr reicht“.

Balbach wollte wissen, welche Verbesserungen für die unmittelbaren Parkanlieger möglich seien. Da machten ihm OB Max Gotz (CSU) und Schreder wenig Hoffnung. Das sei eine Haupt- und keine Splitterkolonie, die nicht angetastet werden dürfe.  ham

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