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Der Anbau an die Landwirtschaftsschule in Erding kostet den Landkreis im kommenden Jahr knapp 700.000 Euro, nicht das einzige Projekt, das finanziell gestemmt werden muss.

Kreis-Haushalt nimmt vorletzte Hürde

Nach vier Wochen Debatte: Keinen Cent gespart

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Seit vier Wochen debattiert der Kreistag über den Haushalt 2020. Vor allem die Bürgermeister beklagen eine zu hohe Belastung der Gemeinden und fordern Abstriche. Nun nahm der Etat im Kreisausschuss die vorletzte Hürde. Am 16. Dezember entscheidet das Plenum. Die Vorstellung des Zahlenwerks durch Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) zeigte: Bislang ist kein Cent eingespart worden.

Erding – Damit bleibt’s vorerst bei einem neuen Rekordvolumen: 201 Millionen Euro – 6,3 mehr als heuer. Auf die Verwaltung entfallen 177, auf Investitionen 24 Millionen Euro.

Erstmals seit Jahren ist es in den Beratungen bislang nicht gelungen, die Kreisumlage zu drücken. Die fällt mit 50 Prozent zwar um 0,6 Zähler geringer aus als heuer. Dennoch heißt das für die Gemeinden: Sie müssen über 102 Millionen Euro aufbringen. 46 davon kommen nur aus Erding und Oberding.

Immerhin: Weil der Staat die Gewerbesteuerumlage noch einmal senkt, werden die Rathäuser um rund 11,5 Millionen Euro entlastet.

Dafür braucht der Landkreis 2020 mehr Geld

Bayerstorfer nannte etliche Positionen, warum der Landkreis heuer mehr Geld braucht – davon allein zusätzlich 2,5 Millionen Euro fürs Personal. 750 000 Euro entfallen auf die neue München-Zulage (wir berichteten). Für die gestiegene Heimbetreuung und vollstationäre Pflege von Jugendlichen steigt der Zuschussbedarf der Jugendhilfe um 2,4 Millionen Euro. Der ÖPNV wird um knapp 400 000 Euro teurer, die Krankenhausumlage an den Freistaat um 207 000 Euro. Weil der Landkreis die Schulden „seines“ Klinikums in die eigenen Bücher schreibt, steigt dessen Verschuldung von 13 auf 21 Millionen Euro.

Aus dem Vermögenshaushalt ragen die Erweiterung des Anne-Frank-Gymnasiums (4,4 Mio. e), die Landwirtschaftsschule (680 000 e), Straßenbau (3,03 Mio e) und Grunderwerb (5 Mio. e) heraus. Auf Anfrage von Ulla Dieckmann (SPD) sicherte der Landrat zu: „Das Korbinian-Aigner-Gymnasium bekommt 2020 Küche und Mensa – aus Mitteln von heuer.“

Forsterns Bürgermeister Georg Els (FW) brachte sein Unbehagen über die hohe Umlage zum Ausdruck. Den Etat selbst hielt er für solide. Besonders treibe ihn um, dass Erding und Oberding die Hauptlast trügen. Für den Rest sehe es düster aus, sollten in den beiden Orten die Steuereinnahmen einbrechen. ham 

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