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Mehr Radwege und ein Konzept für dessen Ausbau fordert die Kreistags-CSU. 

Kreistag beschließt Mobilitätskonzept – Ziel sind mehr vernetzte Radwege

Vorfahrt für Radfahrer

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Ist das schon die neue schwarz-grüne Liebe? 24 Stunden, bevor im Kreistag der CSU-Antrag auf eine Verbesserung der Situation der Radfahrer im Landkreis beschlossen wurde, hatte der neue Grünen-Kreischef Stefan Herbasch moniert, dass es Radler im Erdinger Land nach wie vor schwer hätten.

Erding – CSU-Fraktionschef Thomas Bauer, selbst leidenschaftlicher Rennradfahrer, hat festgestellt, dass immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen. Nicht nur in der Freizeit, sondern auch zum Einkaufen und auf dem Weg zur Arbeit. Dadurch würden Straßen und Umwelt entlastet. Zudem würden E-Bikes immer beliebter. Um noch mehr Menschen zum Umsteigen von vier auf zwei Reifen zu bewegen, „müssen die Rahmenbedingungen optimiert und angepasst werden“, heißt es in dem Antrag, der am Montag im Ausschuss für Klima, Umwelt und Verkehr behandelt wurde.

Katrin Neueder von der Verwaltung stellte den Leistungskatalog für ein Radwegekonzept vor. Das bestehende Verkehrsnetz müsse im Hinblick auf Mängel erfasst werden, insbesondere die vorhandenen Radwege. Daraus sollte eine Defizitanalyse erstellt werden – mit einem „idealtypischen Radwegenetz“. Die Expertise sollte auch Verlagerungspotenziale für Schulwege und zu größeren Arbeitgebern enthalten.

Darüber hinaus sei eine Datenbank mit einem Radweg- und Beschilderungskataster wünschenswert. Darauf aufbauend könnte ein Alltags- und Freizeitroutenkonzept erstellt werden. Ziel muss laut Neueder sein, ein durchgängiges Radwegenetz zu knüpfen, mit Maßnahmenblättern, um alle ermittelten Mängel zu beseitigen.

Auch für eine Verknüpfung mit Bus und Bahn sowie den Radwegenetzen der angrenzenden Landkreise will man sich einsetzen.

Zu einer optimierten Situation für Pedalritter gehören für die Kreisverwaltung auch qualitativ hochwertige Fahrradabstellanlagen, teilweise auch ganze Mobilitätsstationen mit der Möglichkeit, Gepäck und Einkäufe vorübergehend aufzubewahren.

Eingebunden werden sollen Fachverbände wie der ADFC und der ADAC, aber auch die Schulen.

Neueder möchte Anreize schaffen, aufs Rad umzusteigen. So könnten landkreisweit per App wie bei der AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ gefahrene Kilometer und die CO2-Ersparnis aufsummiert werden – verbunden mit Preisen für die eifrigsten Radler.

Das Gute an der politisch verordneten Vorfahrt für Radler: Es winken hohe Zuschüsse. Neueder berichtete vom Projekt „Stadt & Land“. „Wir könnten 80 Prozent der Kosten für ein Konzept bekommen.“ Voraussetzung sei, dass auch tatsächlich ein Projekt daraus in Trägerschaft des Landkreises umgesetzt wird, etwa ein Radweg an einer Kreisstraße. Die Subvention ist allerdings bis Ende 2023 begrenzt.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) meinte, ein Konzept könne auch den Radwegebau etwa neben Bundesstraßen beschleunigen. Voraussetzung sei aber immer, „dass Gemeinden an den Grund kommen“. Thomas Gneißl (FW) betonte die Wichtigkeit von Schnellverbindungen. Auch Ortsstraßen sollten mit einbezogen werden.

Wolfgang Fritz (Grüne) bat, auch elektrische Lastenräder zu berücksichtigen – mit Lade- und Abstellmöglichkeiten. OB Max Gotz (CSU) meinte, das sei ein zu großer Eingriff in die Hoheit der Kommunen. Die Förderung der E-Mobilität sollte auch von der Wirtschaft betrieben werden.

Das Radwegekonzept wurde einstimmig beschlossen.

ham

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