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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeigers.

Wahl der stellvertretenden Landräte

Kommentar: Frauen haben nichts (mehr) zu sagen

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Alle reden von Frauenförderung in der Politik. Nur nicht der Kreistag von Erding. Alle drei Landräte sind Männer. Kein gutes Signal aus einer Region, die immer so fortschrittlich sein will, kommentiert Redaktionsleiter Hans Moritz.

So geräuschlos die Wahl der stellvertretenden Landräte gelaufen ist, ein Makel bleibt. Denn Frauen haben an der Spitze des Landkreises nichts (mehr) verloren. Die gestrige Entscheidung bedeutet sogar eine Verschlechterung im Vergleich zur vorangegangenen Wahlperiode. In ihr fungierte Gertrud Eichinger (SPD) als Dritte Landrätin.

Es ist ja nicht so, dass es nicht kompetente Bewerberinnen gegeben hätte, etwa die frühere Lengdorfer Bürgermeisterin Gerlinde Sigl von der CSU. Viele fragen sich auch, warum nicht Cornelia Vogelfänger, Ex-Bürgermeisterin von Pastetten, zum Zuge kam. Doch sie hatte frühzeitig erklärt, keine Polit-Altersteilzeit anzustreben.

Verwunderlich ist, dass nicht einmal die Grünen auf ihr Motto „Die Hälfte der Macht den Frauen“ gepocht haben. Was die Landratsriege betrifft, wirkt der sonst so fortschrittliche Landkreis aus der Zeit gefallen.

Doch die Grünen haben einen anderen, wichtigen Sieg errungen. Der Klimaschutz bekommt nun ein eigenes Gremium, er wird damit zu einem politischen Dauerthema im Landkreis. Er ist die logische Konsequenz aus dem im Frühjahr vorgestellten Klimaschutzatlas.

Auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere darf sich Rainer Mehringer fühlen. Von seinen Freien Wählern war er vor der Kreistagswahl gleich zweimal ausgebootet worden. Er durfte weder Landratskandidat werden, noch Erster auf der Liste. Von einem hohen repräsentativen Amt hat er immer geträumt. Jetzt hat er es.

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